Anzeige

Wein / Sekt / Spirituosen Himmlisches Saisongeschäft - Seite 2

Tobias Dünnebacke | 25. Oktober 2013

Handel und Industrie, allen voran die Spirituosenhersteller, sind schon auf das Weihnachtsgeschäft gepolt. Ist es dafür nicht zu früh?

Anzeige

Jan Rock, Sprecher der Henkell und Co. Sektkellerei, unterstreicht ebenfalls die Bedeutung des Preises und der Qualität der Produkte. „Der Anteil des Weihnachtsgeschäfts variiert nach Wertigkeit der Spirituose. Prinzipiell gilt, je wertiger die Spirituose ist, desto höher ist der Saison-Peak zu Weihnachten. Dies liegt bei besonders hochwertigen Spirituosen an den aus diesem Anlass signifikant gestiegenen Verschenk-Anteil“, so Rock.

„Genuss spielt eine große Rolle und so erfreut sich unser Premiumportfolio zum Jahresende besonders großer Beliebtheit“, stimmt Thomas Drossé, Geschäftsführer Vertrieb bei Pernod Ricard, in den Chor mit ein. Besonders die Bedeutung der so genannten „Super Premium“ Qualitäten steige im Jahresendgeschäft wie beispielsweise Single Malt Whiskey wie The Glenlivet und Rum wie Havana Club 7 Jahre.

Auch bei Diageo konzentriert man sich, neben den bewährten Klassikern wie Baileys, auf das exklusivere Sortiment. Johnnie Walker Gold Label Reserve kommt in einer auffälligen Sonderedition, und das Blue Label erhält ebenfalls zwei limitierte Editionen bereit, die in Kooperation mit dem britischen Designer Alfred Dunhill entstanden sind. Beide Editionen sind aber eher für den Fachhandel konzipiert. Mit Geschenksets und dem dazugehörigen „Classic Malts & Food Rezeptbuch“ und den drei klassischen Single Malts Talisker Storm, The Singleton und Cardhu 12y will der Hersteller zeigen, wie die edlen Tropfen am besten zubeispielsweise Käse, geräucherten Lachs und Schokolade bis hin zu würzigem Schinken kombiniert werden können.

Bei Campari möchte man natürlich auch die Stammmarke für die Saison bewerben. Mit „Babbo Natale“ (ital. für „Weihnachtsmann“) wird derzeit ein weihnachtlicher Cocktail beworben, ein geschmackliches Zusammenspiel von unter anderem Campari, Sherry, Portwein, Bourbon sowie Angostura Bitters. Aber auch bei Campari Deutschland spielen die Premium-Spirits eine entscheidende Rolle, beispielsweise die Grappa-Marke Sibona, für die attraktive Geschenkpackungen und -hüllen konzipiert wurden. Für den Weltmarktführer im Single Malt-Markt, Glenfiddich, gibt es ebenfalls eine aufmerksamkeitsstarke Geschenkverpackung.

n den vergangenen Jahren ist das Thema „Spirituosen in der Weihnachtszeit“ neben dem starken Abverkauf noch aus einem ganz anderen Grund interessant geworden. So hat sich beispielsweise über Produktinnovationen eine völlig neue Kategorie entwickelt: die „Winter Spirits“. Als treibende Kraft versteht sich hier Brown-Forman mit der Einführung von Jack Daniel’s Winter Jack. Der Apfel-Whiskey-Punsch verzeichnet laut Unternehmen zum Vorjahr ein Absatzplus von mehr als 40 Prozent (Quelle: unabhängiges Marktforschungsinstitut, LEH total exkl. Aldi, 2012 vs. 2011). Dieser Erfolg sowie die sich abzeichnende Marktdynamik für Produkte dieser Art – nach Winter Jack folgte die Markteinführung von Jim Beam Hot Punch sowie aktuell Jägermeister Winterkräuter – machen in Abgrenzung zu Glühwein & Co. eine eigene Kategorieeinteilung erforderlich. „Winter Spirits sind trinkfertige, heiß genossene und auf die Wintersaison beschränkte alkoholhaltige Premium-Produkte“, lautet die Definition bei Brown-Forman.

Bei Verpoorten kümmert man sich hingegen weniger um neu entstehende Kategorien, sondern möchte das Potenzial der eigenen Traditionsmarke voll ausnutzen und hat dabei die Bedürfnisse der Shopper im Blick: „Unsere Handelspartner wissen sehr genau, was der ’gestresste Weihnachtsshopper’ sucht beziehungsweise für ein gelungenes und genussvolles Weihnachtsfest braucht, um sich und andere zu verwöhnen“, sagt Verpoorten-Vertriebschef Peter Nicolay. Der Schlüssel sind Verbundplatzierungen, die das Bonner Unternehmen gezielt an die Handelspartner heranträgt und die für beim Verbraucher gelernte Rezeptklassiker alles mit einem Griff an einem Ort zusammenführen. Dazu zählen beispielsweise Kaffee-Cocktails mit Espresso & Co. genauso wie diverse Torten, Kuchen und Desserts mit dem gelben Klassiker. Dabei setzen die Bonner auch auf die eigenen Lizenzmarken (Pralinen von der Rüdesheimer-Confiserie-Pralinen, Baumkuchenspitzen von Kuchenmeister und Schichtdesserts von Merl) und passende Sortimente wie Kaffee sowie Kakao.

Allerdings gibt es auch Unternehmen, die dem derzeitigen saisonalen Hype etwas zurückhaltender gegenüberstehen. Was die gezielte saisonale Vermarktung betrifft, agiert beispielsweise die Henkell und Co. Sektkellerei anders als mancher Wettbewerber. „Wir generieren keine spezifischen Weihnachtspromotions, sondern unterstützen die gewichtigen Marken des Hauses das ganze Jahr hindurch mit klassischer TV-Werbung“, erklärt Rock. Dazu zählt neben Kümmerling Wodka Gorbatschow, mit den höchsten Werbeinvestments aller Wodka-Marken.

Fotos: Shutterstock