Tiefkühlkost Wo ist die Lust auf Neues geblieben?

Innovationen tun sich immer noch schwer, weil viele Kunden unverändert schnell und geplant einkaufen. Klassiker dagegen sind stark. Diese Erfahrung macht auch Frosta.

Dienstag, 18. Mai 2021 - Sortimente
Andrea Kurtz
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Bildquelle: Frosta

Laut Nielsen gab es im gesamten FMCG-Markt im vergangenen Jahr insgesamt 25 Prozent weniger Innovationen im Vergleich zu 2019. Was Frosta-Vorstand Marketing, Vertrieb und Personal, Hinnerk Ehlers, berichtet, gilt derzeit für viele Unternehmen. Dagegen sind die Klassiker im Sortiment eine sichere Bank. „In unserer Kategorie haben viele Kunden im Bevorratungsprozess eher zu den bewährten Frosta-All-Stars wie Hühnerfrikassee oder Bami Goreng gegriffen; diese haben eine riesige Entwicklung hingelegt“, so Ehlers. Die gesamte neue Range „#koche‧bunter“ mit veganen Rezepturen, im Sommer 2020 eingeführt, sei daher erst ein bisschen schleppend angelaufen und werde erst jetzt beliebter.

Trotzdem arbeiten die Bremerhavener weiter an den Innovationen. „Das Thema Low Carb wird ja gerade abgelöst von dem Trend zu mehr Protein“, erklärt Ehlers. Frosta bringt daher gerade eine neue Range – die passend dazu auch in einer schwarzen Verpackung daherkommt und auch weniger Kohlenhydrate enthält – auf den Markt. Im Juni soll nun mit einigen High-Protein-Gerichten gestartet werden. „Statt Reis setzen wir beispielsweise Blumenkohlraspeln ein; statt normaler Pasta setzen wir solche aus Erbsenprotein ein“, beschreibt Ehlers.

MegaTrend „vegan“
Ein hervorragendes Feedback erfährt auch die Range „Fisch vom Feld“. Sie war zunächst für die Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung konzipiert. Die plötzliche Nachfrage aus dem Einzelhandel habe Frosta zunächst überrascht, so Ehlers. Der muss mit seinem Team neben den bestehenden Großgebinden jetzt auch verbrauchergerechte, kleinere Verpackungsgrößen auftischen muss. „Die Listungen im Handel erfolgten auch schnell“, sagt er und registriert nun eine steigende Nachfrage sowie einen erfreulichen Hype in den sozialen Medien. „Das besondere an ‚Fisch vom Feld‘ ist ja, dass die Produkte ohne Geschmacksverstärker, Farbstoffe und insbesondere ohne die sonst gängigen Aromen auskommen.“

Die Range wird auch zeitgleich ausgebaut: Für den Foodservice wurden vegane Chicken Wings und vegane Schnitzel eingeführt. „Den Erfolg können wir natürlich erst ablesen, wenn die Gastronomie wieder öffnet“, so Ehlers.

Der Bereich „Vegan“ sei da, er werde bleiben und wachsen, auch wenn er im Moment noch weniger groß sei als man vielerorts denke. „Für alle Anbieter handelt es sich bei veganen Produkten um ein Experimentierfeld“, gibt Ehlers zu. „Gerade im Tiefkühlbereich reden wir momentan noch von einer Nische – und die Absatzzahlen haben, trotz aller Euphorie, noch viel Luft nach oben.“

Ein paar Forsa-Zahlen bestätigen Ehlers Ausführungen: Gemessen an der Gesamtzahl der Verbraucher zählen 1 Prozent zu den Veganern, 5 Prozent sind Vegetarier und Flexitarier repräsentieren rund 55 Prozent. „Das scheint auch derzeit der interessantere Markt zu sein als die reinen Veganer – aber wahrscheinlich werden all diese Gruppen wachsen“, glaubt Ehlers.

Wo ist Peter von Frosta?
„Wir sagen manchmal, Peter als Werbefigur ist irgendwie die letzte künstliche Zutat bei Frosta“, schmunzelt Ehlers. Aber natürlich gebe es ihn noch. „Er musste zwar zwischendurch mal ein Sabbatical nehmen, und er spricht auch nicht mehr in ein altertümliches Telefon auf einem Split-Screen, aber irgendwie ist er Kult und muss bleiben.“

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