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Kosmetik Discount gewinnt mit Kosmetik

Bettina Röttig | 29. April 2014


Das stärkere Engagement der Discounter bei Kosmetik und Körperpflege zeigt Wirkung. Naturkosmetik und neue Fairtrade-Produkte versprechen Wachstum in den Kosmetikregalen des LEH.

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Schöne Aussichten: Jung und Alt, Männer wie Frauen werden in den kommenden Jahren gesteigerten Wert legen auf ihr Aussehen und mehr Zeit und Geld in Körperpflege investieren. Davon gehen zumindest Experten aus Handel und Kosmetik-Industrie aus, wie eine Befragung des IFH Institut für Handelsforschung und KPMG ergab (Studie „Personal Care 2020“). Aktuell ist von einem großen Aufwärtstrend jedoch noch wenig zu spüren. 2013 bescherte die Warengruppe Körperpflege und Kosmetik dem Handel stabile Umsätze. Insgesamt gaben Verbraucher hierzulande für Cremes, Shampoo und Lippenstift rund 5,01 Mrd. Euro in Lebensmittel-Einzelhandel sowie Drogeriemärkten aus – laut Nielsen-Marktforschung 1,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Jedoch stagnierten die Umsätze in den Verbraucher- und Supermärkten, während die Discounter (plus 4,1 Prozent) an Boden gewannen. Hier machten sich demnach die Einlistung von Markenartikeln und die Erweiterung der Sortimente bezahlt.

Als Wachstumstreiber erwiesen sich laut Nielsen vor allem dekorative Augen-Kosmetik (8,8 Prozent Absatzplus; 5,2 Prozent Umsatzplus) und dekorativer Kosmetik Gesicht (plus 5,6 Prozent Absatz; plus 2,9 Prozent Umsatz). Weiterhin im Aufwärtstrend befindet sich auch zertifizierte Naturkosmetik. Um 7,2 Prozent auf 920 Mio. Euro legte das Segment laut Elfriede Dambacher, Inhaberin Naturkosmetikkonzepte, im vergangenen Jahr zu. Discounter und LEH zählten zu den Treibern der Entwicklung. Befragt nach Trends und Entwicklungen, die in den kommenden Jahren für Wachstum im Markt für Körperpflege und Kosmetik sorgen werden, steht die Naturkosmetik für die Mehrheit der von IFH und KPMG befragten Experten aus Industrie und Handel an erster Stelle (vgl. S. 60/61). Potenzial versprechen nach Einschätzung von Dambacher effektive Pflegeprodukte, etwa Anti-Aging-Cremes. Zudem seien den Verwendern ethische Gründe wichtiger als der ökologische Anbau der Rohstoffe.

Neue Impulse dürfte der Markt durch die Erweiterung des Fairtrade-Sortiments durch Kosmetik erfahren. Nach erfolgreicher Einführung von Fairtrade-Kosmetik in England und Schweden wurden nun erste Produkte für den deutschen Markt vorgestellt. „Alle Inhaltsstoffe eines Fairtrade-Kosmetikproduktes, die als Fairtrade-Rohstoffe verfügbar sind, müssen auch Fairtrade-zertifiziert sein“, erklärt TransFair-Geschäftsführer Dieter Overath die Kriterien. Je nach Produkt können die Anteile der zertifizierten natürlichen Rohstoffe sehr variieren, daher wird das Siegel immer in Kombination mit dem Hinweis „mit Fairtrade-Zutaten“ auf den Artikeln erscheinen.