Grillen Corona befeuert

Grillen ist angesagt und bietet wenigstens eine positive Perspektive in nervigen Corona-Zeiten. Der Verbraucher ist bereit zum Angrillen. Der Handel muss sich mit Klassikern und Neuheiten rüsten.

Dienstag, 16. März 2021 - Sortimente
Dieter Druck
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Die Corona-Pandemie wird die Nachfrage nach feinköstlichen Grill-Produkten zusätzlich befeuern. Grillen im heimischen Garten ist die „naheliegendste“ Perspektive im eingeschränkten Corona-Alltag. Jedenfalls ist Druck auf dem Kessel, und Händler sollten sich etwas früher als gewohnt auf die ersten Bevorratungskäufe für Grillsoßen und Dressings einstellen. Die warmen Februartage gaben deshalb schon einen Vorgeschmack.

„Wir gehen davon aus, dass der heimische Grill in der anlaufenden Saison sehr im Fokus stehen wird“, ist sich Dénes Radmacher, Geschäftsführer von Werder Feinkost, sicher. Der Verbraucher orientiert sich dabei weiterhin stark an Markenartikeln, die Bewährtes und gleichzeitig Vielfalt sowie Abwechslung bieten. Dafür sorgen bei Werder Feinkost die zwei neuen Sorten (Spicy Chili und Spicy Curry) unter der Marke Ketchup Factory, die seit Oktober 2019 im Portfolio ist. Sie verkörpert den typisch amerikanischen Geschmackstypus mit einer süß-säuerlichen Note. Die zwei Neuen sind ab April in der 500-Milliliter-Glasflasche im Handel.

Ein anhaltender Trend ist die Professionalisierung des Grillens in Richtung BBQ-Lifestyle. Der gehobene Anspruch der überwiegend männlichen Zielgruppe ist laut Hersteller Kühne auch in der Auswahl der Grillzutaten und Soßen erkennbar, beispielsweise am weiter steigenden Absatz der Grillsoßen im höheren Preissegment (mehr als 1,29 Euro). Stärkster Innovations- und Wachstumstreiber bei Kühne ist die Premium-Subbrand „Made for Meat“, die allein im vergangenen Jahr ein wertmäßiges Wachstum von mehr als 30 Prozent verbuchte (IRI, LEH exklusive Discount, MAT Dezember 2020 versus Vorjahr). In diesem Jahr kommt die Variante Steakhouse Argentina Style in der 235-Milliliter-Glasflasche neu hinzu. Begleitet wird der PoS-Auftritt in dieser Saison von einer 100-Prozent-Cash-Back-Aktion.

Essenziell für eine umsatzstarke Grillsaison ist laut Kühne die Analyse des Kaufverhaltens. Wichtig zu wissen: Kunden kaufen zum Saisonstart mindestens zwei Grillsoßen und ergänzen ihren Bedarf in der Folge im Schnitt mehr als drei Mal. Das bedeutet für den Handel, über den gesamten Zeitraum Out of Stocks zu vermeiden.

Trendgerecht sind ebenso die neuen Dressings von Kühne. Der Verbraucher liebt es „natürlich“, ohne Zusatzstoffe. Das komme bei den Salat-dressings stark zum Tragen. Die Antwort darauf: die neue Range „Natürlich GUT“. Das sind ungekühlte Dressings, die zu 100 Prozent aus natürlichen Zutaten bestehen und die Klassiker-Linie sowie die Zwei-Phasen-Vinaigrettes unter der Subbrand Enjoy ergänzen.

Hersteller Thomy fokussiert sich ebenfalls in diesem Jahr auf die Kategorie der Salatdressings. Salat liege laut Hersteller eindeutig im Trend. Fast 80 Prozent der Verbraucher essen den Veggie-Klassiker regelmäßig. Thomy erweitert deshalb sein Angebot um fünf neue Sorten mit natürlichen Zutaten in der 350-Milliliter- Glasflasche, die auch den Nutri-Score auf der Verpackung trägt. Eine TV-Kampagne begleitet den Produktlaunch. Bei den BBQ-Soßen wächst durch den Neuzugang der Sorten „Knoblauch mit Kräutern“, „Sweet Chili“ und „Burger-Sauce“ mit Zwiebeln das Angebot. „Bei den Verpackungen setzen wir auf mehr Nachhaltigkeit und haben unsere Neuheiten bei den Salat- und Grillsoßen in Glas verpackt“, erläutert Michael Gassert, Business Manager Thomy. Und gleichzeitig tragen ab diesem Jahr auch die bestehenden BBQ-Produkte den Nutri-Score auf der Verpackungsvorderseite. Die Knoblauchsoße ist ein Ganzjahresprodukt, die beiden anderen Neulinge werden ab jetzt bis Ende Juli im Regal sein. Ihre Einführung wird mit einer Digitalkampagne unterstützt. Und auf der Handelsfläche werden Grillklassiker und Neuprodukte von Anfang April bis Ende Juli mit Displays hervorgehoben.

Die Themen vegan/vegetarisch, frei von Konservierungsstoffen, künstlichen Farbstoffen und genmanipulierten Rohstoffen schlagen bei nahezu allen Herstellern durch. Das Merkmal vegan/vegetarisch ist oftmals bei den Produkten von vornhe‧rein gegeben, wird aber noch nicht so deutlich herausgestellt. „Bei unseren Gewürz-Ketchups sind neun von zehn Sorten bereits seit ihrer Einführung vegan, sodass wir auch in dieser Zielgruppe sehr beliebt sind“, konstatiert Ute Anton, Produktmanagerin bei Hela. Das passt zu einem Fleischlos-Trend, der auch am Grill zu spüren ist. Allerdings sind die reinen Veganer/Vegetarier mit einem Anteil von 6,5 Prozent bei den Grillern noch in der Minderheit.

Ein weiterer Trend beim Grillen ist Convenience. Den bedient Hela mit zwei neuen Produktlinien in Tuben. Das ist einmal „Fruit Up“ – eine Tomatenbasis mit ausgesuchten Gewürzen und einer Komposition aus Früchten. Der zur Seite steht die Range „Würz Wunder“. Das sind Würzpasten für Aufläufe, Pfannengerichte, Nudeln oder Kräuterbutter in den Sorten „Fruchtige Tomate“ und „Feine Kräuter“. Die neuen Tuben bestehen aus einem dünnen und recycelbaren HDPE-Monomaterial.

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