Anzeige

Kälte-System Umwelt im Blick

Andrea Kurtz, Marleen Joos | 31. August 2018

Die Edeka Minden-Hannover installierte in einem Pilotprojekt beim Discounter NP ein umweltfreundliches Kälte-Hybridsystem. Das arbeitet mit dem zukunftsfähigen Kältemittel R455A und ist damit konform mit den neuen EU-Anforderungen zur Verwendung von sogenannten F-Gasen.

Anzeige

Im Rahmen eines Pilotprojekts implementierte NP, der Discounter der genossenschaftlich organisierten Edeka Minden, ein umweltfreundliches Kälte-Hybridsystem. Das Besondere: Das innovative System erfüllt die Auflagen der neuen EU-Richtlinien zur Verwendung von fluorierten Treibhausgasen (F-Gase). Dazu wurde für die Normalkühlung ein neues Kältemittel (R455A) eingesetzt, das unter dem künftig vorgeschriebenen Global Warming Potential (GWP) von 150 bleibt.

Die Hybridlösung basiert auf der Kombination von wassergekühlten Anlagen für die Tiefkühlung und dezentralen Kühlmodulen für die Normalkühlung. Eine zentrale Kälteverbundanlage ist damit nicht mehr notwendig. Die verwendete Kältemittelmenge wird um rund 70 Prozent gegenüber einer Standardkälteverbundanlage reduziert.

Gekoppelt mit WärmeSystem
Beide Systeme sind zusätzlich an ein Wärmerückgewinnungssystem angeschlossen, das eine zusätzliche Energieeinsparung ermöglicht. Nach dem Pilotprojekt plant NP bereits weitere Märkte mit dem zukunftssicheren Kälte-Hybridsystem.

Erstmalig wird für den Betrieb der dezentralen Kühlmodule, sogenannte Ko-Mod-Boxen, das neue Kältemittel R455A eingesetzt. Mit einem GWP von 148 ist R455A die Lösung, wenn es um die Einhaltung der ab 2022 geltenden EU-Bestimmung geht, die die Verwendung von Kältemitteln mit einem GWP von unter 150 für hermetisch geschlossene Anwendungen vorschreibt.

Neues Kältemittel im Einsatz
Die mit dem neuen Kältemittel R455A betriebenen Ko-Mod-Boxen sind ein neues und platzsparendes Kälteversorgungssystem, das speziell mit Blick auf die F-Gase-Verordnung zukunftsfähig ist. Da die Verwendung bestimmter Kältemittel im Rahmen der neuen Richtlinien eingeschränkt wird, ist R455A eine gute Lösung für Kühl- und Tiefkühlmöbel im mittleren und unteren Temperaturbereich.

Fakten KMW
  • Das KMW Kühlmöbelwerk mit Sitz in Limburg an der Lahn entwickelt und produziert individuelle und intelligente Kältesysteme für den Lebensmittel-Einzelhandel, von Premium-Supermärkten über Discounter bis hin zu Tankstellen, Fleischereien und Reformhäusern.
  • Gerade bei speziellen Raumanforderungen oder wenig Platz profitieren Kunden von den individuellen Lösungen.
  • Das Produktportfolio reicht von gewerblichen Kühl- und Tiefkühlmöbeln sowie steckerfertigen Möbeln über Kälteanlagen bis hin zu Fernwartungsdiensten.
  • Dabei legt KMW besonderen Wert auf ressourcenschonende und umweltgerechte Fertigung: Alle Produktionsprozesse sind nach DIN EN ISO 9001–2008 zertifiziert.

Pro Kühlmöbeleinheit wird eine Ko-Mod-Box benötigt. Dadurch funktionieren die einzelnen Kühleinheiten voneinander unabhängig, sodass im Falle einer Störung nicht die gesamte Kühlstrecke, sondern nur das einzelne Modul betroffen ist. Die dezentralen Kühlmodule werden Platz sparend direkt auf das jeweilige Kühlmöbel installiert. Ihr Vorteil: Sie sind besonders geräuscharm, leicht zu montieren und dabei sehr wartungsarm.

Für die Tiefkühlung werden steckerfertige Tiefkühltruhen eingesetzt, die an das Wasserkreislaufsystem der Hybridkühlung des Marktes angeschlossen sind. Neuerdings wird mit diesem System auch die Abwärme steckerfertiger Kühl- und Tiefkühlmöbel in das Heizungs-, Lüftungs- und Klimasystem des Marktes eingespeist. Dadurch wird eine erhebliche Energieeinsparung erzielt. Zusätzlich benötigen die steckerfertigen Möbel durch den Anschluss an das Kälte-Hybridsystem 40 Prozent weniger Strom als reguläre steckerfertige Tiefkühlmöbel.

Steckerlösungen Bevorzugt
Im Sommer wird die überschüssige Abwärme über eine Rückkühlereinheit nach außen transportiert und in die Außenluft abgegeben, dadurch wird die Klimaanlage des Marktes erheblich entlastet. „Die Schonung der Umwelt und der bewusste Umgang mit unseren Ressourcen ist für NP wichtig. Deshalb war es unser Ziel, ein Kälteversorgungssystem in unseren Märkten zu implementieren, das die gesamte Abwärme aller Kühl- und Tiefkühlmöbel, insbesondere auch die der Steckerlösungen, in ein effizientes Wärmerückgewinnungssystem einspeist“, erläutert NP-Verantwortlicher Dieter Arnold. Gemeinsam mit dem KMW Kühlmöbelwerk habe NP dieses Vorhaben „schnell und zuverlässig umgesetzt“, sagt Arnold.

Eine Steuerung für alle relevanten Funktionen
Die Kälte-Hybridlösung wird über ein zentrales System kontrolliert und gesteuert. Damit werden sowohl Tief- als auch Normalkühlung, das Wärmerückgewinnungssystem als auch die allgemeine Marktklimatisierung überwacht und geregelt. Tritt eine Funktionsstörung bei der Kälteversorgung auf, wird diese mithilfe des Kontrollsystems an drei Stellen kommuniziert: an den Marktleiter, den KMW-Service und die NP-Kältehotline.

Kuchenmeister

Klimaziele im Blick! „Wir müssen gemeinsam und sofort tätig werden, um der Erderwärmung entgegenzutreten“, erläutert Oliver Lahode, Mitglied der Kuchenmeister- Geschäftsleitung. Mit der Initiative „ZNU goes Zero“ verpflichtet sich das Unternehmen, schrittweise sämtliche THG-Emissionen bis 2022 auf Netto-Null zu senken. Die Schritte: Die Großbäckerei nimmt derzeit eine fundierte Status-quo- Erfassung der aktuellen Klimabilanz vor und bewertet unter anderem Kältemittel. Bis zum Herbst soll eine Klima-Bilanz für den Standort Soest vorliegen. Um THG-Emissionen zu vermindern und zu vermeiden, setzt Kuchenmeister bereits jetzt unter anderem auf Desodorierungs- und Wärmerückgewinnungsanlagen, den Einsatz moderner Beleuchtungsmittel (LED) und das Vermeiden von Leckagen in Druckluftsystemen. Zusätzlich will das Unternehmen ausschließlich Grünstrom nutzen. Eventuell unvermeidbare THG-Emissionen sollen beispielsweise durch das Anpflanzen von Bäumen kompensiert werden.

Auf diese Weise wird sichergestellt, dass Frische- und Tiefkühlprodukte im Markt stets die richtige Temperierung erhalten. Herzstück des Steuerungssystems ist ein Tablet, das im Marktleiterbüro. Hier werden alle Vorgänge aufzeichnet und visualisiert. Das Programm generiert täglich einen voll automatisierten Ausdruck des HACCP-Reports, der für eine lückenlose Dokumentation aller Kühlprozesse im ganzen Markt sorgt.