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Interview mit Katharina Hamma Für jeden Anlas

Andrea Kurtz | 20. Februar 2018

Interview mit Katharina Hamma, Geschäftsführerin der Koelnmesse.

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Welche Trends haben die ISM 2018 beherrscht?
Katharina Hamma: Schon seit einiger Zeit gibt es mehrere Trendbewegungen zur gleichen Zeit, angepasst an die vielen unterschiedlichen Ansprüche der Verbraucher. Vegetarisch und vegan, gluten- und laktosefrei, zucker- und fettreduziert, traditionelle Rezeptur oder neu interpretiert. Für alle Bedürfnisse gibt es ein Angebot. Auffällig ist der Trend hin zu noch mehr To-go-Angeboten, einzeln und handlich verpackt. Dies entspricht dem modernen „Nomaden“, der zwischen Zuhause und Büro, Freizeit und Arbeit pendelt und auf dem Weg isst und trinkt. Hier sind neben Süßigkeiten auch herzhafte Snacks sehr gefragt.

Also gibt es viele Trends gleichzeitig?
Ja, es gibt nicht den einen, durchsetzungsstarken Trend, sondern viele Trends gleichberechtigt nebeneinander, auf verschiedene individuelle Zielgruppen ausgelegt. Stichworte sind hier: bewusstes Genießen, authentische Produkte, Nachhaltigkeit, aber auch Lebensfreude und das Mischen verschiedener Trends und Bedürfnisse je nach Anlass oder Jahreszeit. Diese übergeordneten Trends sind nicht komplett neu. Aber sie verstärken sich und bilden sich in zahlreichen Produkten von süß bis herzhaft ab.

Snacks- und vor allem Snack-Riegel standen im Fokus, nicht wahr?
Ja, die ISM zeigte dies recht deutlich. Unsere seit 2015 auf der Messe eingeführte Kategorie „New Snacks“ ist weiter gewachsen und positionierte sich mit interessanten und vielseitigen Unternehmen und Produkten. Ein konzentriertes Angebot fanden Besucher in der „New Snacks Area“ mit über 35 Anbietern. Auffallend war in diesem Jahr die Betonung von Protein, natürlich oder zusätzlich beigefügt, und auch der Einsatz von Tee und Gewürzen sowohl bei Schokolade als auch bei Snacks. Die Aussteller waren hier besonders kreativ.

Ihr persönliches Messe-Highlight?
Der „New Product Showcase“ ist auch für mich immer der erste Anlaufpunkt auf der Messe, um einen konzentrierten Überblick über die Neuheiten zu erhalten. Auch in diesem Jahr zeigten 130 Vitrinen neue Produkte quer durch alle Kategorien. Darüber hinaus ist der ISM Award für mich einer der Höhepunkte. Wir freuen uns sehr, dass mit Dylan Lauren in diesem Jahr zum ersten Mal eine Frau den ISM Award entgegengenommen hat. Sie ist in den USA mit einem einzigartigen Shop- und Vermarktungskonzept bekannt geworden: Dylan’s Candy Bar. Süßigkeiten werden hier mit Lebensfreude gleichgesetzt und im Kontext mit Kunst und Popkultur inszeniert. Das ist unglaublich lebendig und fröhlich -und natürlich auch erfolgreich. Wir verleihen den ISM-Award bereits seit 2014 und haben nun mit Dylan Lauren der illustren Reihe unserer Preisträger einen weiteren würdigen Namen hinzufügen können.

Wie erleben Sie die Branche und ihre Stimmung derzeit?
Durchweg positiv und sehr motiviert. Das heißt nicht, dass nicht auch die Herausforderungen gesehen werden: eine angespannte Rohstoffsituation etwa sowie die Folgen des Brexit und der neuen US-Steuergesetze für den Export. Die Süßwaren- und Snackbranche in Deutschland ist aber gut aufgestellt, die Produkte sind beim Verbraucher beliebt, die Innovationskraft hoch. Das sind gute Voraussetzungen, die anstehenden Themen anzugehen.

Mit der Teilnahme von Ausstellern und Besuchern können Sie außerordentlich zufrieden sein, oder?
In der Tat. Mit rund 1.660 Anbietern haben wir im 49. Messejahr erneut die hohe Ausstellerzahl der Vorjahre übertroffen. Die ISM ist und bleibt für viele Unternehmen aus dem In- und Ausland gesetzt, um sich im Wettbewerbsumfeld zu positionieren, Kundenkontakte zu pflegen und zu erneuern.