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Fleisch Gute Aussichten

| 08. April 2011

Wie sieht die Zukunft von Fleischproduzenten aus? Antworten gab es bei Birkenhof.

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Rind- und Schweinefleischproduzenten werden von Zukunftsängsten geplagt. Das wurde bei einer Info-Veranstaltung der Birkenhof Fachmetzgerei und der Vion Food Group am Birkenhof-Standort Donauwörth deutlich, als sich 35 Fleischproduzenten zu Themen informierten, die der Branche unter den Nägeln brennen. „Wie müssen wir produzieren, um zukunftsfähig zu sein?", „Was bedeuten die knapper werdenden Anbauflächen für uns?" oder „Was ist unsere Arbeit wert?" Die Landwirte erhofften sich Antworten auf Fragen wie diese. Und sie bekamen sie. „Ganz klar: Die Zukunftsaussichten sind sehr gut", sagte Hans-Theo Hennes, Frische-Category-Manager bei Kaiser's Tengelmann und Birkenhof-Geschäftsführer.

Die Nachfrage nach Fleisch aus Europa, insbesondere aus Deutschland werde steigen, ist Hennes überzeugt. Der Grund: Die arabische Welt werde sich Europa als Fleischexporteur verstärkt zuwenden, zudem wachse Chinas Fleischkonsum stetig. „China wird zu einem Wohlstandsland, was sich auch in dessen Fleischverbrauch widerspiegelt. Durch die Eigenproduktion kann die Nachfrage nicht mehr gedeckt werden." Mehr noch: Deutsches Schweinefleisch sei bei chinesischen Verbrauchern beliebt, denn es biete ein funktionierendes System der durchgängigen Kontrolle für höchste Qualität und Sicherheit der Produkte. „Daher ist dies ein guter Absatzmarkt, auch für Nebenprodukte."

Diese Meinung teilte auch Erik Schöttl, Managing Director Business Unit Süd bei Vion: Der weltweite Absatz von Rindfleisch werde sicher stärker wachsen als der von Schweinefleisch, so Schöttl. Pessimismus sei also völlig falsch, denn die Fleischproduzenten erwarte eher eine „rosige Zukunft".

Natürlich werde es immer schwieriger, hierzulande Lebensmittel zu marktgerechten Preisen zu produzieren und zu vertreiben, wandte Hennes ein. „Doch wir wollen nicht jede Woche neue Lieferanten. Unsere Stärke ist die Verlässlichkeit. Wir kennen unsere Produzenten, und wir kennen deren Ware."

Thematisiert wurden aber auch die neuen Entwicklungen zur Diskussion um die Ferkelkastration. „Der Verbraucher ist sensibel bei allem, was mit Lebensmitteln zu tun hat", sagte Hennes. „Wir müssen uns dieser Thematik stellen, aber wir können nicht allem nachkommen, was der Verbraucher will."

Paul Daum, Bereichsleiter Nationales Qualitätsmanagement, Verbraucherschutz und ökologischer Landbau bei Kaiser's Tengelmann, erklärte dazu, die bisherige Praxis der Ferkelkastration stelle – physisch gesehen – einen chirurgischen Eingriff dar, der bis vor Kurzem ohne Einsatz von Schmerzmitteln durchgeführt wurde. Die Kastration männlicher Ferkel sei ein anerkanntes, traditionelles Verfahren zur Sicherung der Fleischqualität gewesen, die die Konsumenten von der Branche und vom Handel bislang akzeptierten. Es gebe jedoch einen gesellschaftlichen Wandel: Der Konsument sei heute zwar weiter weg vom Produktionsprozess, dafür aber informierter. Trotzdem wolle er kein geruchsbelastetes Fleisch in der Theke. Und er verlasse sich auf den Landwirt. Deshalb sei ein Kastrationsverzicht gemeinsames Ziel der Branche und „das Vernünftigste, was wir machen können".

Bildquelle


Dörte Fleischhauer