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Milcherzeuger Rivalität

LEBENSMITTEL PRAXIS | 07. September 2010

Die Freiburger Molkerei Breisgaumilch sieht „Die faire Milch“ als Konkurrenz zu eigenen Marken.

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Die Milchvermarktung Süddeutschland (MVS) muss einen Rückschlag verkraften. Die dem Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) nahe stehende Gesellschaft hatte gehofft, die Freiburger Molkerei Breisgaumilch als Abfüller für die neue Marke „Die faire Milch“ gewinnen zu können. Der Aufsichtsrat der Breisgaumilch hat diesen Antrag nun abgelehnt.

Die „faire Milch“ sei Konkurrenz zu eigenen regionalen Marken wie Schwarzwälder Weidemilch und Schwarzwälder Biomilch. „Jedes neu hinzukommende Produkt im gehobenen Preissegment führt zu einer Verkaufsverlagerung, umso mehr, wenn der Abfüller identisch ist“, erläutert Karl Laible, Geschäftsführer von Breisgaumilch, die Entscheidung. Die eigenen regionalen Marken würden die Milcherzeuger bereits bestmöglich unterstützen.

Darüber hinaus kritisieren die Freiburger die Vermarktung der BDM-Milch. So sei die Angabe auf den Verpackungen „der Erzeuger erhält 40 Cent“ irreführend, da dies nur für den Anteil der verkauften Milch gelte. „Ohne Erklärung bleibt, wie die Restmilch vermarktet wird und welcher Preis für diese erzielt wird“, sagt Laible. Die Breisgaumilch hat den Erzeugern im Dezember 2009 rund 29 Cent pro gelieferten Liter Milch ausgezahlt und liegt damit über dem Bundesdurchschnitt von rund 24 Cent.

MVS-Geschäftsführer Jakob Niedermaier ist enttäuscht über die Blockadehaltung: „Die Molkereien haben die win-win-Situation nicht erkannt. Dadurch müssen wir vorerst längere Transportwege in Kauf nehmen. Das widerspricht eigentlich unserem Produkt-Konzept.“ Auch mit anderen Molkereien verlaufen die Verhandlungen schwierig. „Die Molkereien haben noch nicht erkannt, dass wir mit ihnen und den Landwirten in einem Boot sitzen und sie dementsprechend handeln sollten“, sagt Niedermaier.

„Die faire Milch“ wird von rund 120 Milchbauern im Allgäu erzeugt und in einer Molkerei in Hessen produziert. Ein Liter Vollmilch kostet in Rewe-Filialen und Edeka-Märkten 99 Cent. „Die ‚faire Milch’ ist gut angelaufen und wird vom Verbraucher absolut angenommen. Aus diesem Grund wäre es umso wichtiger, zusätzliche Produktionskapazitäten zu bekommen“, erklärt Niedermaier.



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„Die Faire Milch“: Molkereien sehen die Marke als Konkurrenz und wollen sie nicht abfüllen.