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Kosmetik Mehr Service und Atmosphäre

Bettina Röttig | 31. März 2015
Kosmetik: Mehr Service und Atmosphäre

Bildquelle: Shutterstock

Der Markt für Körperpflege und Kosmetik wächst. Profitieren konnten im vergangenen Jahr vor allem die Drogeriemarktketten. Doch der LEH rüstet auf.

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Shampoo und Duschgel könnte man im E-Center Kreuzberg in Neuwied auch mit geschlossenen Augen finden. Ein Plätschern und Prasseln weist den Weg zur Drogerie-Abteilung. Der im Licht glitzernde Wasservorhang oberhalb der Regale zieht Kunden auch visuell an und lenkt die Aufmerksamkeit auf die Warengruppe. Eigene Kosmetik-Fachberater und ein Nagelstudio inmitten der Abteilung für Kosmetik und Körperpflege bietet der neue Globus-Markt in Koblenz. Entspannt wird hier geplaudert, während Kunden geschminkt oder Nägel verschönert werden.

Der Lebensmittel-Einzelhandel investiert in das Beauty-Segment, sorgt für Wohlfühlatmosphäre und erweitert seine Service-Leistungen und Sortimente. Und er muss es auch, will er den Drogeriemarktketten das Feld nicht noch stärker überlassen. 4,4 Prozent Umsatzwachstum verzeichneten dm, Rossmann und Co. 2014 im Vergleich zum Vorjahr mit Lippenstift, Bodylotion und Zahncreme. Dagegen stagnierte das Geschäft mit Beauty-Produkten im Discount, während Super- und Verbrauchermärkte deutliche Einbußen (vgl. Grafik) hinnehmen mussten. Unterm Strich legte der Gesamtmarkt um 1,8 Prozent auf 6,09 Mrd. Euro zu. Der Absatz in LEH und Drogeriemärkten kletterte sogar um 3,1 Prozent, ermittelte Nielsen. Treiber waren dekorative Kosmetik, Gesichts- und Duschpflege-Produkte.

„Der Drogeriebereich ist bei Edeka eine wichtige Warengruppe“, betont man in der Edeka-Zentrale in Hamburg. In den Drogerieabteilungen bieten unsere Kaufleute ein breites und tiefes Sortiment aus allen relevanten Markenartikeln und insbesondere auch Eigenmarken-Produkten“, heißt es aus Hamburg.

Einen stärkeren Fokus auf die Warengruppe setzt z. B. der selbstständige Edekaner Sven Komp. „Wir haben festgestellt, dass wir uns im Bereich Kosmetik und Körperpflege von den Drogeriemärkten die Butter vom Brot nehmen lassen. Deswegen haben wir in unser E-Center in Wesel umgebaut und die Fläche für das Sortiment verdoppelt.“ Investiert wurde im Markt zudem in hochwertige Möbel mit Glasböden und LED-Beleuchtung. Mit Erfolg: Schon in kurzer Zeit konnte der Umsatz mit der Warengruppe mehr als verdoppelt werden, berichtet Komp.

Besser aufgestellt im Beauty-Segment hat sich auch Real. Im Rahmen der aktuellen Umbau-Offensive, die bereits in 80 SB-Warenhäusern umgesetzt wurde, ist auch das Drogeriekonzept überarbeitet und modernisiert worden. Ein Fokus lag dabei auf der dekorativen Kosmetik. Neben einer neuen Licht- und Farbgestaltung und einer Schminkbar sei auch das Produktsortiment erweitert worden, z.B. um neue hochwertige Marken wie Sally Hanson und Essie. „Im letzten Jahr konnten wir im Segment der Schönheitspflege eine deutliche positive Entwicklung verzeichnen. Insbesondere bei der dekorativen Kosmetik und der Naturkosmetik haben wir ein deutliches Plus erzielt“, heißt es aus Mönchengladbach. Der Umsatz mit Naturkosmetik habe sich sogar verdoppelt.

Am Ball bleibt auch Netto Marken-Discount. Die Kundennachfrage an Drogerieartikeln sei nach dem Sortimentsausbau 2013 weiter gestiegen. „Diese positive Entwicklung stärken wir durch verschiedene Maßnahmen: So optimieren wir stetig unser Eigenmarken-Sortiment und planen aktuell Re-launches z. B. für die Eigenmarken-Range Pure & Basic sowie Shisara. Gleichzeitig werden wir in diesem Jahr weitere Innovationen listen, die den aktuellen Kundenwünschen entsprechen“, kündigt Sprecherin Christina Stylianou an.