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Fish International Neue Perspektiven

Dieter Druck | 10. März 2020
Fish International: Neue Perspektiven
Bildquelle: Oliver Saul

Die Fish International präsentierte sich als vitale Branchen-Plattform und lief trotz Sturmböen in der Spur. Keine größeren Lücken auf Hersteller- und Besucherseite. Die Fischverantwortlichen des deutschen Handels waren anwesend und denen wurde diesmal viel Neues gezeigt.

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Nachhaltigkeit, Bio, optimierte Verpackungen, Superfood, Snacking sowie hohe Convenience-Grade, die zu To-go und Ready-to-eat-Konzepten passen – die großen Trends der Food-Branche waren auf der Fish International in Bremen abgebildet. Noch nicht angekommen ist offensichtlich die Veganwelle beim Fisch, aber das dürfte eine Frage der Zeit sein. Die niederländische Sterk-Gruppe zum Beispiel ist dran am Thema und offeriert bereits veganes Sashimi und Shrimps auf Basis von gentechnikfreier Soja, Stärke und Weizen. Und auch etliche Start-ups sind in dieser Richtung unterwegs. Aber der künftige Marktstatus ist trotz medialen Hypes noch sehr ungewiss.

Ihren Status als nationaler sowie internationaler Branchentreff hat die Fish International erneut untermauert. Die Fischverantwortlichen des deutschen Handels waren trotz Orkanwarnung und lahmgelegten Bahnverkehrs zugegen. Von einigen Ausstellern wurde auch die Präsenz des ausländischen Handels hervorgehoben. Der Messe könnte, zumindest dies die landläufige Meinung in Bremen, durch die Verlagerung der Seafood Expo Global von Brüssel nach Barcelona in zwei Jahren nochmals einen Entwicklungsschub erfahren, was begrüßenswert wäre.

Nachhaltigkeit und Fisch sind innig verbunden, seit es ressourcenschonende Aktivitäten gibt. Nachhaltigkeit auf „höchstem Niveau“ präsentierte Deutsche See in Bremen mit Seelachsfilets aus Naturland-Wildfischzertifizierter Fischerei exklusiv für Handel und Gastronomie. Die Seelachsfilets werden mit Schiffen unter deutscher Flagge in der nördlichen Nordsee um Norwegen gefangen und stammen aus nachhaltig, gut gemanagten Beständen. Deutsche See setzt aus eigener Sicht „mit diesem ersten Naturland Wildfisch-Projekt neue Nachhaltigkeits-Maßstäbe“. Gefischt wird ausschließlich in definierten Fanggebieten und -korridoren, in denen keine Jungfische leben und kein sensibler Lebensraum gefährdet wird. Leichte Netze mit großer Maschenweite und ohne Scheuerschutzmatten sorgen für einen geringeren Treibstoffverbrauch, geben anderen als den zum Fang bestimmten Fischen die Chance zur Flucht und schonen den Meeresboden. Darüber hinaus fließen hohe Sozialstandards entlang der Wertschöpfungskette in die Zertifizierung ein. Laut Naturland werden sowohl an Bord als auch in den verarbeitenden Betrieben hohe Sozialstandards eingehalten.

Einen weiteren Messe-Schwerpunkt bildeten bei Deutsche See die Aktivitäten rund um die tiefgekühlten und gekühlten SB-Artikel. Räucherlachs und Graved Lachs waren zum Jahresende hin die Vorboten in der Plus-Kühlung, mit dem Ziel, hochwertige Fischfeinkost unter der Marke zu etablieren. Mit Kabeljau-, Seelachs-und Lachsprodukten wird jetzt das Angebot in neu designter und optimierter Verpackung ausgebaut. Über saisonale Angebote, beispielsweise zur Grillzeit, sollen Vielfalt vermittelt und gleichzeitig Impulskäufe angeregt werden.

Nachhaltigkeit zahlt sich aus
Transgourmet hat Nachhaltigkeitsansätze in der eigenen „Richtlinie Fisch und Seafood“ verankert. Wichtige Ziele sind der Verzicht auf den Handel mit gefährdeten Spezies oder Fisch aus überfischten Beständen. Zudem setzen die Bremerhavener bei der Warenbeschaffung verstärkt auf regionale Betriebe und fördern Zuchtfisch aus biologisch betriebener und kontrollierte Aquakultur. Nachhaltige, zertifizierte Produkte stehen inzwischen für mehr als 35 Prozent des Fischumsatzes, und die Tendenz, so Ralf Forner, Geschäftsleiter Transgourmet Seafood, sei eindeutig weiter steigend. „Nachhaltigkeit zahlt sich aus “, ist er überzeugt. Zudem habe man mit „Transgourmet Ursprung“ eine eigene anspruchsvolle Nachhaltigkeitsmarke geschaffen, die unterschiedliche Warengruppen einbeziehe, darunter Fisch. Allerdings ist das Konzept bislang für die Absatzschienen Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung vorgesehen, nicht für den Einzelhandel.

LEH rückt wieder in den Fokus
Friesenkrone baut auf der Kernkompetenz Matjes und Hering auf, gestaltet das Ganze mit neuen Produkten aber bunter, zeitgemäßer und jünger. Darüber hinaus werden beispielsweise mit Garnelen, Kabeljau und Lachs neue „Rohstoffbasen“ geschaffen. Als Absatzbasis soll der Lebensmittel-Einzelhandel wiederbelebt werden. Neue Impulse werden von To-go-Salate und ultrafrischer Covenience (marinierte Produkte, Teilfertiggerichte) erwartet. Erste Testlistungen wurden nach Unternehmenangaben erfolgreich abgeschlossen, nun stehe der Rollout an. Die LEH-Aktivitäten schließen SB- und Thekensortimente ein. Patrick Rudolf, seit einem Jahr Geschäftsführer Marketing und Vertrieb bei der Friesenkrone-Gruppe: „Auch im Endverbraucher-Markt können wir mit Hering allein die Zukunft nicht gewinnen. Deshalb setzen wir im Lebensmittelhandel zusätzlich auf ultrafrische Convenience mit hochwertigen Fischbeilagen.“ Restlaufzeit: sechs Tage.

Alge, Tang und gepullter Lachs
Feinköstler Lauenroth nutzte die Messe, um eine Handelsresonanz für seine neuen Produkte zu bekommen, die in den kommenden Monaten eingeführt werden sollen. Eine der neuen Linie basiert auf Pulled Lachs (heißgeräucherter Stremellachs, in feine Happen gezupft). Beispielsweise als „Pulled Lachs Algen-Rote Bete“ oder in „Paprika Creme“ oder als „Pulled Lachs Rillette“. Die Produkte sind einsetzbar als Brotaufstrich oder als Amuse-Bouche oder als Beilage zu Kartoffeln. Zwischen 3,69 und 3,99 Euro liegen hier die unverbindlichen Preisempfehlungen.

Eine weitere neue Produktlinie hat Lauenroth mit Algen-Produkten aufgelegt, die inzwischen den Status von Superfood erlangt haben. Basis bei Lauenroth ist die Braunalge „Laminaria japonica“. Den Start machen ein Algen-Spargel-Salat mit Asia-Note, als Beilage zu Sushi oder eingepackt in Frühlingsrollen, sowie ein Sieben-Kräuter-Algen-Pesto. Der UVP wird bei 2,99 liegen.