Vertical farming „Der Dünger macht den Unterschied“

Das Start-up Simple Plant will dem Vertical Farming einen „Bio-Anstrich“ geben und hat dafür ein spezielles System entwickelt.

Montag, 16. Oktober 2023 - Sortimente
Hedda Thielking
Artikelbild „Der Dünger macht den Unterschied“
Bildquelle: Simple Plant

Ben Etemadieh (Foto) findet Vertical Farming klasse. Was ihn nur stört: Ein Bio-Anbau von Kräutern, Salaten & Co. ist bei dem klassischen Hydrokultur-System, in dem die Pflanzen in Nährlösungen gedeihen, nicht möglich, da hierfür synthetische Düngemittel verwendet werden. Das wollte er ändern und tüftelte mit zwei Studienfreunden an einem System, das Bio-Dünger nutzt.

Grundlage dafür sind Lebensmittelreste jeglicher Art, die zum Beispiel auch im Markt oder in der Handelsgastronomie anfallen und kompostiert werden. Dieses sogenannte Bioponik-System ist nicht neu, allerdings ließ der Ertrag aufgrund fehlender technischer Umsetzung bisher zu wünschen übrig. Etemadieh hat für das Bioponik-System nun ein Filtersystem entwickelt, das Bioponik genauso effizient machen soll wie das Hydrokultur-System. Und er hat ein Geschäftsmodell daraus gemacht: Kam „Simple Plant“ bisher in Gastronomie und privaten Haushalten zum Einsatz, zielt er nun auf den LEH.

Bio-Dünger herstellen
Und so funktioniert es: „Die Lebensmittelreste werden in großen Tonnen (,Bokashi-Eimern‘) kompostiert. Dabei entsteht ein Kompostsaft, den wir in unser Filtersystem geben. Dies sorgt dafür, dass mithilfe bestimmter Bakterien und unter Sauerstoffzufuhr ein Filtrat mit verschiedenen Mineralien entsteht. Das ist unser universaler Bio-Dünger“, informiert Etemadieh. Für die Nährstofflösung werden etwa 98 Prozent Wasser und 2 Prozent Dünger gemischt, in einen kleinen Tank gefüllt und in der Anlage platziert. Über ein Rohrsystem werden die Pflanzen mit Wasser und Nährstoffen versorgt. Die Wasser- und Dünger-Zufuhr ist per App steuerbar.

Für den Betrieb der Anlage ist nur ein Stromanschluss für die LED-Leuchten nötig. Pro Meter bietet die Anlage auf drei Ebenen Platz für rund 100 Pflanzen und ist beliebig erweiterbar. Geplant ist Simple Plant als Leasing-Modell. Die Kosten werden je Anlagengröße und Service-Umfang (das Kompostieren kann auch übernommen werden) individuell abgestimmt. Einziger Haken: Eine Vermarktung der Kräuter und Salate als „Bio“-Ware ist bisher nicht möglich, da „Bio“ den Anbau auf Böden vorsieht und nicht auf Substraten oder in Nährlösungen.

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