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Wein Trendsegment

Tobias Dünnebacke | 23. September 2011

Die Hersteller reagieren auf die wachsende Nachfrage nach milden Weinen mit neuen Produktkonzepten.

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Die Zahl der Weintrinker, die beim Kauf im Supermarkt vermehrt zu milden Weinen greift, scheint zu steigen. Das jedenfalls beobachten die Hersteller: „Ja, es gibt einen Trend“, sagt Jürgen C. Grallath, geschäftsführender Vorstand der Deutsches Weintor eG . „Viele Weintrinker wollen beim Genuss vom alltäglichen Stress abschalten und dabei nicht durch aggressive Säure im Wein belastet werden.“ Die Genossenschaft hat mit der „Edition Mild“ eine Range entwickelt, deren Weine durch ihre sanfte Säure besonders magenfreundlich sind. „Das funktioniert, weil wir die aggressivere Apfelsäure in eine bekömmlichere, sanftere L-Milchsäure umwandeln“, erklärt Grallath, der Experte auf dem Gebiet ist. Die milden Weine der Genossenschaft hätten gegenüber anderen Erzeugnissen einen entscheidenden Vorteil „Der Wettbewerb verändert das Säurepotenzial mit Restsüße. Dies wirkt sich aber nicht auf die Bekömmlichkeit aus.“ Um auch empfindlichen Menschen den Genuss des typisch deutschen Weines Riesling zu ermöglichen, gibt es seit 2010 von Weintor auch den entsprechend milden Riesling.

Aber auch andere beschäftigen sich mit dem Thema: „Uns ist es schon immer sehr wichtig gewesen, harmonische und bekömmliche Weine zu bereiten. Nur so lassen sich echte Millionseller etablieren“, sagt Alois Dietzen, Marketingleiter von F.W. Langguth Erben . Seit letztem Jahr werden unter „Erben Mild“ ein Weiß- und ein Rotwein verkauft. Die Auslobung auf dem Etikett lautet: Erben Mild Milde Säure – halbtrocken. Bei der Zielgruppe gibt es einen klaren Fokus: „Gerade ältere Weintrinker legen sehr großen Wert auf Bekömmlichkeit und Wohlbefinden, also auch auf echte milde Weine mit wenig Säure.“

Etwas anders orientiert sich da die Henkell & Co. Sektkellerei aus Wiesbaden, die auf der diesjährigen ProWein den Söhnlein Brillant in der milden Variante vorgestellt hat. „Mit Söhnlein Brillant Mild wird das Segment der milden Sekte bedient, dass sich an eher jüngere, vornehmlich weibliche Konsumenten wendet“, sagt Jan Rock, Sprecher des Sekthauses. Und auch Rock kann für Sekt, ähnlich wie die Weinproduzenten, von einem Trend sprechen und diesen auch mit Zahlen belegen: So habe das Segment „Mild“ (Angebote mit einer Dosage von über 50 g/l) im deutschen Lebensmittel-Einzelhandel einen Marktanteil von immerhin knapp 11 Prozent (exklusive Aldi). „Und das Segment liegt im Trend, denn es wuchs mit plus 5,3 Prozent überproportional zum Sektmarkt“, sagt Rock. Mit dem Söhnlein ist das Haus nun auch in diesem wichtigen Marktsegment vertreten, in dem die Sektkellerei bislang ausschließlich mit dem Krimsekt „Ukrainskoye“ aktiv war, der jedoch preislich höher angesiedelt ist.