Spirituosenhaus Borco Konsequenter Rückzug

Wie mit dem Krieg umgehen, gerade wenn man russische Produkte importiert? Das Hamburger Spirituosenhaus Borco ist da konsequent.

Freitag, 08. April 2022 - Getränke
Tobias Dünnebacke
Artikelbild Konsequenter Rückzug
Bildquelle: Borco

Das Hamburger Spirituosenhaus Borco-Marken-Import Matthiesen zählt zu den wichtigsten Importeuren von russischen Spirituosen. Zum Wodka-Portfolio gehört mit Russian Standard Vodka nach eigener Aussage der Marktführer im Premiumsegment. Aber auch Green Mark Vodka, Parliament Vodka und Kauffman wurden von den Hamburgern importiert und an den Handel oder die Gastronomie verkauft. Bis jetzt. „Wir importieren zum aktuellen Zeitpunkt keinen Wodka aus Russland.

Vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine hat sich Borco dafür entschieden, alle Promotion-Maßnahmen für unsere russischen Wodka-Marken einzustellen beziehungsweise zu verschieben. Dies umfasst sämtliche Marketingmaßnahmen wie auch Vermarktungen im Handel und in der Gastronomie“, erklärt Nikolas Odinius (Foto), Pressesprecher von Borco, gegenüber der Lebensmittel Praxis. Die Entscheidung hätten Handel und Gastronomie gemeinsam gefällt.

Handel mit an Bord
Der Verkaufsstopp von russischen Produkten ist laut Borco ein solidarisches Zeichen gegen den Krieg. Konkret bedeutet dies, dass rund 90 Prozent der Distribution der russischen Wodka-Marken des Importeurs im Lebensmittel-Einzelhandel weggebrochen sind. „Einige Handelsketten haben ihre Regale bereits leer geräumt, andere verkaufen noch vorhandene Bestände. Egal welcher Weg gewählt wird, wir zeigen Verständnis für die Maßnahmen unserer Gastronomie- und Handelspartner, tragen diese mit und unterstützen die Entscheidungen der Bundesregierung sowie EU“, so Odinius.

Bei Borco sei man bestürzt über den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. Roust, Hersteller von Russian Standard, sei ein globales Spirituosenunternehmen ohne jegliche politische Zugehörigkeit. Roust habe Wurzeln in Russland, aber eben auch Partner und Mitarbeitende auf der ganzen Welt, inklusive der Ukraine.

Wie will Borco das verlorene Geschäft kompensieren? Russischer Wodka ist ein wichtiger Bestandteil des Portfolios, dennoch sind die Hamburger auch in anderen Kategorien wie Tequila, Whisk(e)y und Raki gut aufgestellt. Die polnische Wodka-Marke Zubrówka Biała könnte das weggebrochene Russland-Geschäft zudem etwas kompensieren. Er sei Polens meistgekaufter und am häufigsten konsumierter Wodka (Nielsen, Polen, Absatz MAT Februar 2021, 2019). Mit einem kontinuierlich starken Wachstum sei ŻZubrówka Biała auch einer der Wachstumstreiber in Deutschland. „Trotzdem rechnen wir mit massiven Einbrüchen im Bereich Wodka und müssen unsere Businesspläne 2022 komplett überarbeiten“, so Odinius.

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