Henkell Freixenet Mehr Wettbewerb

Das Wiesbadener Sekthaus und Weltmarktführer Henkell Freixenet will auch nach den Restriktionen der Corona-Pandemie Verbraucher für höhere Qualitäten gewinnen. Der Wettbewerb mit anderen Konsumausgaben verschärft sich aber zunehmend.

Dienstag, 14. Juni 2022 - Getränke
Tobias Dünnebacke
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Bildquelle: Henkell-Freixenet

Der Ausgabenwettbewerb, beispielsweise mit Dienstleistungen und Reisen, habe bereits begonnen, erklärt Dr. Andreas Brokemper (Foto), Vorsitzender der Geschäftsführung von Henkell Freixenet, im Gespräch mit der LP. Konnten Konsumgüter wie Wein und Schaumwein besonders in der ersten Phase der Pandemie noch davon profitieren, dass die Verbraucher mehr Geld in der Tasche hatten, stellt sich für viele Hersteller nun die Frage, wie sie ihr Absatz- und Umsatzniveau angesichts steigender Ausgaben der Verbraucher in anderen Bereichen halten können. Hinzu kommt die Herausforderung der aktuellen Inflation, beispielsweise bei den Energiekosten.

Brokemper bleibt aber für die Marken seines Hauses optimistisch: „Wir haben heute eine völlig andere Situation in Deutschland als noch vor 20 Jahren, als selbst internationale Premiumspirituosen erst richtig liefen, wenn sie in der Aktion unter 10 Euro verkauft wurden.“

Als Beispiel nennt der Henkell-Manager den Gin-Trend, der zu höheren Ausgaben und zu einem anderen Bewusstsein für Qualität geführt habe. Auch die Entwicklung im Schaumwein-Markt lasse Optimismus zu. So würden gerade höhere Qualitäten wie Champagner oder Prosecco Spumante deutlich wachsen. Große Hoffnung setzt Brokemper in das Segment Crémant, eine seit 1994 geschützte Herkunftsbezeichnung für Schaumweine, die außerhalb der Champagne nach dem Verfahren der Flaschengärung hergestellt werden. Weltweit habe sich der Markt fast verdoppelt – mit besonderer Dynamik in den USA und England. Henkell Freixenet hat den französischen Gratien & Meyer Crémant de Loire im Portfolio.

Insgesamt konnten die Wiesbadener – nach Absatz- und Umsatzmarktanteilen weltweit die Nummer eins bei Schaumwein – 2021 global um 11 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro (inklusive Sekt- und Branntweinsteuer) zulegen. Die Erlöse liegen damit über dem Niveau von vor der Corona-Pandemie. Während die wichtigste Region DACH stagnierte, wuchsen vor allem West- und Osteuropa sowie der US-Markt. „In Ländern wie Spanien haben wir von der Öffnung der Gastronomie und dem Tourismus profitiert. Hier liegt das Verhältnis beim Schaumwein zwischen Gastronomie und Handel bei 1 : 1“, erklärt Brokemper die Bedeutung von Bars und Restaurants in diesen Ländern.

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