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Nahrungsfette und Öle Läuft wie geschmiert

Brigitte Oltmanns | 13. Juni 2017
Nahrungsfette und Öle: Läuft wie geschmiert

Bildquelle: Nicole Ritter

Der Wunsch nach einer natürlichen und gesunden Ernährung macht vor Nahrungsfetten und Speiseölen nicht halt. Der Markt wächst und zeigt Potenzial für mehr Wertschöpfung in den Regalen.

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Die Verbraucher greifen heute nicht wahllos zum erstbesten Speiseöl oder einer „namenlosen“ Margarine. Sie ernähren sich bewusst, sind informiert und suchen gezielt nach neuen, teils auch exotischen Produkten, die als besonders gesund gelten. „Frei von“, laktosefrei, cholesterinfrei, vegan – das sind Mehrwerte, die auch den Absatz von Nahrungsfetten und Ölen befeuern. Zudem stehen die Schonung begrenzter Ressourcen und die Reduzierung des CO2-Fußabdrucks bei immer mehr Kaufentscheidungen zu Gunsten rein pflanzlicher Produkte im Fokus, beobachtet man bei Unilever. Die Industrie wartet mit einem vielfältigen Angebot auf: Neben Produkten, die als Multitalente in der Küche zum Backen, Braten und Kochen gleichermaßen geeignet sind, zielen beispielsweise Speiseöle in Probiergrößen auf Kleinhaushalte sowie auf das wachsende Interesse kochbegeisterter Verbraucher, die Abwechslung suchen. Keine Frage: Moderne lifestyle-orientierte Konzepte und Markenauftritte sollen die bisher eher im Schatten der Frischesortimente stehende Warengruppe Fette & Öle aufwerten und an veränderte Ernährungsgewohnheiten anpassen. Aktuelle Marktforschungszahlen dokumentieren: Speiseöle sind in Deutschland so gefragt wie nie zuvor. Dabei rücken vor allem hochwertige Öle in den Fokus, heißt es bei der Teutoburger Ölmühle. Während die Absätze im vergangenen Jahr (bis Ende Oktober) um gut 4 Prozent zulegten, kletterten die Umsätze laut Nielsen im selben Zeitraum gleich um 9,5 Prozent. Ein Treiber waren dabei Spezialöle wie beispielsweise Leinöl und Kokosöl, die über eine hohe Nährstoffdichte sowie über vielfältige gesundheitliche Vorteile verfügen sollen.

40 % Marktanteil hat der Klassiker Rapsöl, der Absatz stieg um 5,6 Prozent.

Kokosöl gilt dabei nicht nur in der Küche als ein echtes Allroundtalent und bekömmlicher Energielieferant, sondern auch in der Haut- und Haarpflege als ein hervorragendes Naturpflegemittel, weiß Importeur Danny Lutzemann von New World Gourmet. Aber auch der „Klassiker“ Rapsöl, mit mehr als 40 Prozent Marktanteil hierzulande das beliebteste Speiseöl, kann seine führende Marktbedeutung mit überdurchschnittlichem Absatzwachstum (+5,6 Prozent) weiter ausbauen. Nach Umsatz führt allerdings Olivenöl laut GfK die Hitliste an, obwohl es absatzbezogen erst an vierter Stelle rangiert. Anhaltend starke Preissteigerungen, bedingt durch schlechte Ernten und Schädlingsbefall der Olivenbäume in den mediterranen Herkunftsländern, beeinflussen hier das Marktgeschehen. Insbesondere Discounter treiben das Absatzwachstum von Olivenöl durch Ausweitung ihres Handelsmarken-Portfolios und verstärkte Promotions an. Zugleich beobachtet man im Importhaus Wilms auch eine Entwicklung hin zur Premiumisierung von Olivenöl, die das Haus unter anderem mit der eigenen Marke Gaea begleitet. Ein verändertes Kaufverhalten ist auch bei den Mischfetten zu beobachten. Früher eher als „preisgünstige Alternative“ zur Butter positioniert, würden heute pflanzenbasierte Margarineprodukte als Lieferant ungesättigter bzw. mehrfach ungesättigter Fettsäuren und damit als gesunde und zugleich umweltschonende Alternative zu tierischen Produkten geschätzt, so Ute Esslinger, Marketingleiterin der Walter Rau Lebensmittelwerke. Seit Jahren sind die Mischfette mit zweistelligen Wachstumsraten die stärksten Treiber im Sortiment Nahrungsfette.

Das Angebot im Mopro-Regal wächst stetig, und der Trend zur veganen Ernährung bringt neue Produkte hervor, die beispielsweise als „Genuss aus der Tube“ eine rein pflanzliche, gemüse- und kräuterbasierte Alternative zur Kräuterbutter bieten. Oder – mit Rapsöl als Dreiviertelmargarine mit 60 Prozent Fett – sowohl als Brotaufstrich wie auch zum Kochen und Backen punkten. Gesalzen, mit Joghurt, Butter oder Buttermilch – Verbraucher haben die Auswahl zwischen unterschiedlichen Geschmacksrichtungen. Nicht zuletzt spielt auch der Convenience-Aspekt eine wichtige Rolle. Vielen Konsumenten ist eine gekühlte Butter zu hart. Moderne Mischstreichfette verbinden daher den Geschmack frischer Butter mit der Streichfähigkeit von Margarine – durch Zugabe von Rapsöl, und auch mit natürlichen geschmacksgebenden Zusätzen, wie z. B. Meersalzkristallen.

Allerdings, so unterstreicht Hersteller Ornua Deutschland, würden die Kategorien Butter/Mischfette und Margarine in ihrer Platzierung noch nicht den aktuellen Markt- beziehungsweise Umsatzanteilen entsprechen. Margarine werde als ungekühlt haltbares Produkt immer noch viel zu breit platziert; während wachstumsstarke Neuheiten im Regal bisher unterrepräsentiert seien. Jetzt ist der Handel am Zug, sein Sortiment entsprechend zu aktualisieren!