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Bier Marketing-Gag oder lukrative Einnahmequelle? - Marketing-Gag oder lukrative Einnahmequelle: Teil 2

Tobias Dünnebacke | 22. November 2016
Bier: Marketing-Gag oder lukrative Einnahmequelle?

Bildquelle: GettyImages, Carsten Hoppen, Mirco Moskopp, Edeka Hieber

Bier ist langweilig und austauschbar! Spätestens seit Craft Bier auch bei den großen Konzernen auf Interesse stößt, sollte diese Aussage so pauschal nicht mehr getroffen werden. Doch schon lange vor diesem Trend haben Händler auf eigene Faust versucht, ihr Sortiment mit hauseigenen Bieren aufzupeppen. Die LP sprach mit vier von ihnen, ob sich damit auch Geld verdienen lässt.

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Durch die lange und kalte Lagerung reife das Bier, ähnlich wie ein Wein, zu einer Spezialität heran. Die Brauerei und Gebauer‘s verbindet eine langjährige Partnerschaft, denn die Edekaner aus Göppingen setzen schon lange auf Regionalität. Aber auch im Eigenmarkensegment wird dabei gerne mit Lieferanten experimentiert. So wurde z. B. im letzten Jahr mit dem Category Manager Guido Empen, den Marktleitern und der Manufaktur Jörg Geiger aus Schlat ein eigener Prisecco (Sekt ohne Alkohol aus alten und regionalen Obst und Kräutern) kreiert. Das Bier wird das erste Mal auf der Jubiläums-Messe „50 Jahre Gebauer’s“, am 19. und 20.11. in der Werfthalle Göppingen vorgestellt.

Für ein Fazit hinsichtlich der Kundenresonanz und Profitabilität ist es also noch zu früh, aber: „Gebauer‘s Eigenmarken dienen generell der Wertschöpfung. Warum sollte unser Kunde ein Gebauer‘s Bier kaufen wenn es in unserer Region starke Privat-Brauereien mit tollen Produkten gibt? Empen bleibt dabei: „Unser Bier ist ganz etwas anderes mit seiner eigenen Rezeptur“, ist er überzeugt.

Champus-Bier

Das Besondere an dem Gebauer- Bier ist die dafür hergezogene, obergärige Hefe, die in dieser Art auch beim Champagner verwendet wird. BIS ZU 1.100 HL im Jahr werden bei Hieber im Markt gebraut


Dietmar Tönnies, Rewe-Händler aus Odenthal, verkauft ebenso wie sein Kollege Budnik in Dortmund das Landbier der Brauerei Bolten und nutzt dieses zur Eigenwerbung in der Region: „Als Kaufmann biete ich meinen Kunden gerne Alternativen zu den Fernseh-Bieren. Der Trend geht klar hin zu besonderen Produkten. Der Kunde trinkt immer weniger, aber immer mehr besonderes Bier (z. B. Craft Beer)“, sagt der Händler.

Das Marketing der obergärigen, naturtrüben Spezialität in der traditionellen Bügelflasche zielt dabei auf eine alte Tradition in Odenthal ab: Hier wurde bereits im 17. Jahrhundert Bier gebraut. Obwohl es sich um eine Lohnabfüllung handelt und das Bier in Korschenbroich bei Mönchengladbach produziert wird, nutzt Tönnies die Marke, um an die heimische Biertradition zu erinnern. Die Etikette der Bügelflaschen zeigt den Odenthaler, eine Gedenkmünze, die der bergische Künstler Walter Jansen kreiert hat. Auch Tönnies spendet, je 1 Euro pro Kiste für Kinder- und Jugendprojekte in Odenthal. Ohne sich konkret zu Zahlen zu äußern, ist auch Tönnies mit der Resonanz zufrieden: „Das Bier wird von den Kunden gut angenommen. Es ist eine Identifikation mit ihrer Heimat und wird gerne auch als Gastgeschenk mitgebracht“, sagt der Händler. Bei der Vermarktung muss Tönnies aber mittlerweile etwas kürzer treten. „Wir sind einige Jahre auf die Sonntagsmärkte in der Region gefahren, waren auf einer Bierbörse vertreten und haben auch einige Kollegen beliefert. Dies konnten wir mit unserer Logistik nicht mehr stemmen. Nun bewegen wir uns ‚um den Pudding‘ herum“. Mit Promotions und einem Werbemobil soll die Marke aber im Gespräch bleiben.