Südzucker hat im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2026/27 ein deutlich verbessertes Ergebnis erzielt. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (operatives EBITDA) stieg von März bis August 2026 auf 303 Millionen Euro, nach 189 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen mitteilte. Der Konzernumsatz blieb mit 4,188 Milliarden Euro nahezu stabil.
Die Ergebnisverbesserung geht auf deutliche Zuwächse in den Segmenten Spezialitäten, Stärke und Crop Energies zurück. Im Segment Zucker konnte Südzucker das negative operative EBITDA von minus 46 Millionen Euro auf minus 24 Millionen Euro reduzieren. „Wir arbeiten in der gesamten Gruppe intensiv daran, unsere Effizienz zu steigern und Kosten entlang der gesamten Wertschöpfungskette weiter zu senken“, zitierte das Unternehmen Vorstandschef Niels Pörksen in der Mitteilung. „Dabei sind wir auf einem guten Weg und sehen erste Erfolge.“
Im Segment Zucker sank der Umsatz auf 1,269 Milliarden Euro, nach 1,389 Milliarden Euro im Vorjahr. Ursache waren niedrigere Zuckerpreise und eine geringere Absatzmenge. Die Ergebnisverbesserung erreichte Südzucker trotz des Umsatzrückgangs durch reduzierte Herstellkosten in der Kampagne 2025. Allerdings nahmen im zweiten Quartal die Belastungen durch die erwartete Unterauslastung der Verarbeitungskapazitäten in der Kampagne 2026 zu.
Südzucker rechnet mit deutlich geringerer Zuckerproduktion
Für die laufende Kampagne erwartet Südzucker eine deutlich geringere Zuckerproduktion als im Vorjahr. Anhaltende Hitze, außergewöhnlich geringe Niederschläge und eine ausgeprägte Dürre seit Juni führten zu einem deutlichen Rückgang der erwarteten Rübenerträge. Besonders in Süddeutschland und Frankreich herrschten extreme Witterungsbedingungen. Zusätzlich belasten Pflanzenkrankheiten die Ertragsaussichten. Die regionalen Niederschläge im August konnten die Folgen der Dürre nur teilweise abmildern.
Das Segment Spezialitäten steigerte den Umsatz auf 1,131 Milliarden Euro, nach 1,076 Milliarden Euro im Vorjahr. Das operative EBITDA kletterte von 115 Millionen Euro auf 140 Millionen Euro. Höhere Absatzmengen und teilweise niedrigere Kosten kompensierten die teilweise rückläufigen Preise. Im Segment CropEnergies erhöhte sich der Umsatz trotz leicht rückläufiger Absatzvolumina auf 438 Millionen Euro, nach 402 Millionen Euro im Vorjahr. Das operative EBITDA verbesserte sich deutlich von 4 Millionen Euro auf 68 Millionen Euro. Deutlich höhere Preise für erneuerbares Ethanol und deutlich niedrigere Nettorohstoffkosten wirkten sich positiv aus.
Im Segment Stärke ging der Umsatz leicht auf 456 Millionen Euro zurück, nach 474 Millionen Euro im Vorjahr. Das operative EBITDA stieg von 29 Millionen Euro auf 36 Millionen Euro. Wesentliche Ursache war der Anstieg der Margen im Bereich Ethanol. Im Segment Frucht erhöhte sich der Umsatz auf 894 Millionen Euro, nach 858 Millionen Euro im Vorjahr. Das operative EBITDA entwickelte sich leicht rückläufig auf 83 Millionen Euro, nach 87 Millionen Euro im Vorjahr.
Unternehmen hebt Jahresprognose an
Südzucker passte die Prognose für das Geschäftsjahr 2026/27 an. Das Unternehmen erwartet nun einen Konzernumsatz zwischen 8,3 und 8,7 Milliarden Euro, nach einer bisherigen Prognose von 8,1 bis 8,5 Milliarden Euro. Das operative Konzern-EBITDA sieht Südzucker in einer Bandbreite zwischen 540 und 680 Millionen Euro, nach einer bisherigen Prognose von 480 bis 680 Millionen Euro. Im Geschäftsjahr 2025/26 hatte das Unternehmen einen Umsatz von 8,4 Milliarden Euro und ein operatives EBITDA von 535 Millionen Euro erzielt. „In der konkretisierten Prognose spiegeln sich auch die ersten Erfolge der in den letzten 12 Monaten eingeleiteten Maßnahmen in den operativen Zahlen wider“, zitierte das Unternehmen Pörksen in der Mitteilung.