Nachhaltigkeit Metro testet Insektenlarven zur Verwertung von Lebensmittelabfällen

Metro Deutschland setzt in einem Pilotprojekt Larven der Schwarzen Soldatenfliege ein, um organische Reste aus Großmärkten in Futtermittel und Dünger umzuwandeln. Partner ist das Aachener Unternehmen Omnivore Recycling. Der Großhändler sieht in dem Verfahren einen Vorteil gegenüber herkömmlichen Biogasanlagen.

Montag, 12. Oktober 2026, 11:55 Uhr
Theresa Kalmer
Metro Deutschland betreibt bundesweit 102 Großmärkte und zwölf Belieferungsdepots. Bildquelle: Getty Images

Metro Deutschland erprobt ein neues Verfahren zur Verwertung von Lebensmittelabfällen. In einem mehrmonatigen Pilotprojekt setzt der Großhändler gemeinsam mit dem Aachener Unternehmen Omnivore Recycling Larven der Schwarzen Soldatenfliege ein, um organische Reste aus den Großmärkten in Futtermittel und Dünger umzuwandeln. Das teilte Metro Deutschland mit.

Konkret holt Omnivore Recycling die organischen Abfälle direkt an einem Metro-Großmarkt ab. Dort fallen nach Unternehmensangaben unter anderem Reste von Obst, Gemüse, Joghurt und Teigwaren an. Fisch- und Fleischabfälle schließt das Verfahren aus. Die gesammelten Reste sortieren und verarbeiten die Mitarbeiter zu einem Futtersubstrat, das den Insektenlarven als Nahrung dient. Die Larven wachsen in speziellen Containern heran und wandeln die Nährstoffe in Biomasse um. Diese Biomasse lässt sich den Angaben zufolge als Futtermittelrohstoff in der Geflügel-, Schweine- oder Fischzucht einsetzen. Aus den Ausscheidungen der Larven entsteht zudem organischer Dünger für die Landwirtschaft.

Metro Deutschland sieht in dem Verfahren einen Vorteil gegenüber der bisher üblichen energetischen Verwertung, bei der Lebensmittelabfälle etwa in Biogasanlagen zur Energiegewinnung genutzt werden. Beim Einsatz der Insektenlarven blieben die Nährstoffe im Lebensmittel- und Agrarkreislauf erhalten, statt lediglich in Energie umgewandelt zu werden, heißt es in der Mitteilung. „Statt Lebensmittelabfälle beispielsweise in Biogasanlagen zur Energiegewinnung zu nutzen, werden ihre enthaltenen Nährstoffe beim Verfahren von Omnivore Recycling in alternativen Futtermittelrohstoff und organischen Dünger umgewandelt“, erklärte das Unternehmen.

Metro ergänzt bestehende Maßnahmen gegen Lebensmittelverluste

Das Pilotprojekt ergänzt nach eigenen Angaben die bestehenden Maßnahmen von Metro Deutschland zur Reduzierung von Lebensmittelverlusten. Dazu zählen etwa eine bedarfsgerechte Warensteuerung und optimierte Prozesse. Lebensmittel, die noch für den Verzehr geeignet sind, gibt das Unternehmen nach eigener Darstellung über die Tafeln oder andere Spendenwege weiter. Das neue Verfahren richtet sich ausschließlich an Reste, die dafür nicht mehr infrage kommen.

Metro Deutschland betreibt nach eigenen Angaben 102 Großmärkte und zwölf Belieferungsdepots in Deutschland mit rund 13.000 Beschäftigten. Der Mutterkonzern Metro erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2024/25 laut der Mitteilung einen Umsatz von 32,4 Milliarden Euro.

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