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Schloss Wachenheim Leichte Katerstimmung

Tobias Dünnebacke | 09. Oktober 2020
Schloss Wachenheim: Leichte Katerstimmung
Bildquelle: Schloss Wachenheim

Die heile Welt in Trier steht vor Herausforderungen. Der zuletzt erfolgsverwöhnte Schaumweinhersteller Schloss Wachenheim verliert an Ergebnis.

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Das Geschäft des Schaumweinproduzenten Schloss Wachenheim aus Trier läuft nicht mehr so rund wie in den Jahren davor. Und das liegt nicht ausschließlich an Corona. Der in vielen Ländern Europas aktive Konzern stand schon vor der Pandemie vor Herausforderungen: „Organisch rückläufige Absatz- und Umsatzvolumina in Frankreich und Deutschland belasteten bereits die Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2019/20“, sagt Oliver Gloden, Vorstandssprecher der Schloss Wachenheim AG zum Abschluss (Juni 2020). Doch zunächst zu den positiven Nachrichten: Gerettet hat die Umsatzbilanz am Ende ein gutes Geschäft in Osteuropa sowie die erstmalige Einbeziehung der Vino Weinhandels GmbH in den Konzernabschluss. Vino Weinhandel ist eine Fachmarktkette mit bundesweit 19 Filialen, die von der Schloss Wachenheim-Gruppe im August 2019 übernommen wurde (bis zur Übernahme lief die Kette unter dem Namen Pieroth). Unter anderem mit Hilfe dieser Konsolidierung konnten die Umsatzerlöse im aktuellen Geschäftsjahr mit 338,2 Millionen Euro nahezu auf dem Niveau des Vorjahres gehalten werden.

Weit weniger erfreulich gestaltet sich die Ergebnis-Situation: Das operative Ergebnis (EBIT) beläuft sich laut Schloss Wachenheim auf 19 Millionen Euro, was gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang um rund 17 Prozent bedeutet. Als Gründe dafür, dass am Ende weniger Geld in die Kasse floss, nennt Gloden Verschiebungen im Artikelmix, aber auch die Nachwirkungen hoher Weinpreise aus der Ernte 2017 sowie Steigerungen bei Sach- und Personalkosten. Die Anzahl der verkauften Flaschen – umgerechnet in durchschnittliche 1/1-Flaschen – lag konzernweit hingegen mit insgesamt 214 Millionen Flaschen nur leicht unter dem Vorjahresniveau.

Natürlich ist Corona auch für einen Schaumweinhersteller ein Thema. „Die Absage von Festen und Veranstaltungen als wichtige Verwendungsanlässe für unsere Produkte sowie der Lockdown in für uns bedeutenden Absatzländern haben zu spürbaren Umsatzausfällen geführt“, fasst Gloden die Geschäftsentwicklung im Hinblick auf die Pandemie zusammen. Besonders das Geschäft in Frankreich habe Federn gelassen. Hier lag der Umsatzrückgang bei über 15 Prozent. „Während des Lockdown Mitte März bis Mitte Mai 2020 ist der dortige Sparkling-Markt zeitweise um bis zu 50 Prozent eingebrochen“, erklärt Gloden. Als Wachstumsmotor erwiesen sich hingegen einmal mehr die dynamischen Märkte in Polen, Rumänien, Tschechien und der Slowakei. Die Produkte des Herstellers werden in rund 80 Länder vertrieben.