Anzeige

Schokolade Stärkere Wärmeeffekte

Dieter Druck | 30. November 1999

Im Schokoladenmarkt sind die Temperaturdellen vom Mai weitgehend wettgemacht. Nachhaltigkeit wird als starkes Kaufargument gehandelt.

Anzeige

In einem weitgehend stabilen Süßwaren-Gesamtmarkt ergeben sich auch bei den Schokoladenwaren bis zur 35 Kalenderwoche keine allzu großen Ausschläge (Quelle Nielsen; LEH, Drogeriemärkte, Tankstellen und Impuls). Sicherlich Anteil daran hatte ein gutes Ostergeschäft mit einem Plus von 2,2 Prozent.

In der Gesamtsicht ermittelten die Marktforscher mehr oder weniger parallel verlaufende Wert- und Mengentendenzen. Das heißt, steigende Rohstoffpreise schlugen bislang noch nicht wirklich spürbar auf den Verkaufspreis durch. Selbst Produkte auf Basis von zertifizierten Rohstoffen werden trotz nachhaltiger Aufwertung oftmals zum unveränderten Preis angeboten.

Im kommenden Jahr werden jedoch deutlichere Preis-Effekte im Segment der Schokoladenwaren erwartet, da die Mehrzahl der Hersteller sich durch stetig steigende Energie- und Rohstoffkosten an der Grenze der Belastbarkeit sehen und Preiserhöhungen durchsetzen müssen.

Die Marktbetrachtung nach Vertriebskanälen zeigt einen weiterhin rückläufigen Tankstellen- / Impulsbereich. Die Negativentwicklung der vergangenen Jahre setzt sich unvermindert fort. Einen wert- und mengenmäßigen Rückgang, wenngleich nicht so ausgeprägt wie bei den Impulskanälen, verzeichnen ebenfalls einige Discountschienen. Die Drogeriemärkte hingegen haben von der Absatzbedeutung bei Schokoladenwaren mit den Impulskanälen gleichgezogen. Wertmäßig hinken sie noch ein klein wenig hinterher. Einem leichten Absatzminus steht in diesem Kanal bei den Schokowaren immerhin ein leichtes Umsatzplus gegenüber.

Generell hat den Schokoladen-Produkten hierzulande in diesem Jahr der warme Mai und der schwache August zu schaffen gemacht. Bei Schokoriegeln und dem Segment der 100-g-Tafeln kommt dies allerdings weniger zum Tragen. Beide Teilmärkte zeigen bis Ende August eine positive Tendenz.

Ins Auge fallen auch die 7,2 Prozent Umsatzplus bei den Pralinenmischungen. Deutliche Rückgänge werden dagegen bei den Tafel über 100 g offenbar (wertmäßig minus 8,7 Prozent). Ebenso, wenngleich auf geringerem Umsatz-Niveau, haben die Kleintafeln gelitten.

Das Thema Nachhaltigkeit wird derzeit allgegenwärtig vermarktet und bei kakaohaltigen Erzeugnissen als wesentliches Kaufargument gehandelt. Wohl auch, weil der Konsument in der Regel dafür nicht mehr bezahlen muss.