Die deutschen Obstbaubetriebe rechnen in diesem Jahr mit einer unterdurchschnittlichen Apfelernte. Nach einer vorläufigen Schätzung vom Juli 2026 erwarten sie eine Erntemenge von rund 934.000 Tonnen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das wären 5,4 Prozent weniger als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre und knapp 18 Prozent weniger als im besonders ertragreichen Vorjahr.
Als Grund für die schwache Prognose nannte das Statistische Bundesamt wiederkehrende Hitzeperioden und anhaltende Trockenheit im Frühjahr und Sommer 2026. Viele Äpfel fielen demnach vorzeitig vom Baum, blieben klein oder wiesen Schäden durch Sonnenbrand auf. Einzelne Betriebe meldeten zudem Hagelschäden mit punktuell fast vollständigen Ernteausfällen. Trotz der schwachen Erwartungen bleiben Äpfel den Angaben zufolge das mit Abstand am meisten geerntete Baumobst in Deutschland. Die Anbaufläche umfasst bundesweit 32.700 Hektar.
Besonders stark fällt der erwartete Rückgang in einigen Bundesländern aus. In Thüringen liegt die Prognose 45,1 Prozent unter dem Zehnjahresdurchschnitt, in Mecklenburg-Vorpommern 18,4 Prozent und in Bayern 16,4 Prozent. Die beiden wichtigsten Anbauländer, Baden-Württemberg und Niedersachsen, erzeugen zusammen rund zwei Drittel der heimischen Äpfel. Während Baden-Württemberg mit einer erwarteten Erntemenge von 350.000 Tonnen annähernd im Durchschnitt liegt, rechnet Niedersachsen mit 272.000 Tonnen – ein Minus von 5,9 Prozent gegenüber dem Zehnjahresmittel.
Statistisches Bundesamt erwartet überdurchschnittliche Pflaumen- und Zwetschgenernte
Ein anderes Bild zeigt sich bei Pflaumen und Zwetschgen. Hier erwartet das Statistische Bundesamt eine Erntemenge von gut 49.300 Tonnen, was 11,5 Prozent über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre läge. Gegenüber dem besonders ertragreichen Vorjahr entspräche dies allerdings einem leichten Rückgang von 3,9 Prozent. Vor allem Baden-Württemberg als wichtigstes Anbauland für Pflaumen und Zwetschgen sticht hervor: Dort wird mit rund 24.100 Tonnen eine Ernte erwartet, die 37,8 Prozent über dem Zehnjahresdurchschnitt liegt. In Rheinland-Pfalz, dem zweitgrößten Anbauland, fällt die Prognose mit 9.900 Tonnen hingegen unterdurchschnittlich aus.
Das Statistische Bundesamt wies darauf hin, dass es sich um vorläufige Schätzungen handelt. Zwischen den Erhebungen in den Monaten Juni, Juli, August und November könne es etwa aufgrund von Witterungsbedingungen, Krankheiten oder Schädlingsbefall noch zu erheblichen Änderungen kommen.