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Süßwaren Schwierig, aber mit Perspektive

Dieter Druck | 30. Januar 2015
Süßwaren: Schwierig, aber mit Perspektive

Bildquelle: Shutterstock

Vielfältige Herausforderungen, die die Vermarktung sicherlich nicht einfacher machen, warten auf die Süßwarenbranche auch in diesem Jahr.

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Unverändert volatile Rohstoffpreise, das Fehlen klarer rechtlicher Rahmenbedingungen beim Kontakt zwischen Handel und Hersteller, ewig quengelnde Verbraucherschützer und die um sich greifende Diskreditierung der Süßware, aufgeschobene Preisanpassungen – vielschichtig sind die Herausforderungen für die deutsche Süßwarenbranche im noch jungen Jahr im Inlandsmarkt.

Bei Rausch wird im neuen Jahr der Ende 2014 eingeleitete Relaunch zunächst weiter durchgesetzt Kernpunkte sind die neue Verpackung, die Qualitätsmerkmale wie Reinheit der Schokolade und den sortenreinen Ursprung des verwendeten Kakaos stärker kommunizieren soll. Die in Pretests ermittelte erhöhte Kaufbereitschaft (plus 15 Prozent) scheint sehr realistisch. Die Absätze der Relaunch-Ware liegen etwa 14 Prozent über der alten Version.

Ritter Sport hat ein spannendes Jahr hinter sich gebracht, das geprägt war von der Auseinandersetzung mit Stiftung Warentest. „Das Ganze konnte uns nichts anhaben. Im Gegenteil – wir haben zum fünften Mal in Folge unseren Umsatz gesteigert“, heißt es in Waldenbuch. Hervorgehoben wird vor allem die Entwicklung der 100-g- sowie 250-g-Tafeln, der Schokowürfel sowie des deutlich erweiterten Saisonangebotes. In diesem Jahr werden positive Impulse vor allem aus der Saisonbereich sowie dem Travel-Retailgeschäft erwartet, das mit neuen Produkten ausgebaut wird.

Sicherlich spannend war auch das Jahr des Markteintritts der Heidi Chocolate Suisse AG in Deutschland. Die deutsche Niederlassung wird im 1. Quartal in Hamburg angesiedelt. Thorsten Elbing, Sales Director Western Europe, verzeichnet bereits Listungen bei Metro, Rewe, Tengelmann, Müller, Karstadt oder Real. Zudem werden neue Märkte der Markant-Gruppe dazu kommen. Auf Produktseite werden zunächst die Premiumschokoladen (z. B. Heidi Grand‘Or) im Fokus stehen.

Beim eidgenössischen Schokoladenhersteller Camille Bloch steht auf dem hiesigen Markt die Marke Ragusa im Mittelpunkt. Sie wuchs im vergangenen Jahr um 5 Prozent, in Deutschland zweistellig. Dies gilt auch als Maßstab für 2015. Diverse Neulistungen und Absatzsteigerungen bei bestehenden Kunden haben dazu beigetragen. Vor allem Ragusa Blond brachte der Marke neue Kunden. Der Tourbus wird unter dem Motto „Blond Rocks“ in diesem Jahr wieder unterwegs sein.

Mars verfolgt weiterhin das Ziel, „mehr Kunden zu Käufern zu machen“ und wird dazu auch 2015 Category-Management-Konzepte mit Handelspartnern realisieren. Die ideale Zweitplatzierung sowie die Gestaltung der Kassenzone sind hierbei zentrale Punkte und bieten nach Einschätzung von Mars „enorm viel Potenzial“. Limited Editions und Promotions sind ebenso fester Bestandteil der Jahresplanung.

Das für Ende 2015 angestrebte Ziel von Nestlé, den Kakao für die gesamte Süßwarenproduktion in Deutschland aus nachhaltigem Anbau (UTZ-zertifiziert) zu beziehen, wurde bereits im Vorjahr realisiert. Dies spräche dafür, dass die Maßnahmen des Nestlé Cocoa Plans (seit 2009) hervorragend greifen würden, konstatiert Oliver Schoß, Marketing Director Confectionary bei Nestlé Kaffee & Schokoladen. Im vergangenen Jahr hätten sich alle Kernmarken in einem relativ stabilen Marktumfeld gut behauptet, und mit Smarties wurde ein neuer Absatzrekord erzielt.

Ültje verzeichnete zuletzt insbesondere Zuwächse in den Segmenten Erdnüsse und Nuss-Frucht-Mischungen. Deutliche Impulse hat beispielsweise die Neueinführung der „Ofengebackenen Erdnüsse“ gebracht. Weiteres Potenzial erschließt sich für Marketingleiter Oliver Krück aus der konsequenten Berücksichtigung von Shopper-Insights. „Wir erwarten, dass sich das Konsumverhalten bei Süßwaren und Salzigen Snacks weiter verändern wird. Dabei werden Flexitarismus, die vegetarische und vegane Ernährungsweise sowie die Nachfrage nach Produkten, die Lösungen bei ernährungsbedingten Einschränkungen wie Laktoseintoleranz oder Zöliakie bieten, weiter an Bedeutung gewinnen.“ Des Weiteren sei der Trend zu verbrauchergerechten, kleineren Verpackungseinheiten ungebrochen. Auch werde die Relevanz verwendungsanlassbezogener Produkte weiter steigen. Dazu zählen im Nusssegment Produkte für den Zwischendurch- oder „On the go“-Verzehr sowie Varianten, die als Komponente z.B. Müslis, Salaten etc zugesetzt wird.

Bei Lorenz Snack-World werden vergleichbare Trends ausgemacht. Zudem werde der Ursprung von Zutaten für den Konsumenten an Bedeutung gewinnen. Auf Naturals und NicNacs, die im vergangenen Jahr gut „performten“, liegt in diesem Jahr das Hauptaugenmerk. Darüber hinaus gelte es, nach der gelungen Einführung im zweiten Halbjahr 2014 die Marke HofChips weiter zu entwickeln, heißt es in Neu-Isenburg. Seit Jahresbeginn im Handel ist die neue Subbrand Crunchchips Roastet. Die Marke Saltletts feiert 2015 ihren 80. Geburtstag, der auch am PoS begangen wird.

Marktanteilsgewinne in allen Segmenten mit Markenpräsenz bilanziert Storck. Nimm2 Lachgummi Milchbubis wird als Neueinführung genannt und Neuprodukte für das Nimm2-Fruchtgummi-Segment angekündigt. Das sind zwei neue „Lachgesichter“: die Apfellinge und die Shakies mit Milch, Fruchtsaft und Vitaminen. Auch für die Merci-Range stehen Veränderungen an, Einzelheiten werden aber noch nicht veröffentlicht. Bei Knoppers kommt im Mai erstmals eine Erdbeer-Joghurt-Variante als Limited-Edition für eine kurze Zeit.