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Oktoberfest Die Wies‘n auf heimischen Rasen

Elke Häberle | 26. August 2020
Oktoberfest: Die Wies‘n auf heimischen Rasen
Bildquelle: Getty Images

Das Oktoberfest ist abgesagt. Damit fehlt das mediale Fundament für eines der umsatzträchtigsten Aktionsthemen im deutschen Handel. Aber es geht auch ohne, sind Hersteller und Händler überzeugt.

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Auch wenn in diesem Jahr die Wies’n ausfällt, ebenso die vielen lokalen Oktoberfest-Events in ganz Deutschland, und es nicht „O-Zopft ist“ heißt: Die Hersteller fahren eine Vielzahl von Oktoberfest-Aktionen auf, um Absatz und Umsatz rund um typische Wies‘n-Produkte zu befeuern und Kaufimpulse in den Märkten zu setzen.

„O’bazd is“ heißt es beispielsweise bei Alpenhain Käsespezialitäten. So gibt es auch in diesem Jahr ab September wieder die Wies‘n-Edition in den Sorten „Original Obazda Klassisch“, „Lauchzwiebel“ und „Röstzwiebel“ und das natürlich im entsprechenden Oktoberfest-Design. Das heißt, die Wies‘ n-Herzen auf der Verpackung mit typisch bayerischen Sprüchen wie „Schee, dass es di gibt“, „Lausbua“ oder „Spatzl“ (mehr unter obazda-wiensgaudi) machen die Käseschmankerl auch optisch zu einem echten Hingucker im Kühlregal – oder zu einem beliebten Mitbringsel. Der würzige Käseaufstrich ist vielseitig einsetzbar und passt zu frischen Brezln genauso wie auf ein Bauernbrot. Und er macht auch als Creme für Sandwiches, Burger und Wraps, in Salatdressings oder als Zutat für die warme Küche was her.

Original Bayerisch zieht auch
Das echt bayerische Kulturgut ist seit 2015 von der EU geschützt und darf nur in Bayern und nach traditioneller Rezeptur hergestellt werden; unter anderem von der oberbayerischen Familienkäserei Alpenhain aus Pfaffing. Wie ausnahmslos alle Alpenhain-Markenprodukte ist auch der Obazda vegetarisch und ohne Zusatz von Geschmacksverstärkern, Konservierungsstoffen und Farbstoffen. Zudem ist der Alpenhain Original Obazda auch VLOG (Verband Lebensmittel ohne Gentechnik)-zertifiziert. Verwendet werden dafür nur natürliche Zutaten, darunter frische Alpenmilch aus der Region.

Kulinarischen Trost über die abgesagte Wiesn bietet auch die Käserei Albert Herz aus Altusried mit der Oktoberfestbox, welche die vier Wiesn-Klassiker Allgäuer Bergkäse g. U., Allgäuer Emmentaler g. U., Herzkraxler Bierkäse und Obazda enthält und somit auch alle Geschmacksnuancen von mild bis würzig abdeckt. Der Allgäuer Emmentaler und der Allgäuer Bergkäse mit geschützter Ursprungsbezeichnung werden aus tagesfrischer unbehandelter Heumilch hergestellt.

Und dass Bier ein hervorragender Begleiter für Käse ist, zeigt der Herzkraxler Bierkäse. Schnittlauch und Zwiebelstückchen im Teig machen ihn herzhaft und das Affinieren mit Weizenbier gibt ihm Aroma. Neben Geschmack achtet Herz auch auf den Umweltschutz: Die nachhaltige Kartonverpackung mit Sichtfenster erlaubt eine optimale Produktpräsentation der einzelnen Käsesorten und spart zugleich Kunststoff ein.

Auf keiner richtigen Wies’n-Vesperplatte fehlen dürfen neben Käse natürlich auch Schinken, Speck, Frikadellen, Griebenschmalz, Tellersülze, Radieschen und Rettich, Gewürzgurken sowie Senf oder Meerrettich. Marktführer Schamel unterstützt den Handel hier in diesem Jahr wieder mit einer PoS-Kampagne „Meerrettich für Dein Oktoberfest zu Hause“ in Form eines Zweitplatzierungs-Displays mit 72 Gläsern und den drei Sorten Alpensahne, Scharfwürzig und Raspelstix. Die nationale Kampagne ist für alle gängigen Handelspartner geplant und die Displays werden idealerweise sortiert oder sortenrein in der Nähe der Fleisch-, Wurst- oder Fischtheke platziert.

Das Festzelt steht zu Hause
Für Oktoberfest-Feeling zu Hause sorgt zwischen KW 25 und 44 auch Wiesenhof mit seinen fein gewürzten Wiesenhof-Kreationen „ganzes Hendl“, „Hendl-Schenkel“, „halbe Ente“ und „Hendl-Steaks“. „Wir wollen mit unserem Wies’n-Sortiment für Oktoberfest-Stimmung zumindest für zu Hause beitragen“, so Dr. Ingo Stryck, Geschäftsführer Marketing bei Wiesenhof. Bereits in den vergangenen Jahren seien die zünftigen Geflügel-Schmankerl bei den Verbrauchern gut angekommen. Stryck weiter: „Wir denken, dass der Lebensmitteleinzelhandel gerade in diesem Jahr mit dem Sortiment punkten kann.“

So macht es der Handel
Und was macht der Handel? Im Frischecenter Wagner in Coburg findet laut Dieter Hümmer, Assistent der Geschäftsleitung, die Wies’n auf jeden Fall auch in diesem Jahr statt. So gibt es in den Bedientheken neben selbst gebackenem Laugengebäck noch frischen Obazdn sowie halbe Hähnchen. Im Geschäft sorgt außerdem eine separate Oktoberfest-Insel mit Fest-Bier samt Krügen oder Bierfässern, Rettich, Radieschen, Weißwürsten, Käse, Senf, Meerrettich, Sauerkraut, weiß-blauem Tischschmuck – kurz allem was zu einer kulinarischen Wies’n gehört – für Aufmerksamkeit und Kaufimpulse. Und auch bei Bünting gibt es Aktionen rund um die Wies‘n: Dort wird in den Combi- und Famila-Märkten „das Thema aufgegriffen und Themenseiten vorbereitet – zum Beispiel unter dem Aspekt „Oktoberfest zuhause feiern“. Passende Artikel dazu werden in den Handzettel eingebunden“, heißt es.

Es muss aber nicht immer das große Volksfest sein. Anstatt auf Aktionen rund um die Wies‘n, setzt Andreas Prechtl in seinen vier Edeka-Frischemärkten in Raubling, Bad Aibling, Feilnbach und Brannenburg lieber und individueller auf regionale Aktionen mit regionalen Brauereien. So gibt es beispielsweise beim Kauf von einem Kasten Bier von der Traditionsbrauerei Auerbräu im nahegelegenen Rosenheim einen Gutschein für eine halbe Maß bei der teilnehmenden Gastronomie.
Wer wird gleich die Lederhose an den Nagel hängen? Bayerische Schmankerl gehen immer.