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Wasserhelden Wir bieten Lautstärke

Tobias Dünnebacke | 18. Juni 2020
Wasserhelden: Wir bieten Lautstärke
Bildquelle: Wasserhelden

Sven Heiser, ehemaliger Geschäftsführer der Für Sie Lebensmittelhandel-Verwaltungsgesellschaft, will mit einer neuen Marke den Mineralwassermarkt revolutionieren. Wie das geht, erzählt er im LP-Gespräch.

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Wasserhelden kurz erläutert: Das Start-up will eine nationale Marke aufbauen, die regional mit Vertragspartnern produziert und nicht mehr als 200 Kilometer transportiert wird. Ökologisch nachhaltig soll das Wasser durch die neue („N2“) GdB-Flasche sein (bis zu 50 mal wiederbefüllbar, regional bedingt kann auch ein anderes GdB-Gebinde genutzt werden) sowie recycelbare Papieretiketten. Jeder Partner soll die Versorgung seiner Region mit der Marke Wasserhelden gewährleisten. Der nationale Vertrieb erfolgt zentral in Hamburg und bietet somit dem Handel die Möglichkeit, eine bundesweite Marke standortnah in den jeweiligen Regionen anbieten zu können. Bestimmte soziale und ökologische Projekte sollen zum Nachhaltigkeits-Profil der Marke beitragen. Wir wollten es genauer wissen.

Herr Heiser, Sie kennen sowohl die Getränkebranche als auch den Handel sehr gut und waren in leitenden Positionen unter anderem bei Wüllner, Carlsberg und der Für Sie Lebensmittelhandel-Verwaltungsgesellschaft mbH tätig. Wieso setzten Sie sich dem Risiko aus, ein Start-up zu gründen?
Sven Heiser: Als Geschäfts- und Vertriebsleiter in einer Gesellschaft mit inhabergeführten Mineralbrunnen aus den Regionen sehe ich die Chance, eine nationale Marke aufzubauen, die ökonomische und soziale Verantwortung lebt.

Wieso braucht es bei mehr als 200 meist regionalen Mineralbrunnen ein Start-up, das regionales Mineralwasser vermarkten will?
Es gibt viele regionale Mineralwasser auf dem Markt. Im Wettbewerb mit nationalen und internationalen Marktführern fehlt ihnen aber häufig die Lautstärke, um vom Verbraucher als Alternative wahrgenommen zu werden. Dies ändern wir, indem wir eine bundesweite Vermarktungsplattform für regionale Brunnenbetriebe etablieren, die die Abfüllressourcen der Partner nutzt und ihnen erlaubt, ergänzend zu ihren bestehenden regionalen Marken mehr Absatzpotenzial zu erschließen.

Sie haben mit dem Vilsa-Mineralbrunnen bisher genau einen Vertragspartner. Wie reagiert die Branche bisher auf Ihre Idee?
Die Resonanzen sind sehr gut. Unser Konzept bedient die Verbraucherwünsche nach regionalen, nachhaltigen und sozialen Produkten genau. Und das hilft uns dabei, mit weiteren Brunnenpartnern ins Gespräch zu kommen. Auch vom Handel haben wir positives Feedback bekommen. Auf Basis der laufenden Gespräche gehen wir davon aus, in den nächsten Wochen das Netz der Partner deutlich ausbauen zu können.

Wie ist der aktuelle Stand bei der Distribution?
Wir konnten trotz der Corona-Situation mit den meisten Handelszentralen in Kontakt treten, und sind mit guten Ergebnissen aus den Gesprächen gegangen. In Kürze sind Wasserhelden bei der Rewe in den Regionen Hamburg, Bremen und Niedersachsen gelistet. Auch in Famila-Märkten der Bünting-Gruppe werden die Mineralwasser im Regal zu finden sein – weitere Gespräche im klassischen Einzelhandel laufen. Und ebenso fassen wir bereits Fuß im Bereich Gastronomie: Bald werden Wasserhelden exklusiv bei 20 Häusern der Block-House-Gruppe im Norden verfügbar sein. Für ein Start-up ein guter Auftakt.

Wird Wasserhelden in jedem Teil der Republik anders schmecken und eine andere Zusammensetzung an Mineralstoffen haben?
Jeder unserer regionalen Brunnen muss Mineralwasser innerhalb einer strengen Spezifikation abfüllen, deren Grenzwerte deutlich strenger definiert sind als in der Mineral- und Tafelwasserverordnung vorgegeben. Aber genau diese regionalen Unterschiede sind Teil unseres Konzepts: Unsere Partner und ihre entsprechende Mineralisierung der Quellen spiegelt die große Vielfalt der Deutschen Mineralbrunnen wider.

Sie haben als ehemaliger Geschäftsführer der Für Sie Handelsgenossenschaft einen tiefen Einblick in die Funktionsweise des Lebensmittel-Einzelhandels bekommen. Wie reagieren die ehemaligen Kollegen auf Ihre Ambitionen?
Meine ehemaligen Kollegen wissen, wie begeisterungsfähig ich bin. Und dass ich meine komplette Energie in Projekte stecke, von denen ich überzeugt bin. Als ich von dem Konzept für Wasserhelden erfuhr, war ich direkt begeistert und wusste sofort, dass ich ein Teil davon sein wollte. Dabei erfahre ich enorme Unterstützung.

Welche Planung haben Sie für die nächsten Jahre, wie viele Brunnen wollen Sie für Ihre Idee gewinnen und welche Absatzziele erreichen?
Unser Claim lautet: „Gemeinsam. Nah. Nachhaltig.“ Maßgeblicher Bestandteil des Konzeptes Wasserhelden ist demnach die regionale Abfüllung in einem begrenzten Lieferradius. Nach aktuellem Planungsstand und auf Basis der laufenden Gespräche gehen wir davon aus, bis Mitte 2021 die nationale Verfügbarkeit sicherstellen zu können.

Ohne Nachhaltigkeit geht es heute nicht, auch Sie setzen auf die neue GDB-Flasche (N2), recycelbare Etiketten und Aufforstungsprogramme. Alles Dinge, die auch andere Brunnen mit ihren Marken bedienen. Wo liegt Ihr USP?
Wir haben in Deutschland eine Vielzahl sehr guter regionaler Marken, die historisch gewachsen sind, deren Markenbotschaften sich im Laufe der Zeit ausgeprägt haben und die viele Facetten rund um das Thema Mineralwasser bedienen. Im Gegensatz dazu fokussiert sich die Marke Wasserhelden auf ein vorherrschendes Thema: die Nachhaltigkeit! Sowohl im Hinblick auf ökologische Aspekte als auch in Bezug auf die Verantwortung, die wir gegenüber der Gesellschaft tragen. Mit diesem Kernthema und der Verbindung zwischen relevanten Umweltthemen und sozialen Engagements erfüllen wir die Bedingungen, die heute eine Mineralwassermarke aus Sicht der Konsumenten leisten muss.

Aktuell läuft der Roll-out. Wie werben Sie auf der Fläche für Ihr Start-up?
Die Wasserhelden-Produkte sind erst seit diesem Juni auf dem Markt, und die Belieferung unserer Handelspartner ist gestartet. Auf der Fläche setzen wir aufmerksamkeitsstarke Dekomaterialien ein, die die Verbraucher über das Konzept der Wasserhelden aufklären sollen – natürlich alle FSC-zertifiziert. Unterstützt wird der Launch durch Radiowerbung und eine reichweitenstarke Digitalkampagne.

Ein Wort zum Markt: Der Mineralwassermarkt bewegt sich glücklicherweise im höherpreisigen Segment dynamisch. Der Siegeszug der Discountwässer ist vorbei. Wie ist Ihre Einschätzung?
Die Verbraucher fordern nachhaltige und regionale Produkte und sind bereit, faire Preise dafür zu zahlen. In Auswertungen ist diese Entwicklung deutlich zu erkennen, beispielsweise durch die positive Entwicklung bei Glas-Mehrwegprodukten. Und diese Trends bedienen wir mit unseren Wasserhelden-Produkten.