Molkereiprodukte Dröpje für Dröpje Exklusives

Darf es zu Weihnachten vielleicht auch mal etwas anderes sein? Wir haben uns mal umgesehen, was es für Delikatessen aus Esels-, Büffel-, Stuten- oder Kamelmilch gibt.

Sonntag, 10. Dezember 2023 - Molkereiprodukte
Dr. Friederike Stahmann
Artikelbild Dröpje für Dröpje Exklusives
Bildquelle: Vinzent Weinbeer

Wie wäre es mit einem serbischen Rohmilchkäse aus Eselsmilch? Pule, so heißt der weiße, bröcklige Käse, der geschmacklich mit dem spanischen Manchego-Käse verglichen wird. Er zählt zu den seltensten und teuersten Käsesorten der Welt. Hergestellt wird Pule im Naturreservat Zasavica, wo nur noch wenige Hundert der gefährdeten Balkan­esel leben. In der einzigen dort ansässigen Farm werden die Eselstuten dreimal am Tag in mühevoller Handarbeit gemolken. Anders ließe sich die milchige Kostbarkeit von 200 Millilitern pro Tier und Tag nicht gewinnen. An die Euter lassen die Eselstuten nur ihr Fohlen oder Menschenhände. Melkmaschinen lassen die Milch versiegen.

Und so wundert es nicht, dass das Kilo Pule umgerechnet rund 1.000 Euro kostet (der einzelne Käsekegel wiegt rund 50 Gramm). Nicht nur das komplizierte Melken von Hand macht sich im Preis bemerkbar, sondern auch die im Pule verarbeitete Menge der Milch der Langohren: Um ein Kilogramm Käse herzustellen, braucht es etwa 25 Liter Eselsmilch. Das ist zweieinhalbmal so viel Milch wie für Mozzarella.

Wer es erschwinglicher haben möchte, greift zu Büffelkäsespezialitäten. Die urigen Gesellen stammen aus Asien, wo sie seit 4.000 Jahren gemolken werden. Hier in Europa trifft man auf Büffelherden in Kampanien, also in der Region rund um Neapel. Mit knapp 8 Gramm Fett pro Liter ist die Büffelmilch mehr als doppelt so gehaltvoll wie Kuhmilch. Mehr Fett bedeutet in diesem Fall gleichzeitig auch ein Mehr an gesunden essenziellen Fettsäuren sowie mehr Calcium, Biotin und Vitamin.

In den Sommermonaten adelt italienischer Büffelmozzarella nicht selten mit seinem charakteristischen Geschmack auch hier italieni­sche Nationalgerichte wie Pizza oder Caprese. „In den Herbst- und Wintermonaten sind es aber affinierte Spezialitäten wie der Büffelmozzarella mit Trüffeln oder der Camembert di Bufala, die ein verstärktes Absatzpotenzial zeigen“, weiß Marcus Böhmer vom Feinkostgroßhändler Heiderbeck in Olching bei München. Beide zeichneten sich durch ein feines, eher mildes Aroma mit typisch salzigen Nuancen im Abgang geschmacklich aus, so Böhmer.

Pferdemilch ist menschlicher Milch sehr ähnlich und zudem vitamin- und mineralstoffreich. „Bei Hautproblemen wie Neurodermitis und Schuppenflechte haben unsere Kunden zudem sehr gute Erfahrungen mit Stutenmilch gemacht“, berichtet Jette Zollmann, die im Odenwald 150 Stuten melkt. Erst sechs bis acht Wochen nach der Geburt der Fohlen kommen die Stuten in den Melkbetrieb. Zwischen den Melkzeiten verbringen sie weiterhin viel Zeit mit ihrem Nachwuchs. Zu haben ist die Stutenmilch in Bioqualität aus dem Odenwald ganzjährig frisch in 0,5- oder 1-Liter-Gebinden direkt ab Hof. Gefroren oder als Pulver findet man sie auch in größeren Bio-Supermärkten und kann sie im Onlineshop des Gestütes beziehen.

Kamele in den Niederlanden
Kamele begleiten nicht nur die Heiligen Drei Könige. Seit einigen Jahren gibt es eine Kamelfarm in den Niederlanden. Gemolken werden dort zwischen 20 und 25 Kamelstuten einer 100-köpfigen Herde. Bei zweimal täglichem Melken lassen sich so im Durchschnitt fünf bis sechs Liter pro Tag und Kamel erzeugen. Auch hier bleiben die Fohlen die ersten vier Wochen bei der Mutter. Erst danach wird gemolken.

Das Lebensmittelportfolio daraus umreißt Sanne van Rooij von der Kamelkäserei Smits in Berlicum gegenüber LP so: „Wir verkaufen Brot, Likör, Bonbons, Schokoladenlutscher, Schokoladenlollis für Heißgetränke, Cappuccino und natürlich auch Pulver. Alles aus Kamelmilch.“ Für 10 Euro den Liter hat die niederländische Spezialkäserei auch frische Kamelmilch im Angebot. Jedoch nur direkt ab Hof. Kamelmilch sei fettarm und verfüge über ein Protein, das die gleiche Wirkung wie Insulin habe, so Sanne von Rooij. Für Diabetiker bedeute dies, dass beim Konsum von Kamelmilch weniger Insulin gespritzt werden müsse. Zudem sei sie leicht verdaulich und enthalte weniger Allergene als beispielsweise Kuhmilch. Dem weißen Wüstengold werden auch therapeutische Wirkungen nachgesagt. Der Legende nach soll Kleopatra in Kamelmilch gebadet haben, um ihre Haut sanft und geschmeidig zu halten.

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