Der Konsumgüterkonzern Beiersdorf hat im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatzrückgang verzeichnet und seine Jahresprognose nach unten korrigiert. Der Konzernumsatz sank organisch um 3,5 Prozent auf 5,0 Milliarden Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Besonders stark betroffen war der Unternehmensbereich Consumer, dessen Umsätze organisch um 4,0 Prozent zurückgingen. Das operative Ergebnis (EBIT) ohne Sondereffekte belief sich auf 768 Millionen Euro. Das entspricht einer Umsatzrendite von 15,5 Prozent. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 836 Millionen Euro gewesen.
Verschiedene Faktoren belasten Nivea
Hauptursache für den Rückgang waren anhaltende Probleme bei der Kernmarke Nivea. Diese hatte im ersten Halbjahr einen organischen Umsatzrückgang von 6,8 Prozent. Belastend wirkten nach Angaben von Beiersdorf vorübergehende Probleme bei den Auslieferungen an den Handel, ein verspäteter Start der Sonnensaison in Europa, Lagerbestandsabbau im Handel sowie verzögerte Abverkäufe bei wichtigen Innovationen. Zudem belasteten die Krise im Nahen Osten sowie anhaltende Herausforderungen im Kernportfolio die Geschäftsentwicklung der Marke.
Um Nivea wieder auf Wachstumskurs zu bringen, startet Beiersdorf nun einen 18-monatigen Turnaround-Plan. „Mit einem 18-monatigen Turnaround-Plan ergreifen wir nun noch entschlossenere Maßnahmen, um Nivea wieder auf Wachstumskurs zu bringen“, sagte Vorstandschef Vincent Warnery.
Medienausgaben um 100 Millionen Euro höher
Der Plan sieht breit angelegte Innovationen über alle Kategorien hinweg vor. Zudem will Beiersdorf die Marke für mehr Verbraucher zugänglich machen und das Produktangebot ausbauen, das gezielt auf die Bedürfnisse in den jeweiligen Märkten zugeschnitten ist. Das Unternehmen wird seine Medienausgaben in der zweiten Jahreshälfte 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 100 Millionen Euro erhöhen.
Eucerin und Hansaplast wachsen weiter
Während Nivea schwächelt, setzte der Unternehmensbereich Derma seine starke Entwicklung fort und erzielte ein organisches Umsatzwachstum von 7,8 Prozent. Eucerin setzte seinen Wachstumskurs fort, getragen von den Wirkstoffen Epicelline und Thiamidol. Die Luxusmarke La Prairie erreichte im ersten Halbjahr einen organischen Umsatzrückgang von 6,9 Prozent, kehrte im zweiten Quartal aber mit einem organischen Umsatzwachstum von 2,2 Prozent wieder auf den Wachstumskurs zurück. Der Unternehmensbereich Health Care mit den Marken Hansaplast und Elastoplast schaffte ein organisches Umsatzwachstum von 4,0 Prozent.
Umsatzrückgang im Bereich Consumer erwartet
Vor dem Hintergrund der Nivea-Probleme und der erhöhten Investitionen in die Marke passte Beiersdorf seine Prognose für das Geschäftsjahr 2026 an. Für den Unternehmensbereich Consumer erwartet das Unternehmen nun einen organischen Umsatzrückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Zuvor hatte Beiersdorf eine flache bis leicht wachsende organische Umsatzentwicklung prognostiziert. Die EBIT-Umsatzrendite ohne Sondereffekte soll mindestens 11,0 Prozent betragen. Zuvor hatte das Unternehmen eine Rendite leicht unter Vorjahresniveau erwartet.
Ab 2028 wieder profitabel wachsen
Im Vorjahr lag die Rendite im Consumer-Geschäft bei 13,6 Prozent. Für den Konzern erwartet Beiersdorf nun einen organischen Umsatzrückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich sowie eine EBIT-Umsatzrendite ohne Sondereffekte von mindestens 11,8 Prozent. Im Vorjahr lag die Konzernrendite bei 14,0 Prozent. „Unsere oberste Priorität ist es, unser Geschäft im Jahr 2027 wieder auf Wachstumskurs zu bringen und ab 2028 wieder profitabel zu wachsen“, so Warnery.