Eckes-Granini Überfälliger Schritt

Die Ausweitung des Einwegpfandes bei Saft hat lange auf sich warten lassen. Eckes-Granini will vorangehen und erhofft sich auch eine Stärkung der PET-Kreisläufe.

Montag, 23. August 2021 - Getränke
Tobias Dünnebacke
Artikelbild Überfälliger Schritt
Bildquelle: Eckes-Granini

So richtig logisch erklären konnte es niemand: Warum es viele Jahre komplizierte Ausnahmeregelungen bei der Bepfandung von Einweggebinden gab, beispielsweise PET-Flaschen mit Saft und Nektar. Eine Novellierung des Verpackungsgesetzes macht damit jetzt Schluss: Ab Januar 2022 gilt auch bei der Einweg-Saftflasche ein verbindliches Pfand von 25 Cent. „Die Erweiterung der Pfandpflicht auf Saft und Nektar ist ein längst überfälliger Schritt auf dem Weg zu geschlossenen Kreisläufen und nachhaltigeren Verpackungslösungen“, begrüßt Kay Fischer, Geschäftsführer der Eckes-Granini Deutschland GmbH, die neue Gesetzeslage. Der Marktführer aus Nieder-Olm will mit seinen Marken in der Branche vorangehen und stellt bereits seit Juli sukzessive um: Der Kindersaft Fruchttiger hat zum 19. Juli den Anfang gemacht. Es folgen Granini im August und Hohes C ab September. Mit Pfand-Hinweisen auf den Flaschen-Etiketten sowie Display- und Regal-Wobblern, die per QR-Code auf weitere Online-Inhalte verlinken, informiert das Unternehmen über die schrittweise Integration der PET-Gebinde in das gelernte Pfandsystem. Vom 3. Juli 2021 bis zum 30. Juni 2022 gilt zudem eine Übergangsfrist, die bepfandete und unbepfandete Produkte nebeneinander erlaubt. Das DPG-Symbol auf dem Etikett soll helfen, den Überblick zu behalten.

Zusätzlich 45.000 Tonnen PET für den Kreislauf
Der Saftprimus in Deutschland geht davon aus, dass durch die noch bestehende Ausnahmeregelung rund 45.000 Tonnen wertvolles PET verloren gehen, und stützt sich bei der Aussage auf eine Studie der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung. Die Größenordnung entspräche knapp zehn Prozent aller im Umlauf befindlichen PET-Flaschen. Diese bisher nicht bepfandeten Plastikgebinde werden aktuell über das duale System entsorgt und aufgrund von Verschmutzung und Vermischung größtenteils nur noch im sogenannten Downcycling verwertet. Dies bedeutet, das der Wertstoff nicht wieder für die Produktion in der Lebensmittel- oder Getränkeindustrie zum Einsatz kommt. Diese Verschwendung stellt ein Problem der Branche dar, die vor allem vonseiten der EU zu höheren Quoten von recyceltem PET (rPET) verpflichtet wird. Das Unternehmen will auch bei dieser Vorgabe Musterschüler sein und verspricht, bis zum Jahresende 2022 bei allen deutschen Marken nur noch PET-Flaschen aus 100 Prozent rPET zu verwenden und so rund 9.000 Tonnen Neu-Plastik pro Jahr einsparen, das nicht aus Erdöl hergestellt und in den Kreislauf eingebracht wird.

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