Saisongeschäft Weihnachtsbäume kosten in diesem Jahr bis zu fünf Euro mehr pro Meter

Höhere Löhne, teurerer Sprit, steigender Aufwand für Pflanzenschutz: Weihnachtsbäume werden in diesem Jahr vielerorts teurer. Bei der beliebten Nordmanntanne rechnet die Branche mit Preisen zwischen 25 und 33 Euro pro Meter. Der heiße Sommer könnte das Angebot in den kommenden Jahren zusätzlich verknappen.

Montag, 12. Oktober 2026, 09:43 Uhr
Theresa Kalmer (mit dpa)
Bis ein Nadelbaum als Weihnachtsbaum im Wohnzimmer steht, vergehen von der Pflanzung in der Regel mindestens acht Jahre. Bildquelle: VNBW/Bücker

Weihnachtsbäume werden in diesem Jahr vielerorts teurer. Die Verbraucherpreise dürften je nach Anbieter, Qualität und Region um drei bis fünf Euro pro Meter steigen, teilte der Verband natürlicher Weihnachtsbaum mit. Als Gründe nannte der Verband gestiegene Kosten für Logistik, Löhne, Pflanzenschutz und Verpackung. Zudem verringerten Betriebe ihre Produktionsflächen, wodurch die verfügbaren Mengen zurückgingen.

Bei der Nordmanntanne, der beliebtesten Baumart, rechnet der Verband mit Preisspannen zwischen 25 und 33 Euro pro Meter. Der Werderaner Tannenhof etwa verlangt laut eigenen Angaben für eine 1,75 Meter große Nordmanntanne in Premiumqualität in diesem Jahr 49,90 Euro – im Vorjahr waren es noch 46 Euro. Geschäftsführer Christian Mai begründete den Anstieg an den Verkaufsständen unter anderem mit höheren Spritkosten. Wer selbst zur Säge greife, zahle hingegen weniger: Ein vergleichbarer Baum zum Selberschlagen koste 45,50 Euro, so Mai.

Die Gärtnerei Schubert im brandenburgischen Grüntal will dagegen nicht an den Preisen drehen, wie Mitinhaber Matthäus Schubert erklärte. Da die Bäume vor Ort verkauft würden, fielen keine Anfahrtswege zu entfernteren Ständen an. Eine selbst geschnittene Nordmanntanne mit einer Höhe von 1,75 Metern kostet dort den Angaben zufolge 35 Euro. „Wir erwarten eine gute Saison“, sagte Schubert laut der Mitteilung.

Späth'sche Baumschulen warnen vor Folgen der Sommerhitze

Der trockene und heiße Sommer könnte sich in den kommenden Jahren auf das Angebot auswirken. „Gerade frisch gepflanzte Nordmanntannen haben in einigen Regionen deutlich unter der Trockenheit gelitten, teilweise gab es auch Ausfälle“, sagte Karoline Leu, Geschäftsführerin der Späth’schen Baumschulen in Berlin. Für das diesjährige Weihnachtsfest rechnet sie allerdings nicht mit größeren Folgen, da ältere und bereits erntereife Bäume die Hitze meist besser verkrafteten. Ein Weihnachtsbaum braucht in der Regel acht Jahre oder länger, bis er verkaufsreif ist.

Der Verband natürlicher Weihnachtsbaum beobachtet zudem einen Trend zu kleineren Bäumen, die einfacher zu handhaben seien. Wer sparen wolle, könne auch Bäume mit kleinen Makeln wählen, die teils günstiger angeboten würden. Gärtnermeister Schubert empfiehlt als Alternative zur Nordmanntanne die Blaufichte: Sie sei fast genauso lange haltbar, rieche intensiver und koste deutlich weniger.

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