Die hohen Treibstoffpreise setzen die deutsche Fischerei unter Druck. Kutter blieben derzeit in den Häfen, weil sich Fangfahrten nicht mehr rechneten, teilte der Deutsche Fischerei-Verband mit. Die Betriebe müssten vor jeder Fahrt kalkulieren, ob die Kosten die möglichen Erlöse übersteigen – und entschieden dann häufig, gar nicht erst auszulaufen. Das wirke sich bereits auf das Angebot aus.
Fischer können bis zu 50.000 Euro bekommen
Hauptgrund sind laut dem Verband die Preise für Marinegasöl, den wichtigsten Treibstoff der Fischereiflotte. Diese hätten sich seit Jahresbeginn verdoppelt. Die Preise von Erdöl, Erdölprodukten und Erdgas sind nach Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar gestiegen. Produktionsstätten wurden während des Kriegs beschädigt, Lieferketten über See und Land sind gestört.
Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat Beihilfen angekündigt, um die Betriebe zu entlasten. Fischer an Nord- und Ostsee können den Angaben zufolge rückwirkend bis zu 50.000 Euro beantragen. Insgesamt stehen 4,5 Millionen Euro bereit. Die Europäische Union hat die Hilfen gebilligt.
Der Branchenverband hält die Unterstützung jedoch für unzureichend. „Die Hilfen sind ein Tropfen auf den heißen Stein“, erklärte ein Sprecher des Verbands. Die Beihilfen müssten nachgebessert werden, Krabbenfischer brauchten die Summe in wenigen Wochen auf. Zudem könnten die Fischer die gestiegenen Kosten nicht eins zu eins an die Verbraucher weitergeben.