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Insekten-Food Im LEH noch Zukunftsmusik

Christina Steinheuer | 06. Oktober 2014

In Afrika, Asien und Lateinamerika gehören Insekten zur täglichen Nahrung. Die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO wirbt im abendländischen Kulturkreis für ihren Verzehr.

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Insekten sind bei niedrigem Fettgehalt reich an Protein, Zink, Kalzium und Eisen. Arnold van Huis, Henk van Gurp und Marcel Dicke, die zusammen in den Niederlanden ein Insektenkochbuch veröffentlicht haben, sehen in Insekten auf dem Speisezettel eine Chance, den steigenden Proteinbedarf der wachsenden Weltbevölkerung nachhaltig besser decken zu können. Der ernährungsphysiologische Wert von Insekten sei dem von Fleisch ähnlich, brauche aber weniger „Futter“, um die gleiche Menge zu erzeugen, so die niederländische Universität Wageningen. Der ökologische Fußabdruck sei wesentlich kleiner als der von Rind, Schwein oder Huhn. Für Louise Fresco, Professorin an den Universitäten Amsterdam und Wageningen, sind Insekten als Fleischersatz in verarbeiteten Lebensmitteln wie Wurst, Pizza oder Suppen vorstellbar.

Micronutris, eine Firma am Rande der französischen Stadt Toulouse, züchtet Insekten für den menschlichen Verzehr (www.mangeons-des-insectes.com). Bereits seit 2008 tun das auch holländische Firmen: Heuschrecken, Mehlwürmer und „Buffalo-Würmer“ können über das Internet bezogen werden. Rentokil, eines der weltweit führenden Schädlingsbekämpfungsunternehmen, hatte im Juni in 13 Städten sogenannte „Pestaurants“ (englisch „pest“ für „Schädling“) eröffnet. Einen Tag lang wurde Süßes (Käfer mit Schokoladenüberzug, Skorpion-Lutscher, Ameisen-Bonbons) und Salziges (Salt-&-Vinegar-Grillen, knusprige BBQ-Mehlwürmer, geröstete Heuschrecken) serviert. Eine Kostprobe bietet auch der Insekten-Kochkurs von Jochen Schweizer

Online-Shop Edible.com (Gin aus Würmern). Restaurants : Never Never Land Outback, Cranachstr. 55, Berlin, Manitou, Seehofstr. 6, Frankfurt-Sachsenhausen.