Thüringen Tradition weiterentwickelt

Thüringer kaufen Thüringer Produkte. Im Westen muss jedoch noch häufig Überzeugungsarbeit geleistet werden.

Donnerstag, 07. Oktober 2010 - Länderreports
Friederike Stahmann
Artikelbild Tradition weiterentwickelt
Bildquelle: Fotolia

Inhaltsübersicht

„Ein Sonntag ohne Thüringer Klöße verlöre viel von seiner Größe", besagt ein altes Sprichwort. In Thüringen sieht man das heute noch so. Kein Wunder, denn die Bewohner dieses Bundeslandes gelten als traditionsbewusst und bodenständig.

„Jede Region hat ihre Spezialitäten. Diese sind Ausdruck von Tradition und handwerklichem Können und dem, womit die Natur den Menschen über Jahrhunderte den Tisch gedeckt hat", beschreibt Jürgen Reinholz, Minister für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz, die für ihn entscheidenden Voraussetzungen, dass es überhaupt regionale Schmankerl gibt. Und die kommen beim Verbraucher immer besser an. „Regionalität bringt ein Stück Heimat auf den Tisch", bringt es der Minister auf den Punkt.

Ein Trend, den auch die Einkäufer aller Handelsketten vernommen haben. Die gute Lage Thüringens in der Mitte Deutschlands bietet „Exportmöglichkeiten" in angrenzende Bundesländer in Ost und West. Auf die Fragen, wo die Hauptabsatzgebiete für Thüringer Lebensmittel liegen, antwortet Landwirtschaftsminister Reinholz: „In und um Thüringen werden die meisten Umsätze gemacht. Analysen zeigen, dass gerade in den ostdeutschen Bundesländern eine hohe Marktdurchdringung in vielen Branchen erreicht wurde." Derzeit sei dies jedoch nur in den ostdeutschen Bundesländern der Fall. Das sei historisch bedingt, so Reinholz. Diese Absatzkanäle will man festigen, „wobei wir künftig den Fokus verstärkt auf die Absatzregionen in den alten Bundesländern lenken werden", gibt er die Marschrichtung gen Westen vor.

Mit dem Label „Geprüfte Qualität" habe Thüringen über Jahre ein gutes Marketinginstrument entwickelt. Das Zeichen befindet sich inzwischen auf mehr als 400 Produkten von 145 Unternehmen. Es signalisiert dem Verbraucher, dass er eine regionale Spezialität erwirbt, zudem wird ein Qualitäts- und Sicherheitsversprechen gegeben. Und das fördert der Freistaat. Für die Durchführung von Messen, Warenbörsen und Verkaufsförderungsveranstaltungen stellt die große Koalition in Thüringen 2010 im Haushalt 150.000 Euro bereit. Aber die Firmen nehmen auch selbst Geld in die Hand, um die Menschen jenseits der Landesgrenzen für Thüringer Rostbratwurst, Greußener Salami, Heichel-?heimer Klöße, Altenburger Ziegenkäse oder Thüringer Weihnachtsstollen zu begeistern. Waren es 2009 insgesamt rund 420.000 Euro, inklusive der Förderung des Agrarministeriums von 160.000 Euro, für Messeauftritte, Ausstellungen und weitere Marketingaktionen, sind für 2010 Gesamtkosten von mindestens 700.000 Euro eingeplant. Eine Steigerung von rund 65 Prozent zum Vorjahr. Das ist darauf zurückzuführen, dass sich zum einen mehr Unternehmen im Agrarmarketing engagieren. Zum anderen wollen diese sich 2010 auf 13 Fachmessen präsentieren. 2009 waren es noch acht Messeauftritte.

Steffi Rudelt, Referatsleiterin Ernährungswirtschaft im Thüringer Landwirtschaftsministerium, nennt als besondere Stärken der Thüringer Ernährungswirtschaft die wettbewerbsfähigen, vorwiegend klein- und mittelständischen Unternehmen. Diese Firmen zeichneten sich durch Innovationsfähigkeit und Flexibilität aus, so Rudelt.

Tradition mit Innovation zu verbinden, das schaffen Unternehmen aus dem Freistaat immer wieder: ob mit Produktneuheiten wie dem Wellness-Getränk in der Geschmacksrichtung Granatapfel-Cranberry oder Gebindeinnovationen wie dem laktosefreien Ziegen-Frischkäse in portionierter Verpackung oder Thüringer Jagdwurst als XXL-Brotzeitscheiben. Zudem gibt es unbekannte Spezialitäten zu entdecken. „Ich denke hier an Spirituosen oder Schokolade oder auch an Schmand, ob nun in seiner ursprünglichen Form oder als süße Haube für den Obstkuchen, der auf dem Blech gebacken wird", weiß Minister Reinholz.


Herkunftsverband Thüringer und Eichsfelder Wurst und Feisch: Starker Schutz

Nur was in Thüringen hergestellt ist, darf das Siegel „Thüringer Original" tragen. Aber immer wieder versuchen Hersteller außerhalb des Freistaates, den guten Ruf der Thüringer Fleisch- und Wurstwaren für sich zu nutzen. In solchen Fällen tritt der Herkunftsverband Thüringer und Eichsfelder Wurst und Fleisch auf den Plan. 170 Abmahnungen wurden seit der Gründung des eingetragenen Vereins ausgesprochen und, so Geschäftsführer Dr. Horst Schubert, man hat in allen 170 Fällen Recht bekommen. Vier geschützt geographische Angaben (g.g.A.) setzte der Verband für seine 21 aktiven Mitglieder durch: Leberwurst, Rostbratwurst und Rotwurst sowie Greußner. Für Ende des Jahres wird die Eintragung des Eichsfelder Feldgiekers erwartet. Seit 2006 versehen die Thüringer Fleisch und Wursthersteller ihre Produkte mit dem einheitlichen Logo des Dachverbandes. Mit dem Gütesiegel soll die Qualität der Produkte hervorgehoben werden.

//// www.thueringer-wurst.de

Domalwittol Wasch- und Reinigungsmittel: Pflege Pur

„Heute verfolgt das Unternehmen, neben der Produktion von Handelsmarken, eine konsequente Markenstrategie, die durch unterstützende Marketingmaßnahmen die Unverwechselbarkeit der Marken unterstreicht und zur Steigerung des Bekanntheitsgrades der Marken und des Unternehmens beiträgt", sagt Domalwittol-Geschäftsführer Gerd Küfner. Zum Markenportfolio gehören acht Consumer-Marken wie Frottee (Weichspüler), oho (Bodenpflege), Domax (Haushaltsreiniger), Triks (Vor- und Nachbehandlung), Fleckenfrei Serie (Fleckenentferner) und Pure Care (Waschmittel). Ganz neu: die innovative Pure-Care-Formel, die sich durch aufeinander abgestimmte Inhaltsstoffe und Pflegekomplexe auszeichnet. Die Pure-Care-Serie umfasst acht Produkte (u. a. Wollwaschlotion, Power-Univeralwaschmittel, Sport-Waschlotion). „Mit der neuen Formulierung und der Möglichkeit des Kaltwaschens ab 20 Grad sind wir auch der Unternehmensphilosophie nachgekommen, die sich auf den Säulen der Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit stützt", sagt Marek Möckel, Leiter Marketingabteilung.

//// www.domal.de


EWU Thüringer Wurst und Spezialitäten: Frisches Label

Unter dem Label „Thüringen 1894" haben die EUW Thüringer Wurst und Spezialitäten seit Anfang des Jahres einen neuen Markenauftritt. Das Unternehmen wurde 1894 gegründet. Nach der Insolvenz kaufte Unternehmer Ekkehard Heilemann 2009 die Firma. Er investierte in eine neue Konservenanlage sowie auch in Umweltmaßnahmen wie die Rückgewinnung von Wärme und Wasser. Heute stellen 55 Mitarbeiter mehr als 200 Artikel her (regionale Spezialitäten, klassischen Grillspezialitäten sowie  Konserven). Wichtigster Absatzkanal ist der Lebensmittelhandel in den neuen Bundesländern. Die alten Länder hat man im Blick. Eine Aktion bei Netto sei gut gelaufen, so ist aus Serba zu hören. „Wir hatten danach zig Kundenanfragen", freut sich Vertriebschef Jörg Schlichting. Die Produkte und Rezepturen müssten aber erst gelernt werden. Schlichting ist sich sicher, dass man auf diesem Weg schon ein gutes Stück vorangekommen ist. Mit der Suppenspezialität Soljanka ist man dagegen seit Jahren Marktführer. Auch
die Thüringer Rostbratwurst hat Fans in Ost und West. Zur InterMeat wurde der Köstritzer Schwarzbierschinken in der  80-g-Fächerschnittpackung vorgestellt.

//// www.eisenberger-wurstwaren.de

Viba Sweets: Nougat-Genuss

In diesem Jahr feierte man in Floh-Seligenthal bei Schmalkalden das 90-jährige Bestehen der Original Nougat-Stange. Mit einer Promotion-Aktion für den LEH, die noch bis Dezember läuft, rundet Viba das Jubiläum ab. Dem Handel wird bereits eine Sonderpackung in Form einer Nougatstangen-Vielfalt mit sechs verschiedenen Geschmacksrichtungen angeboten. Ein Verbrauchergewinnspiel rundet die Geburtstagsfeier ab. Karl Heinz Einhäuser und Holger Storch leiten das Unternehmen als geschäftsführende Gesellschafter. Wichtigster Absatzkanal ist der deutsche LEH. Die inzwischen rund 40 eigenen Süßwarenläden gewinnen immer mehr an Bedeutung.

Der Exportanteil liegt bei 5 Prozent. Derzeit kommen erst 30 Prozent des Firmenumsatzes aus den alten Ländern. Marktführer bei Nougat ist man zwar schon. Einhäuser sieht im Westen Potenzial: „Nougat wurde im Westen lange Zeit verramscht. Wir müssen die Konsumenten dort also erst zu Nougat erziehen." Neuentwicklungen wie Nougatinis (zwei Waffelschichten mit einer Schicht aus Nougat-Klassik gefüllt) sollen überzeugen. Echte Dekorationsstücke sind die Saison-Artikel von Viba mit Weihnachtskalendern, gefüllten Christbaumkugeln im Winter und einer umfangreichen Palette auch zu Ostern.

//// www.viba-sweets.de


Humana: Fahr Rad

„Für die Verbraucher in Thüringen und Sachsen und in anderen Teilen der neuen Bundesländer ist die Regionalmarke Osterland der Humana Unternehmensgruppe ein Begriff für Qualitätsware mit gutem Geschmack zu günstigem Preis", sagt Inga Schaumann, Leiterin Kommunikation der Humana Milchindustrie, Everswinkel. Um die Region geht es auch in der aktuellen Aktion von Osterland und Thüringer Tourismus GmbH. Verbraucher in den neuen Bundesländern finden auf allen Osterland-H-Milch-Packungen detaillierte Angaben zu den zehn schönsten Fahrradtouren durch Thüringen. Dazu gibt es ein Onlinespiel. Neben Trinkmilch umfasst das Osterland-Markenprogramm Sahneerzeugnisse, Butter, Speisequark, Desserts und Kräuterquark. Bei den Desserts erfreuen sich vor allem die Grütze-Erzeugnisse einer lebhaften Nachfrage. Neu im Sortiment ist der Osterland Milchreis in den vier Sorten Zimt, Vanille, Schokolade und Erdbeere.

//// www.osterland.de

Ablig Feinfrost-Heichelheimer: Runde Sache

Die Marke Heichelheimer – Thüringer Kloßmanufaktur – steht für Qualität und Tradition. Ein eigener Vertragsanbau in Thüringen sowie exklusive Rezepturen und Herstellungsverfahren setzen Maßstäbe. Echte Thüringer Sonntagsklöße werden traditionell aus roher Kloßmasse, also frisch, hergestellt – ein aufwendiges Verfahren, das bis zum heutigen Tag auch so in Heichelheim praktiziert wird. Auf der Verpackung garantiert ein „Kartoffelsiegel" die Rückverfolgbarkeit bis zum entsprechenden Thüringer Kartoffelacker. „Wir drucken unter anderem auf unsere 'Echten Thüringer Sonntagsklöße' den jeweiligen Kartoffelanbauer, die verwendete Kartoffelsorte, den Standort des Kartoffelfeldes und seit 2008 auch noch den Kartoffelweg vom Landwirt bis nach Heichelheim", sagt Vertriebsleiter Thorsten Langbein. Seit diesem Jahr gibt es Original Thüringer Kartoffelpuffer und Kartoffelklöße halb & halb auch in einer gekühlten Variante.

//// www.ablig.de


Goldmännchen: Einheits-Tee

„Die Bitte, sich des Themas 20 Jahre deutsche Einheit anzunehmen, kam aus dem Lebensmittelhandel", erzählt Stephanie Klar,  verantwortlich für Marketing und Produktentwicklung bei H & S Teegesellschaft in Kressbronn/Bodensee. Am Thüringer Standort St. Gangloff, Heimat von Goldmännchen-Tee, kam man dem gern nach. Pünktlich zum 20. Jahrestag kommen drei neue Teesorten in den Handel: Traumtänzer, Pfeffitröpfchen, Salad-Tee. Echte Ost-Klassiker. Orangen und Erdbeeren geben dem Früchtetee „Traumtänzer" seine besondere Note. Pfeffitröpfchen steht für Thüringer Pfefferminze verfeinert mit Zitronengras und Myrthe. Ungewöhnlich auch die dritte Sorte. Nicht zuletzt wegen ihres Namens. Der Thüringer Ausdruck „Salad" steht für Salat und  verdeutlicht damit die Ingredienzien des Kräutertees mit Zitronenmelisse, Sauerampfer und Gänseblumenblüten. Mit weiteren interessanten Produktinnovationen und außergewöhnlichen Verpackungen will man bei Verbraucher und Handel in Ost und West punkten.

//// www.goldmaennchen-tee.de

Thüringer Waldquell: Klimafans

„Warum Thüringer Waldquell? Von hier bis zur Quelle: 104 km – von hier nach Évian-les-Bains: 824 km". Mit diesem Slogan startete Thüringen Waldquell schon vor Jahren seine Kampagne zum Klimaschutz. „Wir wollen zeigen, dass jeder unserer Kunden ohne Einschränkung des persönlichen Wohlstandes einen Mehrwert für unsere Gesellschaft leisten kann", sagt Geschäftsführer Thomas Heß. Die Kampagne für Nachhaltigkeit mit weniger CO2-Ausstoß beim Transport und mehr Regionalität zeigt Wirkung. Flossen 2007, zum Beginn der Promotion, 96. Mio. l alkoholfreie Getränke in Schmalkalden in Flaschen, werden es wohl am Ende dieses Jahres 103 Mio. l sein.

Die Marke Thüringer Waldquell behauptet auch 2009 die Markenmarktführerschaft im Freistaat. Die Marke ist breit aufgestellt. Allein im Jahr 2010 gab es vier Neueinführungen. Zu Jahresbeginn startet Thüringer Waldquell mit Aquaplus in den Geschmacksrichtungen Birne und Mango ein Near-Water-Getränk. Zum 1. April folgte Thüringer Waldquell Plus Orange. Trendgeschmack mit gesundem Mehrwert verspricht Wellness Activity Cranberry-Granatapfel seit September 2010. Als erstes Wellness-Getränk bekennt Activity außerdem noch Farbe. Dieses Jahr gewann das Unternehmen verstärkt den Nachwuchs für den Klimaschutz. Die Schüler, die beim Klimahelden-Wettbewerb mitmachten, spürten Möglichkeiten auf, im Schulalltag natürliche Ressourcen einzusparen. 3.000 Euro gab es für die Schüler der Klassen 7 bis 10 der Staatlichen Regelschule in Gotha fürs Konzept „Grüner E(c)khof".

Im eigenen Haus wird ebenfalls gespart: 2009 wurde der Stromverbrauch gegenüber 2008 um 11 Prozent gesenkt sowie 15 Prozent Brennstoffe eingespart. Die Thüringer setzen zudem konsequent auf Mehrweg, „das spare Ressourcen", so Heß.

//// www.twq.de


Schokoladenwerk Berggold: Nostalgie

Zum 20. Jahrestag der Wiedervereinigung brachte der Pössnecker Süßwarenhersteller Schokoladenwerk Berggold den Nostalgieklassiker „Einklang" in der 75-g-Packung wieder in die Regale. Die Zartbitter-Pralinés mit Noisette-Füllung sollen an die 1980er-Jahre erinnern und sind nur für kurze Zeit erhältlich. Neu aufgelegt wird auch der Klassiker „Gelee-Bananen", die Dschungel-Box (300 g) gibt's nur in limitierter Auflage. Frisch, fruchtig und natürlich ist für Berggold die Devise im Gelee-Sortiment. Die Thüringer stellen die komplette Gelee-Range nach und nach auf natürliche Farb- und Aromastoffe um. Durch verbesserte Rezepturen und den Einsatz von natürlichem Fruchtsaft schmecke das Gelee fruchtiger, frischer. Kommuniziert wird die Umstellung über ein symbolisches „grünes Blatt", die Auslobung „Natürliche Farben/Aromen" sowie die frischere Gestaltung der Packung.

Berggold, das auf die Herstellung von Pralinenspezialitäten mit Alkohol- und Nougatfüllungen sowie Gelee spezialisiert ist, hat sich für 2010/11 zudem größere Investitionen vorgenommen. In neue Technologien, Lagerhaltung und Softwaresysteme sollen 5 Mio. Euro fließen. Die Aufwendungen sollen den Umsatz forcieren und neue Marktpotenziale erschließen.

//// www.berggold.de

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Tradition weiterentwickelt

 Thüringer kaufen Thüringer Produkte. Im Westen muss jedoch noch häufig Überzeugungsarbeit geleistet werden.

Text: Friederike Stahmann

 „Ein Sonntag ohne Thüringer Klöße verlöre viel von seiner Größe“, besagt ein altes Sprichwort. In Thüringen sieht man das heute noch so. Kein Wunder, denn die Bewohner dieses Bundeslandes gelten als traditionsbewusst und bodenständig.

„Jede Region hat ihre Spezialitäten. Diese sind Ausdruck von Tradition und handwerklichem Können und dem, womit die Natur den Menschen über Jahrhunderte den Tisch gedeckt hat“, beschreibt Jürgen Reinholz, Minister für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz, die für ihn entscheidenden Voraussetzungen, dass es überhaupt regionale Schmankerl gibt. Und die kommen beim Verbraucher immer besser an. „Regionalität bringt ein Stück Heimat auf den Tisch“, bringt es der Minister auf den Punkt.

Ein Trend, den auch die Einkäufer aller Handelsketten vernommen haben. Die gute Lage Thüringens in der Mitte Deutschlands bietet „Exportmöglichkeiten“ in angrenzende Bundesländer in Ost und West. Auf die Fragen, wo die Hauptabsatzgebiete für Thüringer Lebensmittel liegen, antwortet Landwirtschaftsminister Reinholz: „In und um Thüringen werden die meisten Umsätze gemacht. Analysen zeigen, dass gerade in den ostdeutschen Bundesländern eine hohe Marktdurchdringung in vielen Branchen erreicht wurde.“ Derzeit sei dies jedoch nur in den ostdeutschen Bundesländern der Fall. Das sei historisch bedingt, so Reinholz. Diese Absatzkanäle will man festigen, „wobei wir künftig den Fokus verstärkt auf die Absatzregionen in den alten Bundesländern lenken werden“, gibt er die Marschrichtung gen Westen vor.

Mit dem Label „Geprüfte Qualität“ habe Thüringen über Jahre ein gutes Marketinginstrument entwickelt. Das Zeichen befindet sich inzwischen auf mehr als 400 Produkten von 145 Unternehmen. Es signalisiert dem Verbraucher, dass er eine regionale Spezialität erwirbt, zudem wird ein Qualitäts- und Sicherheitsversprechen gegeben. Und das fördert der Freistaat. Für die Durchführung von Messen, Warenbörsen und Verkaufsförderungsveranstaltungen stellt die große Koalition in Thüringen 2010 im Haushalt 150.000 Euro bereit. Aber die Firmen nehmen auch selbst Geld in die Hand, um die Menschen jenseits der Landesgrenzen für Thüringer Rostbratwurst, Greußener Salami, Heichel-?heimer Klöße, Altenburger Ziegenkäse oder Thüringer Weihnachtsstollen zu begeistern. Waren es 2009 insgesamt rund 420.000 Euro, inklusive der Förderung des Agrarministeriums von 160.000 Euro, für Messeauftritte, Ausstellungen und weitere Marketingaktionen, sind für 2010 Gesamtkosten von mindestens 700.000 Euro eingeplant. Eine Steigerung von rund 65 Prozent zum Vorjahr. Das ist darauf zurückzuführen, dass sich zum einen mehr Unternehmen im Agrarmarketing engagieren. Zum anderen wollen diese sich 2010 auf 13 Fachmessen präsentieren. 2009 waren es noch acht Messeauftritte.

 Steffi Rudelt, Referatsleiterin Ernährungswirtschaft im Thüringer Landwirtschaftsministerium, nennt als besondere Stärken der Thüringer Ernährungswirtschaft die wettbewerbsfähigen, vorwiegend klein- und mittelständischen Unternehmen. Diese Firmen zeichneten sich durch Innovationsfähigkeit und Flexibilität aus, so Rudelt.

Tradition mit Innovation zu verbinden, das schaffen Unternehmen aus dem Freistaat immer wieder: ob mit Produktneuheiten wie dem Wellness-Getränk in der Geschmacksrichtung Granatapfel-Cranberry oder Gebindeinnovationen wie dem laktosefreien Ziegen-Frischkäse in portionierter Verpackung oder Thüringer Jagdwurst als XXL-Brotzeitscheiben. Zudem gibt es unbekannte Spezialitäten zu entdecken. „Ich denke hier an Spirituosen oder Schokolade oder auch an Schmand, ob nun in seiner ursprünglichen Form oder als süße Haube für den Obstkuchen, der auf dem Blech gebacken wird“, weiß Minister Reinholz.

 Schloss Molsdorf ist ein Barockschloss in Molsdorf, einem Ortsteil von Erfurt.

Landwirtschaftsminister Jürgen Reinholz:

„Unsere Marktforschungen belegen, dass die ?Herkunft der Lebensmittel für viele Verbraucher ein wesentliches Kriterium ist.“

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