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Einkaufen mit W. Müller - Edeka Südwest Käse in Bedienung – ein Stück Lebensart! - Weitere Fragen an Wolfgang Müller

Heidrun Mittler | 18. Juni 2013

30 Jahre Käse-Star: So lange schon prämiert die Lebensmittel Praxis die besten Käse-Bedienungstheken in Deutschland. Warum diese Service-Abteilung unverzichtbar ist, erläutert Wolfgang Müller, langjähriges Jurymitglied und Warenbereichsleiter bei der Edeka Südwest.

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Kritiker sehen die Bedienungstheke in erster Linie unter dem Aspekt Personalkosten. Muss sich diese Abteilung finanziell selbst tragen?
Grundsätzlich ja, was im Einzelfall nicht ganz einfach ist. Wenn man allein unter Kostenaspekten urteilen würde, gäbe es im Handel wahrscheinlich auch nur noch wenige Fischtheken.

In manchen Theken liegen 400 bis 500 Käsesorten zum Kauf. Überfordert der Handel damit seine Mitarbeiter nicht?
So viele Sorten sind schon sportlich und eher auch der Ausnahmefall. Das Sortiment an Stammartikeln beträgt eher 200 bis 250 Produkte, hinzu kommt der saisonale Wechsel zwischen Sommer und Winter. Wir als Großhandel haben aber die Pflicht, unseren Kaufleuten und Märkten ein Sortiment mit mindestens 400 bis 500 Artikeln anzubieten, aus dem sich die Märkte dann bedienen können. Damit ist bei uns niemand überfordert, da wir durch unser sehr gutes Schulungssystem die Fachverkäufer und -verkäuferinnen so schulen, dass sie sich mit dieser Auswahl zurechtfinden.

Wie uniform muss eine Bedienungstheke sein, wie viele Freiheiten dürfen die Mitarbeiter Ihrer Ansicht nach haben?
Wir bieten unseren Kaufleuten und Regie-Märkten eine Konzeption in verschiedenen Größen an. Die Regie-Märkte setzen dieses Konzept um, für die selbstständigen Kaufleute ist es eine Hilfe und Empfehlung. In beiden Bereichen hat und muss das jeweilige Verkaufspersonal Freiheiten haben, um seiner Theke einen eigenen Charakter zu geben. Wir als Dienstleister helfen mit Konzept, Daten, Fakten und Zahlen.

Ist es sinnvoll, in einem Geschäft einen speziellen Käse in drei Formen parallel anzubieten: in der Theke, vom Hersteller geschnitten als Scheibenware im SB-Regal und als Prepack-Ware in der Cabrio-Theke?
Ja! Es gibt klassische Thekenkäufer und klassische SB-Käufer, daher die Theke und SB. Um den Kunden, der in Eile ist, aber nicht auf die Thekenware verzichten will, schnell zu bedienen, ist Prepack der Problemlöser, speziell für Schnelldreher wie populäre Schnittkäse.

Die Edeka Südwest betreibt in Völklingen einen eigenen Betrieb zum Abpacken und Kommissionieren von Käse. Wird Prepack künftig noch wichtiger werden?
Nein, im Gegenteil. Ich denke, die Theke wird sich wieder stärker behaupten. Prepack hat jetzt aber seinen Platz gefunden, und auch hier gilt es, die Sortimente entsprechend zu pflegen.

Prepack schadet der Bedienungstheke demnach nicht?
Prepack dient eher als Problemlöser. Wenn man die Absatzrenner vorgeschnitten und -verpackt verkauft, hat man an der Bedienungstheke mehr Zeit für Beratungsgespräche. Dann verkaufen die Mitarbeiter mehr Spezialitäten, bei denen die Wertschöpfung in der Regel höher ist als beim Standardprodukt.

Fakten zur Edeka Südwest
Rund 1.000 selbstständige Händler arbeiten unter der Flagge der Edeka Südwest, hinzu kommen 400 Regiebetriebe (160 Vollsortimenter). Darunter sind sowohl Nachbarschaftsmärkte als auch große SB-Warenhäusern mit einer Verkaufsfläche von mehr als 6.000 qm und einem Angebot von bis zu 50.000 Artikeln. Das Absatzgebiet umfasst Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, das Saarland sowie Teile Hessens und Bayerns. 2012 betrug der Konzern-Außenumsatz 7,4 Mrd. Euro. Mit mehr als 43.500 Mitarbeitern sowie 2.800 Auszubildenden in 25 Ausbildungsberufen ist die Edeka Südwest einer der größten Arbeitgeber und Ausbilder in der Region. Zum Unternehmen gehören eigene Produktionsbetriebe: mehrere Fleisch- und Backbetriebe sowie ein Weinkeller und ein Mineralbrunnen.