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Ladenbau Beleuchtung Für kreatives Lichtdesign sind LED die erste Wahl

Sonja Plachetta | 17. Juli 2015

Nicht für jeden Händler müssen Leuchtdioden im Moment schon die beste Lösung sein. Die LP erklärt, wann sich der Umstieg auf das „Licht der Zukunft“ lohnt.

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Die Kanzlerin setzt mit modernen Technologien auf die Energiewende, und ihr Lieblingswort dabei lautet „alternativlos“. Ein Wort, das auch die Lichtbranche gern verwendet, wenn es im Handel um den Wechsel von konventioneller zu digitaler Lichttechnik geht. Heute in der Shopbeleuchtung noch in „alte Technologie“ zu investieren, ist nach Einschätzung der österreichischen Zumtobel AG „aus unternehmerischer Sicht untragbar“. Unschlagbar seien dagegen die Vorteile der Leuchtdioden (LED) – und unabhängige Lichtarchitekten wie Reinhard Vedder (Vedder Lichtmanagement) betonen, dass „der Handel nur gewinnen kann, wenn er bereits heute auf LED-Beleuchtung umsteigt“.

Tatsächlich kommt das „Licht der Zukunft“ immer mehr im Heute an. Viele Handelsunternehmen sind bereits auf den LED-Zug aufgesprungen, bei anderen steht der Wechsel zur nächsten Modernisierungsaktion an – vor allem wegen der deutlich sinkenden Energiekosten. Es sind nicht nur die niedrigeren Anschlussleistungen der LED, die die Stromkosten minimieren. Auch sinkende Abschriften tragen im LEH zur Kostenreduktion bei, weil weder Infrarotlicht noch UV-Licht bei Frischware zu vorzeitiger Reifung und schnellem Verderben führen. Richtig sparen lässt sich laut Vedder durch die positiven Effekte auf die Klimaanlagen , die bei fehlendem Wärmeeintrag durch Beleuchtung weniger leisten müssen. Auch die Dimmbarkeit von LED-Licht trägt – etwa zu frequenzärmeren Tageszeiten – zu nachhaltigerem Energieeinsatz bei.

Beim Neubau von Lebensmittelmärkten steht LED-Licht heute eindeutig im Fokus, bestätigt der aktuelle EHI-Ladenmonitor. „LED als Beleuchtungsmedium ist in puncto Energieeffizienz immer häufiger die erste Wahl und hat durch das Vordringen auch in der Allgemeinbeleuchtung einen zusätzlichen Investitionsschub erhalten“, sagt Claudia Horbert, Leiterin des EHI-Forschungsbereichs Ladenplanung und Einrichtung. Weit über die Hälfte der befragten Lebensmittelhändler hat sich bereits für den Einsatz von LED bei der Flächenbeleuchtung entschieden; der LEH ist Vorreiter auf diesem Gebiet. Denn laut Ladenmonitor entfallen im LEH 27 Prozent des gesamten Energieverbrauchs auf Licht ( bei Nonfood 53 Prozent), und die meisten Händler gehen von weiter steigenden Energiekosten aus. Im Durchschnitt akzeptiert der Handel für Investitionen in LED Pay-off-Zeiträume zwischen zwei und zweieinhalb Jahren. Viele Unternehmen sind nach eigenen Aussagen auch bereit, auf LED-Beleuchtung zu setzen, wenn die Amortisationsphase länger dauert. Ohnehin rückt laut EHI bei immer mehr Händlern eine ganzheitliche Betrachtung bei der Investition in neue Anlagen und Systeme in den Fokus. Das heißt, der Idee des Total Cost of Ownership folgend, werden die Kosten langfristig, über den gesamten Lebenszyklus etwa einer Beleuchtungsanlage, betrachtet. Anschaffungskosten sind dabei nur ein Faktor neben allen Aspekten der späteren Nutzung wie Betriebskosten, Reparatur und Wartung. Da kann die LED kräftig punkten.


Weitere Qualitätssteigerungen im Bereich der Lichtleistung sowie der brillanten und natürlichen Farbwiedergabe haben dazu geführt, dass LED als gleichwertig mit den konventionellen Leuchtmitteln der neuesten Generation gilt. Zudem sinken die Marktpreise für hochwertige LED deutlich, in der Branche wird ein Preisabstand von circa 20 Prozent gegenüber der konventionellen Entladungslampe genannt – Tendenz weiter fallend. Zumtobel verzeichnet denn auch bei Neubau- und Großsanierungsprojekten im Handel insgesamt eine LED-Quote von rund 60 Prozent – bezogen auf komplette LED-Lösungen. Um dem Handel den Einstieg in die LED-Technik zu erleichtern, bietet Zumtobel zusätzliche Dienstleistungen rund um die LED-Installation an. Das heißt, für erforderliche Umbaumaßnahmen bei der Umstellung auf eine LED-Beleuchtungsanlage zahlt der Handel nicht zusätzlich. Installation und Investitionskosten für Umbauten sollen aus einem Teil der eingesparten Energiekosten in den Folgejahren vollständig abgedeckt werden.

Alternativlos ist LED zum gegenwärtigen Zeitpunkt dennoch nicht, mahnt so mancher Lichtexperte. Auch der einfache Austausch von konventionellen durch LED-Leuchten in vorhandenen Anlagen kann für Händler manchmal eine Option sein. Bei Renovierungen in Bestandsbauten sollen sich mit dieser schnell realisierbaren Lösung schon bis zu 50 Prozent Energieeinsparung erzielen lassen, bei gleichzeitig verbesserter Lichtqualität. Der Vorteil einer derartigen Lösung: Bereits vorhandene Montageorte und -öffnungen in der Decke können weiter genutzt werden. Ebenso kann der Austausch alter Lampen durch hochleistungsfähige konventionelle Entladungslampen der neuesten Generation durchaus sinnvoll sein – auch hier ist die Lebensdauer auf 20.000 Stunden gestiegen, das Investment nach wie vor günstiger. Betrachtet werden müssen dabei zahlreiche Parameter: Sie betreffen individuelle Ansprüche und Investitionsbudgets, den Status quo der vorhandenen Lichtanlage, ihren Wartungszustand, den verbleibenden Zeitraum bis zum Austausch der Anlage usw. Lichtplaner beraten dann über die individuell optimale Lösung.

Geprägt ist die Diskussion um den richtigen Zeitpunkt für den Einstieg in LED-Technik noch stark durch den Wunsch nach möglichst geringen Investitionskosten und kurzen Amortisationszeiten, also durch die harten Fakten der Wirtschaftlichkeit. Zu wenig nachgedacht wird noch über die weichen Faktoren, etwa über die Möglichkeit, mit digitaler Beleuchtung und entsprechenden elektronischen Lichtsteuerungssystemen enorme Gewinne an Lichtqualität , an angenehmer, lebendiger Atmosphäre und hohem Aufenthaltswert für Kunden und Personal zu erzielen. Bei der Shopbeleuchtung mit LED ist es wie bei jeder neuen Technologie: Das Verständnis dafür, welche Gestaltungsspielräume diese eröffnet – z. B. durch die Integration von Licht ins Shop-Mobiliar –, muss langsam wachsen. Wohin die Reise beim Thema kreatives Lichtdesign gehen könnte, formulierte ein Lichtexperte kürzlich so: „Wir denken in Licht als Medium und nicht in Leuchten!“ Innovative Hersteller tüfteln bereits an entsprechenden Lösungen, wie das schottische LED-Technologieunternehmen Design LED Products. Es hat mit der Entwicklung von patentierten flexiblen und extrem dünnen LED-Lichtlösungen bereits die Voraussetzungen für ganz neue Lichtdesignwelten im Handel geschaffen – abseits der klassischen Deckenstrahler oder Pendelleuchten.