Fertiggerichte ohne TK:Auf die Schnelle

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Fertiggerichte ohne TK Auf die Schnelle

Die Ansprüche der Konsumenten an Fertiggerichte steigen ständig: Mehrwert ist mehr wert.

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Fertiggerichte sind Produkte mit integrierter Dienstleistung: Sie erleichtern das Kochen und sparen Zeit. Doch dies ist nur die Grundausstattung, die die Gerichte haben sollten: Die Ansprüche der Konsumenten sind gestiegen. Das gute Gefühl, Zeit zu sparen, muss mit einer ganzen Reihe von weiteren Eigenschaften einher gehen: mit Qualität, Frische und Geschmack, mit Authentizität, mit dem Gefühl, sich bewusst zu ernähren, mit Information und Transparenz wie auch mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis. Am besten ist es, wenn die Produkte zudem unter Nachhaltigkeitsaspekten und mit sozialer Verantwortung hergestellt werden.

Gestiegene Ansprüchekonstatiert auch Andreas Dialer, Geschäftsbereichsleiter Mars Food. Er sieht auch, dass der Handel dabei auf „Nummer sicher“ geht, Experimente vermeidet: Er sei sich der Zugkraft von Marken bewusst und setze diese natürlich für die eigene Kundenbindung ein. „Für den Handel stehen die Abverkaufszahlen im Vordergrund. Unserer Erfahrung nach präferiert der Handel bekannte Markenprodukte, die den Verbrauchern gut schmecken und die immer wieder gern von Konsumenten gewählt werden.“ Zwar werde der Handel mit Einführung guter Eigenmarken auch zu einem ernst zu nehmenden Mitbewerber. „Dennoch können Handelsmarken nicht mit Herstellermarken verglichen werden, die sich über Jahre ein entsprechendes Markenimage erarbeitet haben. Die Identifikation und Markenfaszination des Konsumenten ist für den Handel nicht vergleichbar.“ Für Markenhersteller ist aber genau das die Herausforderung: „Gerade bei fertigen Rezepturen erwarten Handel und Verbraucher immer wieder neue Impulse“, stellt Barbara Andrae, Marketing Managerin bei Euryza, heraus. Neuerdings sprächen die Konsumenten auch wieder auf nationale Spezialitäten an. „Traditionelle regionale Gerichte erleben ein Revival“, sagt Ute von der Werth, Marketingexpertin bei Rila Feinkost-Importe.

Klassiker im Kommen
Immer mehr Anbieter widmen sich daher klassischen Rezepturen, um Gerichte anzubieten, die schmecken wie „wie bei Muttern“ oder „wie bei Oma“: Gerade Jüngere besinnen sich zurück. Solche Fertiggerichte sind aber nur schwer schmackhaft hinzubekommen.

Ebenfalls verstärkt nachgefragt werden „Fertiggerichte wie Suppen und Eintöpfe“, sagt von der Werth, und zwar „nicht mehr nur an kalten Wintertagen“. Sie gehören zu den traditionsreichsten und beliebtesten Lebensmitteln in Deutschland und sind vor allem bei der Generation 50plus sehr gefragt, „bei den Altersgruppen also, die in den nächsten Jahren und Jahrzehnten den größten Teil unserer Bevölkerung ausmachen“. Daher würden sie immer interessanter für impulsschaffende Aktionen im Einzelhandel.

Neben traditionellen Gerichten stehen natürlich auch die Länderküchen rund um den Globus im Fokus der Konsumenten, insbesondere Klassiker aus Italien und China. Pasta ist gelernt und ein stabiler Trend.

Und letztlich gehe es ja auch bei Ethno-Food um nichts anderes als Traditionelles, nämlich um „das Besondere aus den jeweiligen Ländern“ mit authentischen Rezepturen“, meint von der Werth.