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Nonfood Im Blick behalten

Julia Neumann | 18. Juni 2020
Nonfood: Im Blick behalten
Bildquelle: Getty Images

Nonfood steht im frischeorientierten Lebensmittelhandel nicht unbedingt im Fokus. Dennoch hat diese Warengruppe insbesondere an nicht-urbanen Standorten ihre Berechtigung und trotzt auch den Einflüssen der Corona-Pandemie.

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Nonfood im LEH ist kein Randthema, aber ein standortspezifisches. Zudem spielen die expandierenden Online-Shops eine Rolle, die Umsätze, beispielsweise bei Elektrokleingeräten, an sich ziehen. Auch Corona hat bei der Nonfood-Nachfrage im LEH einiges durcheinander gewirbelt – im negativen wie im positivem Sinne. „Im Gegensatz zu reinen Nonfood- und Fachmärkten hatten wir als Vollsortimenter weiterhin geöffnet und haben vom One-Stop-Shopping der Kunden profitiert. Die Ab- und Umsätze des Famila-Nonfood-Sortiments haben sich insgesamt positiv entwickelt“, heißt es bei Famila Nordost in Kiel.

Dort waren zeitweise bestimmte Artikel besonders gefragt. Nach der Schulschließung gab es eine hohe Nachfrage nach Schreibwaren, Druckern und Druckerpatronen. Dann wurde das Thema Homecooking groß: Kochtöpfe, Haushaltsfolien, Kaffeefilter etc. Weitere Trends waren „Es-sich-zuhause-schön-machen“ und Fahrradfahren – vor allem E-Bikes sind derzeit bei Famila sehr gefragt.

An der Grenze zu den Niederlanden, die nie geschlossen war, fehlten trotzdem Kunden. Axel Schroff, Inhaber eines E-Centers in Kleve, meldet für April und Mai 40.000 weniger Kunden aus den Niederlanden. Doch der Umsatzrückgang im Nonfood-Bereich mit 1 Prozent ist für seinen 4.800 Quadratmeter großen Markt nicht gravierend. Insbesondere Textilien, welche 2 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen, wurden weniger verkauft. Der Umsatz liegt hier 2 Prozent unter Vorjahresniveau. Schroff vermutet neben dem eingeschränkten Einkaufstourismus saisonale Bedingungen als Grund: „Letztes Jahr war es zu dieser Zeit wärmer.“ Marketingstrategien, so Schroff, werden Monate im Voraus geplant und vorbereitet. Deshalb sei es schwierig, spontan auf eine Pandemie zu reagieren. Dennoch findet er, Corona als ausschlaggebenden Grund für die Rückgänge bei Nonfood zu nennen, wäre zu einfach.

In Mainz freut sich Tilo Lehmann, Marktleiter eines Scheck-in-Centers, über eine merklich höhere Nachfrage im Nonfood-Bereich während der Corona-Zeit. Viele Kunden nutzten den Besuch im Markt, um ihren Wocheneinkauf mit Produkten aus der Haushaltswarenabteilung zu komplettieren. „Hier haben wir deutlich die Schließungen von Fachgeschäften gespürt“, so Lehmann. Die sofortige Warenverfügbarkeit schaffte zudem einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den Onlineversendern und beflügelte den Impulskauf. Auf der Einkaufsliste der Kunden standen meist Heimwerker- und Gartenartikel. Einen besonderen Run erlebten Spielekonsolen, Games und Filme – offensichtlich gegen die Langeweile währen der Kontaktsperre.