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Sachsen Leichte Schwächephase

Silke Bohrenfeld | 27. August 2010
Sachsen: Leichte Schwächephase

Bildquelle: iStockphoto

Die Wirtschafts- und Finanzkrise ist nicht spurlos an der Ernährungswirtschaft in Sachsen vorbei gegangen und trübt etwas die Bilanz der vergangenen Jahre.

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Am 9. November hat Deutschland 20 Jahre Wiedervereinigung gefeiert. Grund genug, um auch in Sachsen eine Zwischenbilanz zu ziehen. Hat sich das Bundesland zu einer blühenden Landschaft entwickelt? Zumindest die Ernährungswirtschaft konnte eine positive Bilanz ziehen. So hat sich der Umsatz in der Branche     (Betriebe ab 20 Beschäftigten) von 1992 bis 2008 mehr als verdoppelt, die Produktivität sogar verdreifacht. Seit 1991 investierten die Unternehmen der sächsischen Ernährungs-Wirtschaft mehr als 3,6 Mrd. Euro, die mit rund 860 Mio. Euro gefördert wurden.

Damit war die Ernährungswirtschaft (Ernährungsgewerbe und Tabakverarbeitung) 2008 der zweitumsatzstärkste Gewerbezweig innerhalb des verarbeitenden Gewerbes in Sachsen und gehörte auch 2009 zu den umsatzstärksten Zweigen. Allerdings ist auch in Sachsen die Finanz- und Wirtschaftskrise nicht spurlos an den Unternehmen vorbeigegangen. 2009 mussten die 341 sächsischen Nahrungs-, Futtermittel- und Getränkehersteller (ab 20 Beschäftigten) im Vergleich zu 2008 einen Umsatzrückgang von mehr als 10 Prozent auf 5,975 Mrd. Euro hinnehmen. Damit wurde der Umsatz von 2007 nicht ganz erreicht. 2007 war der zweitbeste Umsatz hinter 2008.

Die größten Umsatzrückgange im Jahr 2009 hat die Milch-Verarbeitung verkraften müssen. Hier ging der Umsatz um enorme 18,5 Prozent zurück. Auch in der Obst- und Gemüseverarbeitung wurde mit einem Minus von 16,2 Prozent ein zweistelliger Rückgang verzeichnet. Rückläufig, wenn auch nicht auf so hohem Niveau, waren die Umsätze in der Bierherstellung (-3,1 Prozent) und der Fleischverarbeitung (-2,3 Prozent). Lediglich die Backwarenherstellung erreichte annähernd den Umsatz von 2008. Hier ging der Umsatz um moderate 0,4 Prozent zurück. Zu dieser Entwicklung trugen vor allem die in vielen Branchen rückläufigen Verbraucherpreise bei. Auf der anderen Seite profitierten Unternehmen der Ernährungswirtschaft von den teilweise stark gesunkenen Preisen in der Landwirtschaft, wie beispielsweise von den niedrigen Milchpreisen.

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