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Höflich Fast wie bei Hofe

Andrea Kurtz | 06. Juli 2018
Höflich: Fast wie bei Hofe

Bildquelle: Höflich Schokolade

Höflich Schokolade stellt schokoladige Knusperflakes-Pralinen her. Der Berliner Hersteller zielt dabei nicht nur auf Touristen oder Kunden in der Hauptstadt, sondern inzwischen auch auf andere deutsche Regionen.

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Am Anfang stand der Wunsch, eine eigene süße Spezialität für Berlin herzustellen. „Salzburg hat seine Mozartkugeln, Lübeck sein Marzipan, in Berlin fehlte noch etwas“, erklärt Sascha Merdanovic, Gründer und Geschäftsführer von Höflich Schokolade. Der gelernte Schauspieler und Fitness-Fachwirt hat seit jeher ein Faible für Ernährung, und der Gedanke an eine einzigartige süße Kreation aus Berlin ließ ihn nicht mehr los. Denn mit der Neu-Entstehung des Berliner Stadtschlosses werde in der Hauptstadt auch eine Rückerinnerung an das Leben bei Hofe denkbar. Gleichzeitig gelte gerade der Berliner eher als ruppig und so gar nicht höfisch oder höflich. Und: „Berliner war immer schon eine besondere, zerrissene, geteilte Metropole, eine schwierige Stadt mit vielen Ecken und Kanten“, erklärt Merdanovic. „Diesen Charakter wollte ich treffen.“ Der Name Höflich spielt bewusst auf diese Widersprüche an.

Eine Spezialität für Berlin
So entstand die Idee der Knusperpraline mit Edelschokolade sowie gesalzenen Mais- oder Cornflakes, zunächst in der Schmuckdose mit dem Stadtschloss. 2010 begann der Gründer mit den ersten Experimenten, 2011 startete er mit dem Verkauf – indem er selbst loslief und die Höflich-Dose in den Touristengeschäften am Gendarmenmarkt und am Brandenburger Tor anbot.

Damit begann ein Lernprozess, der für Merdanovic noch immer andauert. Die Dose, immerhin zum Preis von 5,99 Euro, lief gut und wurde, nach einem guten Aufschlag in der hoch frequentierten Lebensmittelabteilung von Galeria Kaufhof am Berliner Alexanderplatz, auch in den Edeka-Regionen Minden-Hannover, Nord und Rhein-Ruhr gelistet. Schwerer tat sich die hochpreisige Papp-Verpackung. Diese wird inzwischen statt für 4,99 für 2,99 Euro angeboten und bekam außerdem einen Packungsrelaunch. Danach kamen sukzessive Rewe, Real und Kaufland dazu.

Lernprozess dauert an
2016 war das Jahr der Neuaufstellung, der Ansatz von Merdanovic geht seitdem über Berlin hinaus. Die Schokoladenspezialität heißt nun Knuspries; dazu kam eine große Sortenvielfalt, die unter anderem von Vollmilch-Schokolade über weiße Schokolade mit Kokos oder Erdbeeren, Zartbitter mit und ohne Orange reicht. Auch eine Variante mit Espresso-Note gibt es. Der Kakao ist zu 100 Prozent Arriba-Edelkakao aus Ecuador und wird ausschließlich auf Utz-zertifizierten Plantagen eingekauft. Palmfett und Industriekakao werden nicht eingesetzt.

Produziert wird inzwischen nicht mehr in der Kreuzberger Hinterhof-Manufaktur, sondern in Osnabrück. In Kreuzberg befinden sich Büro, Lager und Versand. Seit Neuestem gibt es die Höflich-Knuspries auch in Retro-Schmuckdosen – neben Motiven aus Berlin gibt es solche mit Frankfurt, Köln, Dresden, Hamburg, München und Sylt.

Der Weg ins Regal
Ausgeliefert wird allerdings nur auf Strecke; daher ist Höflich zwar in vielen Märkten gut zweitplatziert, aber nicht in den Regalen. In Berlin kam das Wegbrechen der Kaisers-Märkte hinzu, wo Höflich gut eingeführt war. „Als Streckenlieferant mit nur einem Produkt hat man es schwer, auf konstante und große Mengen zu kommen“, bedauert der Gründer. Deswegen sei es für Höflich Schokolade umso wichtiger, gute Platzierungen im Markt zu erhalten. Die Werbedisplays werden dem Handel kostenfrei zur Verfügung gestellt, das Design Anlass und Saison angepasst. „Der Erfolg des Abverkaufs hängt stark davon ab, welches Verständnis und Engagement der Handel für eine qualitativ hochwertige, aber noch unbekannte Marke hat“, erläutert Merdanovics. Oft würden Abverkaufszahlen der Knuspries mit denen etablierter Schokoladensorten verglichen, was zu einem verzerrten Bild führen könne. „Nur wenn der Handel und Lieferant Hand in Hand zusammenarbeiten, besteht eine Überlebenschance der kleineren Anbieter, die das Regalangebot ja erst so spannend machen“, sagt er. Da brauche es großes Durchhaltevermögen, denn als kleine Marke ringe man auch zunehmend nicht nur mit anderen Herstellermarken. Dabei könne der Handel doch mit besonderen Produkten, die eine Story zu erzählen hätten, punkten, so seine Überzeugung.

Neue Vertriebswege nötig
Inzwischen geht Höflich Schokolade – neben dem Handel – zusätzliche Vertriebswege: Die Knuspries werden als lokale Geschenke in Hotels angeboten, es gibt eine Direktbelieferung in Büros sowie in Theater und Kinos. Die „Astor Film Lounge“ auf dem Kurfürstendamm beispielsweise bietet zu ihren Filmen ein Snack-Menü an – da sind die Höflich Knuspries dabei.