1 .Weniger Nachfrage
Durch den Trend zu Mainstream-Bieren sowie alkoholfreien und alkoholarmen Varianten sinkt die Hopfen-Nachfrage. „Diesen Bierstilen wird im Allgemeinen weniger Hopfen zugesetzt“, erklärt Thomas Raiser, Geschäftsführer von Barthhaas. Auch im Craftbier-Segment sei eine sinkende Dosierung zu beobachten. Unter anderem, weil mehr untergärige, klassische Bierstile mit moderaterem Hopfeneinsatz verkauft werden.
2. Konzentration des Marktes
Im Jahr 2024 hat sich die Konzentration der Branche fortgesetzt. Allein in Deutschland stellten laut dem deutschen Hopfenhändler Barthhaas 31 Pflanzer die Produktion ein. Weltweit dominieren immer stärker die großen Händler die globale Vermarktung. Auf der anderen Seite ist auch eine Konzentration der Brauereien zu beobachten. Große Bierkonzerne wie Anheuser-Busch Inbev, Heineken und Carlsberg bestimmen zum großen Teil über Einkaufspreise, Sortenpolitik und Produktionsmengen. Kleinere Akteure haben da oft das Nachsehen.
3. Klimawandel
Das Klima wirkt sich auf den Ernteertrag und den Alphasäuregehalt des Hopfens aus. So sinkt die Bitterstoffausbeute in heißen, trockenen Sommern um bis zu 70 Prozent im Vergleich zu normalen Sommern. Die Alphasäure ist der für das Bierbrauen wichtigste Bestandteil des Hopfens und für die Bittere des Biers verantwortlich. Hitzewellen, Trockenperioden und Starkregen setzen vor allem dem Anbau in Bayern, Tschechien und im pazifischen Nordwesten der USA zu. Damit steigen nicht nur die Produktionsrisiken, sondern auch die Kosten für Bewässerung, Schädlingsbekämpfung und Qualitätskontrolle.
4. Überproduktion
Vor allem in Deutschland und den USA wurdein den letzten Jahren zu viel Hopfen geerntet. Die Pflanzer sind von einem boomenden Geschäft mit Craftbier ausgegangen, doch mittlerweile ist die Nachfrage gesunken. Brauer reduzieren eher ihre Sortenvielfalt. Besonders Spezialitäten wie Aromahopfen werden dadurch weniger nachgefragt. Die deutschen Hopfenbauern reagieren auf ein massives Überangebot ihrer Ernte mit der Rodung von Anbauflächen. Damit der Markt wieder ins Gleichgewicht kommt, müsste weltweit die Anbaufläche um 5.000 Hektar sinken, heißt es bei Barthhaas.
5. Volatile Preise
Einhergehend mit dem Überangebot ist ein Preisverfall beim Hopfen. Bei den Aromasorten Perle und Hallertauer Tradition beispielsweise sind die Preise auf einen Euro pro Kilogramm gefallen – das entspricht einem Zehntel des Vorjahresniveaus. Das berichtet der Verband Deutscher Hopfenpflanzer. Die Pflanzer müssten laut dem Verband abwägen: Bei zu niedrigen Preisen entstehen Verluste, bei zu starker Reduzierung der Flächen könnten sie Chancen auf spätere Gewinne verpassen. Hinzu kommt: Nach einer Rodung und Neupflanzung dauert es ein Jahr, bis die Pflanzen wieder Ertrag bringen.
