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TK-Abteilung Natürliche Kühlmittel auf dem Vormarsch

Susanne Klopsch | 01. November 2012

Energiesparen ist in der TK-Abteilung immer noch das Maß der Dinge. Bei den Kühlmitteln kommen immer häufiger natürliche Kältemittel zum Einsatz.

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Mehr als 40 Prozent des im Markt verbrauchten Stroms fließt in die Kältetechnik. Kein Wunder also, dass sich die für die EHI-Studie „Energiemanagement im Handel“ Befragten beim Ersatz ihrer Kälteanlagen für solche entscheiden, die hinsichtlich Energiebilanz und Kältemittel für eine moderne, umweltfreundliche Kälteerzeugung stehen. Bei der Wahl des Kältemittels setzen 43 Prozent bei der Tiefkühlung auf CO2, für die Normalkühlung auf das konventionelle Mittel R134a. 31 Prozent haben sich für transkritische Anlagen entschieden, also den Einsatz von CO2 sowohl für Tief- als auch Normalkühlung. 26 Prozent setzen weiterhin auf konventionelle Kältemittel wie R404A und R134a.

TK-Truhen mit Abdeckungen sind im LEH inzwischen Standard. Um bis zu 45 Prozent kann so bei Tiefkühlinseln der Energieverbrauch gesenkt werden. Für den LEH bietet Epta eine Kühlmöbelreihe an (für die Marke Costan als Tortuga 2, für Bonnet Nevé unter Cosmos 4 Eco und Galaxie 4 Eco) mit integrierter Glasabdeckung und einem neuen Schließsystem, mit dem sich die TK-Truhe zu 100 Prozent öffnen lässt. „Dies wird durch den Push-Glasschiebedeckel erreicht, der sich nach hinten statt wie bisher zur Seite schieben lässt“, beschreibt Joachim Dallinger, Leiter Produktmanagement und Marketing, Epta Deutschland.

Bei einer beidseitigen Nutzung ermögliche das System eine Zwei-Drittel-Öffnung: Kunden, die sich gegenüberstehen, können laut Dallinger so gleichzeitig das gewünschte Produkt entnehmen, ohne sich zu behindern. Dies erleichtere zudem Bestückung und Reinigung des Möbels. Der integrierte Self-Closing-Mechanismus bringt den Deckel automatisch wieder in seine ursprüngliche Position, so entweiche weniger Kälte.

Mit dem Estimated-Climate(EC)-Verfahren will Wurm Systeme die Zahl der Abtauvorgänge reduzieren. Nach den bisherigen Standardverfahren, die von einer Umgebungstemperatur von 25 Grad sowie einer relativen Luftfeuchte von 60 Prozent ausgehen, würden die Kühlmöbel bis zu vier Mal am Tag abgetaut werden. Meist herrschten jedoch andere Bedingungen. Beim EC-Verfahren werden laut Wurm die tatsächlichen klimatischen Bedingungen im Markt gemessen: So könnten die Abtauvorgänge in TK-Abteilungen um bis zu 75 Prozent reduziert werden. Das Verfahren ist in Geräte der Frigolink-Produktgruppe integriert.

KMW Kühlmöbelwerk Limburg setzt auf den Einsatz von natürlichen Kühlmitteln. Das Unternehmen hat ein Kaskaden-Kältesystem mit optionaler Wärmerückgewinnungsfunktion entwickelt. Das System verbinde Klima, Kühlung und Wärme und stimme sie einheitlich aufeinander ab. Die durch die Kühlung entstehende Wärme wird über eine Wärmerückgewinnung für Heizung und Lüftung genutzt. Das System wird mit den natürlichen Kältemitteln CO2 (R744) und Propan (R290) betrieben. Die Anlage kann laut KMW in verschiedenen Bau- und Leistungsgrößen gefertigt werden und sei für eine Standardmarktgröße von 1.700 qm gedacht.

45 Prozent des Energieverbrauchs der TK-Abteilung können durch Truhen mit Deckeln eingespart werden.