Aldi Nord und Aldi Süd haben angekündigt, bewusst auf Rabatt-Apps und Treueprogramme zu verzichten. Die beiden Discounter positionieren sich damit gegen einen Trend im Lebensmitteleinzelhandel, wo immer mehr Händler auf digitale Kundenbindungsprogramme mit exklusiven Preisnachlässen setzen.
„In einer Zeit, in der alles komplexer wird, ist Einfachheit wichtiger denn je. Und genau das ist unser Geschäftsmodell“, erklärten die beiden Unternehmen in einer gemeinsamen Mitteilung. Den Aldi-Preis müsse man „nicht aktivieren, suchen oder freischalten“, er gelte für alle Kunden gleichermaßen.
Aldi kritisiert damit indirekt die Praxis anderer Lebensmittelhändler, bestimmte Preise nur über Apps oder Coupons zugänglich zu machen. Wer kein Smartphone besitze oder keine App nutzen wolle, zahle vielerorts mehr für dasselbe Produkt, argumentieren die Discounter. Zudem verleiteten Kundenbindungs-Apps und Couponpreise Verbraucher oft zu Mehrausgaben von bis zu 30 Prozent, heißt es in der Mitteilung unter Berufung auf einen Loyalty Report zum Kaufverhalten in Deutschland.
Aldi setzt auf Eigenmarken und niedrige Grundpreise
Aldi verweist zur Untermauerung seiner Preisstrategie auf unabhängige Auszeichnungen: Zum 16. Mal in Folge sei der Discounter als Preissieger im Kundenmonitor und zum sechsten Mal Sieger im „Handelsblatt“-Ranking ausgezeichnet worden. Rund 90 Prozent des Sortiments bestehen den Angaben zufolge aus Eigenmarken, die im Schnitt 50 Prozent günstiger seien als vergleichbare Markenprodukte.
Seit dem 20. Juli begleiten Aldi Nord und Aldi Süd ihre Positionierung nach eigenen Angaben mit Werbekampagnen. Die Discounter setzen auf ein Sortiment von rund 2.000 Artikeln auf etwa 1.000 Quadratmetern Verkaufsfläche – im Vergleich zu klassischen Supermärkten, die laut Aldi im Schnitt 12.000 Artikel führen und mindestens doppelt so groß sind.
