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Beiersdorf Treiber Nachhaltigkeit

Bettina Röttig | 24. März 2020
Beiersdorf: Treiber Nachhaltigkeit
Bildquelle: Beiersdorf

Beiersdorf erwartet im aktuellen Geschäftsjahr verstärkten Gegenwind, auch durch Corona. Naturnahe und nachhaltige Kosmetikprodukte sollen für Wachstum sorgen.

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Beiersdorf will den Wachstumsmarkt der grünen Kosmetik weiter für sich erschließen. Das kündigte Vorstandschef Stefan De Loecker bei Vorlage der Jahresbilanz 2019 an. Der steigenden Nachfrage nach naturnaher und zertifizierter Naturkosmetik kommt der Hamburger Konzern unter den eigenen Marken nach. Gerade eingeführt wurde die Linie Nivea Naturally Good mit Formulierungen, die zu 99 Prozent auf Inhaltsstoffen natürlichen Ursprungs beruhen. Nach dem Launch von Gesichtspflegeprodukten folgen im Frühjahr neue Produktkategorien der Körperpflege (zum Beispiel Deodorants). In Deutschland ist die Linie unter dem Namen Nivea Natural Balance erhältlich. Diese wurde laut Unternehmen bereits 2011 mit 95 Prozent natürlichen Inhaltsstoffen auf den Markt gebracht. Die Formeln sind heute komplett frei von Silikonölen, Parabenen, sie sind vegan und mikroplastikfrei.

Nachhaltiger Marken-Kauf
Zudem setzt der Beauty-Spezialist mit der neuen Marke Florena Fermented Skincare auf zertifizierte Naturkosmetik, deren Wirkungsmechanismus auf Fermentation beruht. Der Launch erfolgte in Italien.

Auf den Verbraucherwunsch nach nachhaltigen Kosmetikprodukten hat der Konzern im Februar mit Übernahme der Marke „Stop the Water while using me“ reagiert, die – wie der Name schon verrät – den verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource Wasser in den Fokus stellt. Das Produktportfolio umfasst feste, wasserlose Körper- und Haarpflege, sowie Dusch-, Hand-, Body- und Mundhygieneartikel.

Wachstum rechnet sich De Loecker auch für Produkte für die reifere Haut aus. Insbesondere dem Problem Pigmentflecken widmet sich Beiersdorf derzeit unter der Marke Eucerin. Produkte mit dem patentierten Pflegewirkstoff „Thiamidol“ mildert Pigmentflecken und schützt vor deren Neuentstehung.

Auch Beiersdorf setzt immer stärker auf Digitalisierung. Einen Vorsprung in der Entwicklung innovativer Produkte soll zum Beispiel die Beteiligung am koreanischen Start-up Lycl gewährleisten, das drei unterschiedliche Business-Modelle betreibt: unpa.me (eine Bewertungs-Plattform für K-Beauty-Produkte), palett.me (eine Networking-Plattform für Influencer) und unpa.cosmetics, die eigene Hautpflege-Marke. Dies ermögliche die dynamische Entwicklung und Vermarktung von datenbasierten, verbraucherorientierten sowie hoch innovativen Pflegeprodukten.

Überproportionaler Zuwachs
„2019 haben wir geliefert, was wir versprochen haben“, kommentierte Beiersdorf-Chef Stefan De Loecker die Bilanz des abgelaufenen Geschäftsjahres. „Wir sind mit 4,8 Prozent über Markt gewachsen, haben in rund zwei Drittel der Märkten, in denen wir aktiv sind, Marktanteile gehalten und gewonnen.“ So hat der Konzern 2019 seinen Umsatz organisch um 4,1 Prozent gesteigert. Nominal nahm der Umsatz um 5,8 Prozent auf rund 7,7 Milliarden Euro zu. Der Unternehmensbereich Consumer steigerte den Umsatz organisch um 4,8 Prozent (nominal plus 6,5 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro). Nivea legte um 3 Prozent zu, die Marken Eucerin und Aquaphor erzielten ein Plus von 7,5 Prozent, La Prairie von 20 Prozent. Der Umsatz im Unternehmensbereich Tesa stieg organisch um 0,8 Prozent.

2020 erwartet De Loecker „Gegenwind“. In einigen Märkten werde sich die Wettbewerbssituation weiter verschärfen, die Auswirkungen des Coronavirus ist eine Unbekannte. Für den Bereich Consumer rechnen die Hamburger vorerst mit einem organischen Plus von drei bis fünf Prozent. Wichtiges Thema: Nachhaltigkeit. Bis Ende 2020 werden 90 Prozent der verwendeten PET-Flaschen in Europa aus recyceltem Material bestehen. Damit sollen rund 1.200 Tonnen Neu-Plastik eingespart werden. Bis 2025 will Beiersdorf auf Verpackungen setzen, die vollständig recycelbar, wiederverwendbar oder kompostierbar sind.