Trotz wachsender Online-Angebote ist die Zurückhaltung beim Kauf von Lebensmitteln im Internet weiterhin groß. Das zeigt der aktuelle „Trend Check Handel Vol. 17“ des ECC Köln, für den im Juli 2026 insgesamt 500 Konsumenten befragt wurden. Das ECC Köln ist eine Tochtermarke des Instituts für Handelsforschung (IFH Köln).
Lebensmittel sehen, anfassen und riechen
71 Prozent haben in den vergangenen sechs Monaten keinen Online-Lebensmitteldienst genutzt. Ausschlaggebend sind vor allem der Wunsch, frische Produkte selbst auszuwählen**,** sowie zusätzliche Kosten. 54 Prozent der Nichtnutzer bestellen nicht online, weil sie frische Waren vor dem Kauf sehen, anfassen und riechen möchten. Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es nur 39 Prozent. 67 Prozent empfinden Liefergebühren und Mindestbestellwerte als unnötige Zusatzkosten**; bei den 18- bis 29-Jährigen sind es 52 Prozent**.
Entsprechend gering ist die künftige Nutzungsbereitschaft: Lediglich 17 Prozent der Nichtnutzer können sich vorstellen, Lebensmittel online zu bestellen. Die Jüngeren sind mit 29 Prozent aufgeschlossener.
Gezielte Online-Nutzung bei Vorratseinkäufen
Der Online**-Kanal** dient meist als Ergänzung zum stationären Einkauf und ersetzt diesen nur selten**.** Die Mehrheit der Nutzer bestellt etwa einmal im Monat Lebensmittel online. Ausschlaggebend sind vor allem praktische Vorteile wie die Zeitersparnis im Alltag (55 Prozent), der Wegfall schwerer Einkaufstüten oder Getränkekisten (53 Prozent) sowie die Unabhängigkeit von Öffnungszeiten (43 Prozent).
Entsprechend landen vor allem haltbare Lebensmittel (69 Prozent), Drogerie- und Kosmetikartikel (66 Prozent) sowie schwere oder sperrige Produkte wie Getränkekisten oder Katzenstreu (58 Prozent) im digitalen Warenkorb. Mehr als ein Drittel (36 Prozent) nutzt den Online-Kanal gezielt für Vorratseinkäufe.
Kostenlose Lieferung ohne Mindestbestellwert reizvoll
Gefragt nach Faktoren, die bisherige Nichtnutzer zu einer Onlinebestellung von Lebensmitteln bewegen könnten, nennen sie am häufigsten eine kostenlose Lieferung ohne Mindestbestellwert (47 Prozent). In der jüngeren Zielgruppe liegt dieser Wert sogar bei 54 Prozent. Die Garantie, online günstiger als im stationären Geschäft einzukaufen, wäre für 40 Prozent attraktiv.
Digitale Services rund um Preisvorteile, Einkaufsplanung und personalisierte Angebote werden vor allem dann geschätzt, wenn sie beim Sparen und Planen unterstützen. Das entspricht dem aktuellen Einkaufsverhalten: 75 Prozent der Konsumenten vergleichen beim Lebensmittelkauf stärker die Preise, 56 Prozent verzichten gezielt auf teure Marken und 54 Prozent auf spontane Lebensmittelkäufe.
Zurückhaltung gegenüber vollständig automatisierter Einkaufswelt
Auch digitale Angebote der Händler stoßen auf Interesse: 70 Prozent wünschen sich eine händlereigene App mit exklusiven Rabatten**.** Personalisierte Coupons (65 Prozent) und kostenloses Kunden-WLAN (66 Prozent) werden ebenfalls als relevant bewertet. Bei der Einkaufsplanung gewinnen digitale Angebote an Bedeutung: 42 Prozent der Online-Käufer von Lebensmitteln füllen ihren Warenkorb bereits im Laufe der Woche schrittweise.
Künstliche Intelligenz stößt ebenfalls auf Interesse, wenn ihr Nutzen konkret ist: 43 Prozent können sich Vorschläge für gesündere Produktalternativen vorstellen. Einer vollständig automatisierten Einkaufswelt begegnen viele hingegen zurückhaltend.
