BioFach Bio-Vielfalt in Nürnberg

Volle Hallen und zufriedene Aussteller konnte die Weltleitmesse für Bio-Produkte in diesem Jahr verzeichnen. Omnipräsent war erneut der Trend zu veganen Produkten.

Freitag, 13. März 2015 - Sortimente
Bettina Röttig
Artikelbild Bio-Vielfalt in Nürnberg
Bildquelle: BioFach

Ein Zuwachs in allen Bereichen vermeldete die Nürnberg Messe für die BioFach 2015 in Verbindung mit der Naturkosmetikmesse Vivaness. Mehr Aussteller, mehr Fläche und mehr Besucher wurden im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet. Ein wichtiges Signal, haben der BioFach in den letzten Jahren die unter den deutschen Bio-Fachhändlern mittlerweile sehr beliebten Regionalmessen Bio-Nord und -Süd sowie die neuen Ableger -Ost und -West doch zu schaffen gemacht. Insbesondere der konventionelle Lebensmittelhandel war bereits während der ersten zwei Messetage sehr stark vertreten, bestätigten die Aussteller.

Nie gesehene Produktneuheiten gab es in Nürnberg wenige. Dem Müsli- und Porridge-Angebot fügte Bio-Pionier Davert Kreationen aus Couscous hinzu. Drei Varianten Frühstücks-Couscous in Portionsbeuteln entwickelte das Unternehmen mit Ayurveda-Koch Volker Mehl. Die süßen Porridge-Alternativen sind in 5 Minuten verzehrfertig. Auffällig darüber hinaus: Die Farbe Grün macht sich im Saftregal bis hin zum Speiseeis breit. Grünkohl und Spinat beispielsweise sind Basis für neue Saft- und Smoothie-Konzepte von Voelkel, während die junge Marke Das Eis ein neues grünes Smoothie Sorbet daraus kreierte.

Auch in diesem Jahr führte kein Weg am Thema vegane Ernährung vorbei. Zum zweiten Mal hatten die Messeveranstalter einen Fokus auf diesen Themenblock gelegt und ihm eine ganze „Erlebniswelt“ in Halle 6 geschaffen, in der sich einzelne Aussteller präsentierten, Kochshows und Informationsveranstaltungen stattfanden.

Auch in den übrigen Hallen galt es, eine Vielzahl an veganen Innovationen zu entdecken. Insgesamt hatten 726 Aussteller vegane Produkte im Angebot. Neben neuen Wurst- und Fleisch-Ersatzprodukten aus Tofu, Seitan und Co. waren es vor allem vegane Saucen und Mayonnaisen, Ei-Ersatz und Convenience-Produkte wie Suppen, Eintöpfe und Fertiggerichte (z.B. Roggenkamp Organics und Rose Biomanufaktur), die den Speiseplan von Vegetariern, Veganern und Flexitariern in Zukunft abwechslungsreicher und gesünder machen sollen. Bei Sojamilch und -joghurt kommen Hersteller wie Provamel dem Wunsch nach Produkten nach. Auch Safthersteller haben die Zielgruppe der Veganer stärker ins Auge gefasst. So stellte etwa Rabenhorst mit Vegan Extra einen Gesundheitssaft vor, Voelkel brachte gleich eine ganze Saft-Range mit Quinoa (Vegan to go) mit nach Nürnberg, deren sechs Varianten als pflanzliche Eiweißquelle und Zwischendurchmahlzeiten beworben werden.

Nicht bei jedem stößt der Hype um das vegane Sortiment auf Begeisterung. Es werde viel Lärm um eine kleine Zielgruppe gemacht, den Produkten mehr Bedeutung und Platz eingeräumt als dem Segment zustünde, heißt es bei den Molkereiunternehmen. Der Kampf um jeden Zentimeter in den Kühlregalen des Handels werde nun auf Kosten der Mopro-Sortimente mit Soja-Joghurt und Co. noch härter.

Das Bio-Vorzeigeland Dänemark forciert das Wachstum des heimischen Öko-Marktes.

Im Rahmen eines Bio-Aktionsplans hat sich die Regierung zu einer weitreichenden Unterstützung verpflichtet.

Gute 8 Prozent aller in Dänemark verkauften Lebensmittel sind heute Bio. Damit ist das Land Bio-Weltmeister in Bezug auf den Bio-Marktanteil. Mit gut 163 Euro im Jahr liegen die Pro-Kopf-Ausgaben mit Abstand über denen der Bundesbürger (2013: 93,3 Euro). Und die Tendenz ist seit Jahren steigend. Dennoch geht der Regierung des Königreiches die Entwicklung nicht schnell genug. Das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Fischerei hat vor wenigen Wochen einen Bio-Aktionsplan verabschiedet mit dem klaren Ziel, die Bio-Anbauflächen des Landes bis zum Jahr 2020 von 8 auf 15 Prozent zu verdoppeln und die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln im In- und Ausland anzufachen. 67 einzelne Maßnahmen wurden in dem Papier verankert, 400 Mio. DK (knapp 54 Mio. Euro) sollen in den kommenden Jahren investiert werden. Neben Aktionen zur Verkaufsförderung von Bio-Lebensmitteln im Handel unterstützt die Regierung vor allem öffentliche Küchen (Kantinen, Krankenhäuser und Ki ndertagesstätten) dabei, den Einsatz von Bio-Rohwaren zu erhöhen. Großes Potenzial erhofft sich Dan Jørgensen, Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Fischerei, auch vom Export dänischer Bio-Lebensmittel. 4,5 Mio. Euro fließen zwischen 2015 und 2018 in eine Reihe von Export-Aktivitäten. Zu diesem Zwecke reiste er auch persönlich zur BioFach nach Nürnberg, um die dänischen Aussteller vor Ort zu unterstützen und für Aufmerksamkeit für seinen Aktionsplan zu generieren. Deutschland ist mit einem Anteil von mehr als 50 Prozent der bedeutendste Export-Partner der Dänen. Künftig will Dänemark zudem enger mit China zusammenarbeiten. Zu Investitionen in das Bio-Segment hat sich auch Coop Denmark entschieden. Das Handelsunternehmen will seine Bio-Umsätze in Dänemark bis zum Jahr 2020 von aktuell 7 auf 15 Prozent verdoppeln. Um das ambitionierte Ziel zu erreichen, hat Coop u. a. Preissenkungen angekündigt, die vom Unternehmen jährlich mit ca. 200 Mio. DK (27 Mio. Euro) subventioniert werden so llen.

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