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Interview Marten Freund - Schlemmer-Markt Freund Erfolgreiche Kundenbindung

Lebensmittel Praxis | 21. Oktober 2011
Interview Marten Freund - Schlemmer-Markt Freund: Erfolgreiche Kundenbindung

Marten Freund, selbstständiger Händler aus Kiel, spricht über sein Erfolgsmodell für eine funktionierende Weinabteilung und die richtige Kundenansprache.

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Über die Renaissance der Käse- und Fleischtheken wird in der Branche gesprochen, aber wie steht es mit der Beratungskompetenz in der Weinabteilung? Die LEBENSMITTEL PRAXIS befragte einen, der es wissen muss: Marten Freund ist mit seinem 1.900 qm großen Schlemmermarkt in Kiel bekannt als Weinexperte.

Herr Freund, im deutschen LEH gibt es unterschiedliche Philosophien im Bezug auf die Beratung in der Weinabteilung. Wie regeln Sie das in Ihrem Schlemmermarkt?
Marten Freund: Ich halte es für wichtig, dass da ein Ansprechpartner ist, den die Kunden kennen und an den Sie sich wenden können. Wir haben einen Mitarbeiter, der ist nur für Wein zuständig. Allerdings ist das natürlich in jedem Markt unterschiedlich. Wenn ein Händler nur das Standard-Sortiment über die hauseigene Zentrale bezieht, muss er zwar auch in der Lage sein, die Ware zu erklären, er braucht aber keinen richtigen Experten, wie wir ihn haben. Wir können Fachkompetenz nicht nur über die Ware an sich beweisen.

Aber woher kommt die Expertise? Sie werden ja kaum einen Sommelier im Laden stehen haben?
Nein, es gibt da andere Wege, sich fortzubilden. Beispielsweise sorge ich dafür, dass die vielen Lieferanten, mit denen ich zusammenarbeite, sich die Zeit nehmen, uns ordentlich zu schulen und über ihre Produkte aufzuklären. Davon profitieren die ja schließlich auch. Darüber hinaus nehme ich die Mitarbeiter unter meine Fittiche und lerne sie an. Von dieser Vorgehensweise halte ich mehr, als jemanden für drei Wochen in ein Seminar zu schicken.

Wird die Beratung von Ihren Kunden denn überhaupt ausreichend in Anspruch genommen?
Definitiv. Wir haben eine gehobene Kundschaft und die möchte zu den rund 800 verschiedenen Weinsorten beraten werden. Wir müssen die entsprechenden Geschichten zu einem Barolo oder spanischen Grand Reserva erzählen können. Das wird von uns erwartet.

Der Erfolg hängt auch mit einer guten Kundenbindung zusammen. Was kann man hier über die übliche Weinverkostung hinaus machen?
Ein aktuelles Beispiel: Gemeinsam mit einem Reiseveranstalter verlosen wir unter unseren Kunden eine Reise nach Spanien, wo ich die Teilnehmer als Reiseleiter und Weinkenner zu verschiedenen Weingütern begleiten werden.

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Marten Freund, Schlemmer-Markt Freund (Kiel).