Block Gruppe Gegen den Trend

Der Block Gruppe fehlen aufgrund der Corona-Pandemie 105 Millionen Euro Umsatz. Vorstand Karl-Heinz Krämer gibt sich optimistisch, da sich das Geschäft mit Fleisch aus der Region im Handel gut entwickelt.

Freitag, 26. Februar 2021 - Fleisch
Jens Hertling
Artikelbild Gegen den Trend
Bildquelle: Block House

Für die Block Gruppe war 2020 das Jahr mit dem größten Umsatzausfall in ihrer 53-jährigen Geschichte. Besonders hart traf die Gruppe der coronabedingte Lockdown im Gastrogeschäft, das vor allem von den 43 Steakhäusern in Deutschland dominiert wird. „Die Block Gruppe verliert rund ein Viertel des Gruppenumsatzes von 410 Millionen Euro zum Vorjahr“, schätzt Karl- Heinz Krämer. Er ist Vorstand der Division Block Foods, einer von vier Säulen der Block Gruppe. Mit dem Produktions- und Großhandelsgeschäft der Division Block Foods mit Fleischerei, Onlineshop, Logistik und Block Menü steuert sein Bereich 2020 rund 165 Millionen Euro zum Gruppenumsatz bei. Auch hier ist ein Minus von zwölf Millionen Euro zu verzeichnen. „Wir konnten coronabedingte Einnahmeausfälle teilweise kompensieren, da wir mehr Fleisch und Burger über den Handel abgesetzt haben“, sagt Krämer. Hierbei konnte Block House auch von dem Megatrend Burger profitieren. „In diesem Segment sind wir Marktführer, knapp 40 Prozent der verkauften TK-Patties im Lebensmittelhandel sind Block-House-Burger“, sagt Krämer. Der American Burger sei dabei der meistverkaufte TK-Burger in Deutschland, so Krämer. Der neue vegane Burger auf Basis von Sonnenblumen-Protein und Ackerbohnen sei ebenfalls sehr gut im Abverkauf gestartet. Auch die Feinkost- und Burgersoßen haben laut Krämer Zuwächse. Ein Erfolgsmodell sind die dem Handel zur Verfügung gestellten Combi-Kühlmöbel. „Mit über 50 Artikeln aus den Bereichen TK, frische Steaks, Mopro, Feinkost und Gewürzen ist hier auf einen Schlag die gesamte Auswahl an Block-House-Artikeln erhältlich“, sagt Krämer. Laut Vorstand Krämer hat sich dort, wo die Combi-Kühlgeräte aufgestellt wurden, der Absatz von Block-House-Produkten mehr als verdoppelt. Der vor drei Jahren gegründete Onlineshop sei ebenfalls ein Erfolgsmodell. „Der Umsatz des Onlineshops hat sich im vergangenen Jahr verdreifacht“, sagt Krämer. Zur Auswahl stehen vor allem Lunchtime-Gerichte wie Rindergulasch, Hühnerfrikassee, Tafelspitz, Sauerbraten oder Chili con Carne. Block House plant, das Lunchtime-Angebot im Onlineshop laufend zu erweitern. So sollen bald auch vegetarische Gerichte dazukommen. Ebenfalls erfolgreich entwickelt sich der Lieferdienst: Inzwischen bieten 21 Restaurants von Hamburg bis München den eigenen Lieferdienst zusätzlich zum bestehenden Take-away-Angebot an. Im November letzten Jahres eröffnete Block House einen Pop-up-Store in Hamburg, er ermöglicht dem Unternehmen, neue Produkte vorzustellen und ein direktes Kunden-Feedback zu erhalten.

Gute Entwicklung eines eigenen Rinderaufzuchtprogramms
Seit vielen Jahren stammt ein guter Teil des Block-House-Fleisches von Angus- und Hereford-Rindern aus Uruguay und Argentinien und Irland. „In Norddeutschland liefern wir Färsenfleisch exklusiv an die Supermarktkette Famila“, sagt Krämer. Aus Südamerika importiert Block House überwiegend nur die Edelteile, also Filet, Roastbeef oder Ribeye. Neben dem Rindfleisch aus Südamerika verarbeitet die Fleischerei reinrassige Black-Angus-Weideochsen aus einer Züchter-Kooperation im rumänischen Siebenbürgen sowie Uckermärker-Rinder, die von 33 Vertragslandwirten in Mecklenburg-Vorpommern und Nordbrandenburg aufgezogen werden. „Wir wollen uns durch neue Produkte, aber auch durch nachhaltige Regionalkonzepte abgrenzen. Das Uckermärker-Aufzuchtprogramm steht für eine artgerechte und kontrollierte Weidetierhaltung mit regionalen Futtermitteln und für faire Erzeugerpreise“, sagt Krämer. Das 2014 aus der Taufe gehobene Programm entwickelt sich laut Krämer dabei überdurchschnittlich gut: So verkauft der Händler Famila die Ware aus dem Aufzuchtprogramm derzeit in 20 Märkten an der Bedientheke, in 40 Märkten als abgepackte Ware in der Selbstbedienung. Tegut bietet die Produkte unter der eigenen Marke Landprimus an, aber auch Rewe-Kaufleute in Berlin führen das Fleisch. Ein wichtiges Anliegen ist Vorstand Krämer dabei das Thema Tierwohl: Die Kälber wachsen mindestens sechs Monate bei den Mutterkühen in Weidehaltung auf. In der Offenstallhaltung stehen die Tiere auf Stroh und haben einen Auslaufbereich. Es steht ihnen doppelt so viel Platz zur Verfügung wie gesetzlich vorgeschrieben. Die Rinder werden mit natürlichem Futtermittel aus regionalem Anbau gefüttert, bestehend aus Gras, ergänzt durch Gras- und Maissilage, Getreide sowie Raps. Es werden ausschließlich gentechnikfreie Futtermittel eingesetzt. Die ausgewachsenen Rinder werden erst zwischen 18 und 27 Monaten geschlachtet.

Wertschöpfung in einer Hand
„Als erstes Unternehmen im Rindfleisch- und Convenience-Bereich haben wir die gesamte Wertschöpfungskette des Rindes – von der Weide auf den Teller – in die eigene Hand genommen“, sagt Krämer. Zur Saison 2021 erwartet der Vorstand rund 5.000 Färsen. „Der Nachhaltigkeitsgedanke spielt bei den Haltungsanforderungen an unsere Partnerlandwirte eine große Rolle. Darum vergüten wir die Leistung mit einem Preis, der über dem Marktniveau liegt: Wir zahlen einen Aufschlag von zehn Prozent auf die mittlere Notierung der Amtlichen Preisberichtsstelle AMI“, sagt Krämer. Er ergänzt: „Mit einem Drei-Jahres-Vertrag garantieren wir einen Mindestpreis von 3,90 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht.“

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