Verpackungsindustrie Absatz von Behälterglas sinkt in Deutschland deutlich

Der Absatz von Behälterglas ist in Deutschland im ersten Halbjahr 2026 um 7,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf rund 1,82 Millionen Tonnen gesunken. Besonders stark traf es Wein und Schaumwein mit einem Minus von 11,4 Prozent. Die Glasindustrie fordert verlässliche Rahmenbedingungen und warnt vor zusätzlichen Belastungen.

Dienstag, 13. Oktober 2026, 12:10 Uhr
Manuel Glasfort
Glasflaschen für Getränke und Glasbehälter für andere Lebensmittel hat die Industrie zuletzt weniger nachgefragt. Bildquelle: Getty Images

Der Absatz von Behälterglas ist in Deutschland im ersten Halbjahr 2026 um 7,8 Prozent auf rund 1,82 Millionen Tonnen gesunken. Dies teilte das Aktionsforum Glasverpackung mit. Sowohl im Inland als auch im Ausland entwickelte sich der Absatz rückläufig.

Im Segment Getränkeflaschen sank der Absatz den Angaben zufolge um 8,7 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025. Alle Teilsegmente verzeichneten Rückgänge: Bei Bier und Spirituosen ging der Absatz um 6,4 Prozent zurück, bei Wein und Schaumwein um 11,4 Prozent. Der Rückgang kommt wenig überraschend, da der Konsum von Bier und anderen alkoholischen Getränken zuletzt deutlich rückläufig war. Nichtalkoholische Getränke wie Wasser, Milch und Saft verzeichneten ein Minus von 8,2 Prozent. Der negative Trend aus dem ersten Halbjahr 2025 setzt sich damit fort.

Beim Segment Verpackungsglas für Lebensmittel sowie für Pharma und Kosmetik kam es zu einem Absatzminus von 5,9 Prozent. Bei Verpackungsglas für Lebensmittel ohne Obst, Gemüse und Sauerkonserven sank der Absatz um 3,7 Prozent. Das Teilsegment mit Obst, Gemüse und Sauerkonserven musste einen Rückgang von 8,9 Prozent hinnehmen.

„Die Zahlen des ersten Halbjahres zeigen, dass die erhoffte Erholung des Behälterglasmarktes bislang ausgeblieben ist“, zitierte das Aktionsforum Glasverpackung Dorothée Richardt, Geschäftsführerin Behälterglas des Bundesverbands Glasindustrie, in der Mitteilung. Viele Verbraucher achteten angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheit und des hohen Preisniveaus genau auf ihre Ausgaben. „Die Behälterglasindustrie braucht zudem verlässliche Rahmenbedingungen am Standort Deutschland und eine sichere, bezahlbare Energieversorgung“, heißt es in der Mitteilung weiter. Weitere Belastungen wie die geplante Erhöhung der Steuern auf Schaumwein und Spirituosen seien zu vermeiden.

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