Weinbau Deutsche Winzer erwarten Weinernte unter dem Durchschnitt der Vorjahre

Die deutschen Weinbaubetriebe rechnen für 2026 mit einer Ernte von rund 8 Millionen Hektolitern Weinmost – 5 Prozent mehr als im Vorjahr, aber unter dem Sechsjahresdurchschnitt. Hitze und Trockenheit drücken zwar die Menge, könnten aber einen qualitativ guten Jahrgang bringen. Regional zeigen sich große Unterschiede: Während Rheinhessen und die Pfalz zulegen, bricht die Ernte an der Ahr um die Hälfte ein.

Dienstag, 13. Oktober 2026, 09:38 Uhr
Theresa Kalmer
Die deutschen Weinbaubetriebe rechnen 2026 mit einer Ernte von rund 8,0 Millionen Hektolitern Weinmost. Bildquelle: Moritz Knoringer on unsplash

Die deutschen Weinbaubetriebe rechnen für das Jahr 2026 mit einer Ernte von rund 8,0 Millionen Hektolitern Weinmost. Damit liegt die erwartete Menge etwa 4 Prozent unter dem Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025, wie das Statistische Bundesamt auf Basis der zweiten Ernteschätzung zum Stichtag 20. September 2026 mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahr, als die Betriebe 7,7 Millionen Hektoliter ernteten, bedeutet die Prognose allerdings eine Zunahme um 5 Prozent.

Trockenheit und Hitze prägen laut dem Statistischen Bundesamt das bisherige Weinjahr 2026. Der Wassermangel lasse die Traubenbeeren kleiner bleiben, was die Erntemenge drücke. Gleichzeitig führe die stärkere Konzentration der Inhaltsstoffe voraussichtlich zu einem qualitativ guten Jahrgang. Großflächige Schäden seien – abgesehen von lokal begrenzten Hagelereignissen – bisher ausgeblieben.

Regional entwickeln sich die Erntemengen den Angaben zufolge unterschiedlich. Mehr als die Hälfte der gesamten deutschen Weinernte entfällt wie in den Vorjahren auf die beiden größten Anbaugebiete Rheinhessen (2,4 Millionen Hektoliter) und Pfalz (2,1 Millionen Hektoliter). Beide Gebiete verzeichnen gegenüber 2025 deutliche Zuwächse, nachdem dort die Erntemengen im Vorjahr stark zurückgegangen waren. Auch Baden legt mit einem Plus von 17 Prozent auf 1,2 Millionen Hektoliter kräftig zu. Dagegen schrumpft die erwartete Ernte an der Mosel um 16 Prozent, in Franken um 19 Prozent und an der Ahr sogar um die Hälfte.

Riesling legt um 8 Prozent zu

Beim Verhältnis von Weiß- und Rotmost dominiert der Weißmost mit einem Anteil von 70 Prozent an der Gesamtmenge. Die Erntemenge der wichtigsten deutschen Rebsorte Riesling steigt laut der Schätzung gegenüber dem Vorjahr um 8 Prozent auf 1,8 Millionen Hektoliter. Auch die rote Rebsorte Dornfelder legt um 9 Prozent auf 601.000 Hektoliter zu. Rückgänge verzeichnen hingegen der Grüne Silvaner (minus 5 Prozent auf 304.000 Hektoliter) und der Blaue Portugieser (minus 3 Prozent auf 173.000 Hektoliter).

Das Statistische Bundesamt wies darauf hin, dass die Schätzungen auf Angaben von rund 400 freiwilligen Berichterstattern beruhen und mit Unsicherheiten behaftet seien. Im weiteren Vegetationsverlauf könnten sich die erwarteten Erträge je nach Witterung, Pflanzenkrankheiten und Schädlingsbefall noch verändern. „Dabei spielt auch eine Rolle, dass der Klimawandel die Häufigkeit und Dauer von Extremwetterereignissen erhöht“, hieß es in der Mitteilung.

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