Oktoberfest:Umsatz-Gaudi

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Oktoberfest Umsatz-Gaudi

Auf das Oktoberfest zugeschnittene Produkte sind umsatzträchtig – nicht nur für typische Produkte wie Obazda, Kraut und Würstl. Auch in anderen Warengruppen macht sich der Vermarktungsansatz breit.

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Das Münchner Oktoberfest ist nicht mehr nur eine Münchner Institution. Fast jedes Dorf feiert inzwischen sein eigenes Oktoberfest und in Millionen Haushalten heißt es: „Auf geht’s – wir laden zur Wiesnparty.“ Auch Handel und Hersteller inszenieren das Oktoberfest – schließlich haben bayerische Spezialitäten in ganz Deutschland ihre Käufer.

So steigt die Nachfrage nach typischen Wiesn-Produkten im Spätsommer sprunghaft. „Bereits Anfang September ist ein deutliches Umsatzplus im Kohl- und Krautsegment zu erwarten, das belegt die Entwicklung des Vorjahres“, heißt es beispielsweise in Hamburg bei Kühne. Dort ging das Kohl- und Krautsegment im vergangenen September um 197 Prozent gegenüber Vormonat nach oben. Schließlich sind Sauerkraut und Würstl ein Wiesn-Klassiker. Zum Auftakt der Herbst- und Wintersaison und um den Absatz zu puschen, startet Kühne Mitte September ein Gewinnspiel und hat die gesamte Range einem optischen Relaunch unterzogen. Kraut ist natürlich nur eines unter vielen Segmenten, das von den Herstellern befeuert wird. So legt Develey seinen „Original Münchner Weißwurstsenf“ in einer Limited Edition als Überfüller mit 34 Prozent mehr Inhalt auf und unterstützt den Handel darüber hinaus mit einem Promotion-Paket, bestehend aus einer weiß-blauen Girlande, einem Sonderdisplay und einer aufblasbaren „Schwimmbrezn“.

Zum bayerischen Kulturgut zählt der Obazda. „Wir bringen derzeit den Alpenhain Original Obazda mit unserer nationalen Kampagne in aller Munde. Am PoS setzen wir auf Samplings sowie Dekopakete flankiert von Outdoor-Promotion-Maßnahmen und Influencer-Aktionen“, so Markus Birzer, Marketingleiter beim g.g.A-zertifizierten Marktführer Alpenhain Käsespezialitäten.

Wer allerdings denkt, die Wiesn-Kulinarik sei eine rein bayerische Angelegenheit, der irrt. Meica bringt erstmals den Curry-King in einer Oktoberfest Limited Edition auf den Markt. Dahinter verbirgt sich ein Snack für die Mikrowelle, bestehend aus einer Münchner Weißwurst (!) begleitet von einer süßen Senf-Sauce. Übrigens: Meica hat bereits 2002 die Wiesn für sich entdeckt und die Submarke „Wies’n Wirt“ ins Leben gerufen. Dieses Oktoberfest-Sortiment ist ausschließlich zwischen Juli und Oktober erhältlich und umfasst u.a. Würstl im Saitling, Rostbratwürste und Leberkäs.

Überall Impulse
Welche geschmackliche Blüten die Wiesn treibt, zeigt u. a. Nestlé mit der limitierten Sorte „Choclait Chips Knusperbrezeln“. Hierbei handelt es sich um mit Milchschokolade überzogene Salzbrezeln, die mit Halbbitterschokolade dekoriert sind. Ein weiterer Clou sind die verschiedenen Verpackungsdesigns für eine pinke Madl- und eine blaue Bub-Edition. „Mit dieser zum Oktoberfest passenden Verpackung sorgen die Knusperbrezeln für Aufmerksamkeit, Impulskäufe und damit für Zusatzumsätze. Denn schließlich bringen die Brezeln im Vergleich zu allen anderen Sondervarianten 37 Prozent mehr Umsatz“, heißt es aus dem Unternehmen.

Tipps für den Verkauf
  • Deko – die Stimmung macht‘s: Bayernplakate, weiß-blaue Wimpel Servietten, Tischdecken, Sonderdisplays, Regalstopper – ob eine zentrale Wiesn- Platzierung im Markt oder bayerische Hotspots innerhalb einzelner Produktkategorien:
    Die richtige Deko sorgt im Markt für Stimmung und Atmosphäre. Kostenloses Material gibt es u.a. bei der Vermarktungsgesellschaft Alp Bayern (www.alp-bayern.de/service/shop/) und bei den vielen Herstellern
  • Verbundpräsentationen/ – aktionen – gemeinsam stark: Süßer Senf, Brezn und Weißbier zur Weißwurst, Meerrettich zur Vesperplatte mit Schinken, Käse, Speck, Obazda, Radi (Rettich) und Gewürzgurke und natürlich auch das Oktoberfestbier: Was zusammengehört, sollte am PoS auch zusammengestellt werden.
  • Verkostungen – Probieren geht über Studieren.
  • Verkostungen an frequenzstarken Tagen schaffen Kaufanreize und steigern den Abverkauf. Schließlich gilt hier: Geschmack überzeugt.
  • Gewinnspiele und Verlosungen ziehen immer: ob in Kooperation mit der regionalen Tageszeitung oder einem Hersteller. Gewinnspiele mit beispielsweise Fragen rund um die Wiesn steigern die Wahrnehmung des Anlasses. Gewinnern winken Sachgewinne wie Wiesnkörbe oder zum Beispiel auch die Ausrichtung eines eigenen Oktoberfestes.
  • Zeitplan – gut geplant ist halb gewonnen. Rechtzeitig mit der Planung beginnen: Spätestens in den Sommermonaten Dekomaterial besorgen und bei den Herstellern/ Lieferanten nach VkF-Aktionen anfragen. Der ideale Zeitraum für Wiesnaktionen ist rund sechs Wochen rund um das Oktoberfest. Schon vor der Wiesn-Eröffnung Flagge zeigen.