Mopro Blick hinter die Kulissen

Die InterMopro zeigte: Es wird kritischer hinterfragt, wer es bei Bio, Regionalität und Gentechnik-Freiheit ernst meint und wer nur vom Trend profitieren will.

Montag, 27. September 2010 - Molkereiprodukte
Tobias Dünnebacke
Artikelbild Blick hinter die Kulissen
Bildquelle: Messe Du00fcsseldorf

Trendthema Nachhaltigkeit und kein Ende – auch bei der jüngsten InterMopro in Düsseldorf drehte sich alles um die gestiegenen Anforderungen der Verbraucher an die Produkte, die sie konsumieren. Bio, Clean Labeling, und Regionalität bleiben Attribute, mit denen die Industrie um die Gunst von Handel und Verbrauchern buhlt. Aber: „Es reicht nicht, nur über Nachhaltigkeit zu reden, sonst besteht die Gefahr, dass das Thema zu einem Modebegriff mit oberflächlichem Floskeln verkommt“, sagt Winfried Meier, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing der Milch-Union Hocheifel eG. Mit der Einführung des „EcoPlusPacks“ will die Molkerei ein Zeichen setzen für geringeren CO2-Ausstoß.

Berchtesgadener Land nutzte die vier Tage in Düsseldorf, um die Messebesucher über die unzähligen Zertifizierungen aufzuklären. Herkunftsgarantie, „Echt. Fair“-Siegel, „Ohne Gentechnik“-Siegel sowie Naturland- und Demeter-Label: Da kann man ohne Hilfestellung schon mal den Überblick verlieren. Marketingleiterin Barbara Steiner mahnt zum kritischen Hinterfragen des Nachhaltigkeits-Trends, mit dem sich viele Lebensmittel-Produzenten schmücken wollen: „Viele Produzenten werben mit 'Regionalität', obwohl sie die Milch quer durch die Republik fahren und von Lohnbetrieben abfüllen lassen. Da kann man nicht mit Regionalität werben.“ Ein Blick hinter die Kulissen sei erforderlich. Um die Echtheit der gemachten Versprechen zu unterstreichen, lässt Berchtesgadener Land die Produkte von externen Stellen zertifizieren. So zum Beispiel beim Siegel zur Gentechnik-Freiheit durch die Firma Intertek. Seit Anfang des Jahres gehen alle 1.850 Mitgliedsbetriebe diesen Weg. Damit reagiert die Genossenschaft auf die Konkurrenz-Marke Landliebe von FrieslandCampina, die mit ihrer gentechnikfreien Milch bereits seit zwei Jahren erfolgreich am Markt ist.

Die Allgäuland-Käsereien GmbH stellte das Sortiment Allgäuland-Bergbauern vor, insgesamt 18, natürlich gentechnikfreie Heumilchprodukte. Auch die Schwarzwälder wollen den Trend nicht verpassen. Breisgau-Milch platziert ab Oktober eine laktose- und gentechnikfreie Milch im Kühlregal. Bei den neuen Fruchtjoghurts setzt man auf das noch recht exklusive Thema Fruchtzuckerunverträglichkeit.


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