Die deutsche Ernährungsindustrie hat im Juli 2026 einen Umsatzrückgang verzeichnet. Der nominale Gesamtumsatz sank gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,8 Prozent auf 20,3 Milliarden Euro, wie aus dem aktuellen Konjunkturreport der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) hervorgeht. Auch das Geschäftsklima in der Branche bleibt gedämpft: Der Ifo-Geschäftsklimaindex verharrte im September auf niedrigem Niveau.
Der Umsatzrückgang geht den Angaben zufolge vor allem auf das Auslandsgeschäft zurück. Der nominale Auslandsumsatz fiel um 3,7 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro. Im Inland legte der Umsatz dagegen leicht um 1,3 Prozent auf 12,7 Milliarden Euro zu. Die abgesetzte Menge stieg sowohl im In- als auch im Ausland jeweils um 1,4 Prozent. Dass der Umsatz trotz steigender Absatzmengen sank, erklärt die BVE mit rückläufigen Preisen: Die Ausfuhrpreise lagen 5,1 Prozent unter dem Vorjahresniveau, die Inlandsverkaufspreise gingen um 3,7 Prozent zurück.
Auf den Rohstoffmärkten zeigt sich laut dem Konjunkturreport ein gemischtes Bild. Der Food-Price-Index der UN-Ernährungsorganisation FAO stieg im September um 1,5 Prozent gegenüber dem Vormonat und lag 5,8 Prozent über dem Vorjahresniveau. Besonders deutlich verteuerten sich Zucker mit einem Plus von 6,1 Prozent und Getreide mit 5,1 Prozent im Monatsvergleich. Die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte in Deutschland lagen im Juli hingegen 13,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Auffällig war dabei der Rückgang des Preisindex für Milch um 24,8 Prozent im Jahresvergleich, während der Preisindex für Eier um 9,2 Prozent zulegte.
Ifo-Index bleibt im Minus – jedes dritte Unternehmen erwartet Verschlechterung
Das Geschäftsklima in der Ernährungsindustrie verbesserte sich im September nur geringfügig. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg laut BVE um 1,4 Punkte auf minus 10,4 Punkte. Während sich die aktuelle Geschäftslage leicht erholte, trübten sich die Erwartungen für die kommenden sechs Monate weiter ein: Der Erwartungssaldo sank auf minus 20,2 Punkte. Den Angaben zufolge rechneten 30,3 Prozent der befragten Unternehmen mit einer Verschlechterung, nur 10,1 Prozent erwarteten eine Verbesserung.
Auch die Verbraucherstimmung gibt wenig Anlass zur Zuversicht. Das GfK-Konsumklima lag im September bei revidierten minus 26,8 Punkten, für Oktober prognostiziert die GfK einen weiteren Rückgang auf minus 30,6 Punkte. Die Verbraucherpreise für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke stiegen im August im Jahresvergleich nur um 0,1 Prozent – deutlich schwächer als die allgemeine Inflationsrate von 2,9 Prozent.